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#1
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| Ich schließe eine Menge Gas in einen Zylinder ein. Nun schiebe ich einen Kolben in den Zylinder und komprimiere das Gas auf die Hälfte des Volumens. Weil ich durch das gewaltsame hineinschieben des Kolbens Energie zufüge, wird die Luft sich erwärmen. Bei jedem Millimeter den ich den Kolben hinein schiebe passieren zwei Dinge: 1. Der Druck erhöht sich direkt, weil ja die Luft weniger Platz hat, als zuvor. 2. Der Druck erhöht sich indirekt, weil sich die Luft durch die erhöhte Temperatur ausdehnen will. Wie hoch ist die Temperatur und der Druck nach der Kompression auf halbes Volumen? Wüsste ich die Kraft in Abhängigkeit vom Weg des Kolbens, könnte ich durch Integration der Kraft über den Weg die zugefügte Energie und damit die neue Temperatur berechnen. Aber leider hat die Temperatur wiederum einen Einfluss auf den Druck und der dann wiederum auf die Energie und das wiederum auf die Temperatur. Ein Teufelskreis. Ich vermute, das geht irgendwie mit Differentialgleichungen, wobei ich die aber leider noch nie so ganz verstanden habe. Brett vor'm Kopf. Kann mir das jemand nachvollziehbar vorrechnen? Ich bedanke mich schon mal im Voraus. VG Karl |
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#2
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| Karl-Alfred Römer <[Only registered users see links. ]> wrote in news:[Only registered users see links. ]: Wie das geschieht kann dir erst einmal egal sein. Du musst dir angewöhnen die Welt im Lichte von Naturgesetzen zu verstehen. Mit rein phenomänologischem Verständnis kommst du irgendwann nicht mehr weiter. Falls du ein ideales Gas betrachtest, gibt es das Gesetz idealer Gase. p*V/T = konstant Ideales Gas = es gibt nur kinetische Energie im Gas die potentielle Energie wird vernachlässigt. Dies ist nur bei kleinen Drücken zutreffend, aber auch abhängig von der Art des Gases. Dir ist klar, dass das Problem in deiner Fragestelleung unbestimmt ist? Um deine Frage zu beantworten braucht man noch Anfangsbedingungen. Erstens muss man wohl annehmen, dass während der Komprimierung kein Wärmeaustausch stattfindet, also abiabatische Kompression. Unter der Voraussetzung, du kennst die Masse und die Art des Gases, sowie den Anfangsdruck, sonst kannst du keine Kraft berechnen. Um aber den Druck zu berechnen brauchst du V,T,n,R. Das brauchst du aber nicht, denn von dir so gewählte Berechnungsweg steckt schon in p*V=n*R*T drin. Du musst also nur das Gesetzt der idealen Gase anwenden, und darauf achten dass das Problem mathematisch bestimmt ist. ("Was muss das muss" oder volkstümlicher "Einen Tod muss man sterben") dann brauchst du deinen oben gewählten Berechnungsweg nicht. Der Teufelskreis entsteht nur deshalb weil die Formulierung deines Problems unbestimmt ist. Um den Teufelskreis zu durchbrechen, musst du also bestimmte Grössen kennen, so dass dein Problem nicht mehr unbestimmt ist. Nein, dazu brauchst du keine Differentialgleichungen. Dein Problem ist kein Problem der Berechnung, oder fehlender thermodynamischer Kenntnisse, sondern zu erkennen wann ein Problem unbestimmt ist und was dazu gehört damit es bestimmt wird. Also wir haben: p*V/T = k = n*R p1*V1/T1 = p2*V2/T2 = k T2 = p1*V1/(p2*V2)/T1 T2 = k/((p2*V2) Die Grössen auf der rechten Seite musst du also, egal auf welche Weise, kennen, damit dein Problem bestimmt ist. Dann gibt es keinen Teufelskreis. Wenn du nun versuchst die Grössen auf der rechten Seite wieder aus den Grössen auf der linken Seite zu berechnen, entsteht der "Teufelskreis". Man kann die Grössen auf der rechten Seite nun effektiv kennen, oder sie in Abhängigkeit von anderen Grössen kennen. p2 = f1*p1 V2 = f2*V1 Du musst lediglich wissen welches physikalische Gesetz du anwenden musst und darauf achten, dass die Lösung mathematisch bestimmt ist. Dann brauchst du deine phenomänologischen Überlegungen der Abhängigkeiten nicht mehr. -- Selber denken macht klug. |
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#3
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| Erst mal vielen Dank lieber Vogel für deine aufklärende Antwort. Die adiabatenformel ist mir bekannt und auch, dass ich diese so nicht verwenden kann, wegen unterbestimmtheit. Das war ja auch der Grund, warum ich den phänomenoligischen Denkweg gehen wollte. Ich mache die Aufgabe einfach mal konkreter. Unser Gas besteht aus Luft mit einer Anfangstemperatur von 20°C unter einem Druck von 1013 hPa. Der Vorgang soll voll adiabatisch sein. Zylinder und Kolben nehmen keine Wärme auf und geben auch keine ab. Das Volumen sollte egal sein. Hauptsache, es wird auf die Hälfte seines Ursprungsvolumens zusammen gedrückt. Aber wir nehmen der Einfachheit halber an, es wäre genau 1 Liter (vor der Kompression) Die Erwärmung müsste doch identisch reproduzierbar und damit eindeutig berechenbar sein! Aber mit der von dir genannten Formel komme ich immer noch nicht weiter. p*V=n*R*T Mit Hilfe der Molmasse der einzelnen Bestandteile der Luft und deren Verhältnissen kann ich n bestimmen. Weil R ja eh schon nur eine Konstante ist, kann man sagen, p*V ist proportional zu T. Aber was passiert nun, wenn ich V halbiere? Verdoppelt sich p bei konstantem T? Oder halbiert sich T bei konstantem p? (wie unintuitiv, dass sich die Temperatur erniedrigen soll bei Kompression!) Es muss eine Druckerhöhung UND eine Temperaturerhöhung statt finden. Nur wieviel von beidem? Wie gesagt, ich habe oben meine Aufgabe konkretisiert, so dass eigentlich alle Informationen vorhanden sein müssten, um T2 zu berechnen. Aber wenn ich T2 = k/((p2*V2) ausrechnen will, brauche ich p2 und der hängt davon ab, wie stark sich meine Luft bei der Kompression erwärmt hat. Und das hängt wiederum davon ab, wieviel Energie ich durch das hineinschieben des Kolbens hinzugefügt habe, und das wiederum vom Druckverlauf während des Einschiebevorganges. Ich sehe einfach keine andere Lösung, als den Kolbenweg in viele kleine Abschnitte zu unterteilen und für jeden Abschnitt konstante Temperatur und Druck anzunehmen und damit die Ausgangsdaten für den nächsten Abschnitt zu berechnen. Datt Brett vor meinem Kopp is einfach zu dick. |
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#4
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| Karl-Alfred Römer schrieb: Hallo, das wird noch komplizierter, der Kolben und der Zylinder entzieht ja dem Gas darin Wärme, der Wärmefluß nimmt mit dem Temperaturunterschied zu und es gibt den Wärmetransport durch Wärmeleitung, Konvektion und Strahlung. Bye |
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#5
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| "Karl-Alfred Römer" <[Only registered users see links. ]> schrieb im Newsbeitrag news:[Only registered users see links. ]... Das könnte Dein Problem lösen: Ausgehend von m*cv*dT + p*dV = 0 oder p*dV = -m*cv*dT * [Only registered users see links. ] R = spezifische Gaskonstante -- Regards/Grüße [Only registered users see links. ] Jan C. Hoffmann eMail aktuell: [Only registered users see links. ] Microsoft-kompatibel/optimiert für IE7+OE7 |
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#6
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| "JCH" <[Only registered users see links. ]> schrieb im Newsbeitrag news:49afaa83$0$30235$[Only registered users see links. ]... "Karl-Alfred Römer" <[Only registered users see links. ]> schrieb im Newsbeitrag news:[Only registered users see links. ]... Das könnte Dein Problem lösen: Ausgehend von m*cv*dT + p*dV = 0 oder p*dV = -m*cv*dT * [Only registered users see links. ] R = spezifische Gaskonstante Beispiel p_1 * V_1 ^ n - p_2 * V_2 ^ n = 0 V_2 - V_1 / 2 = 0 T_1 / T_2 - (p_1 / p_2) ^ ((n - 1) / n) = 0 Value(s), Constants(s) n = 1,4 Isentrope p_1 = 1 T_1 = 288 V_1 = 1 Solution(s) T_2 = 380,0182783 p_2 = 2,639015822 V_2 = 0,5 -- Regards/Grüße [Only registered users see links. ] Jan C. Hoffmann eMail aktuell: [Only registered users see links. ] Microsoft-kompatibel/optimiert für IE7+OE7 |
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#7
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| Karl-Alfred Römer <[Only registered users see links. ]> wrote in news:[Only registered users see links. ]: OK, hatte dich ein wenig missverstanden. Für den Fall den du hier ansprichst, muss es eine eindeutige Lösung geben, mit den von dir genannten Daten. Wir kennen also das Volumen des Endzustandes und dass die innere Energie konstant bleibt. Versuch es mal mit dem *Gesetzt von Poisson*, welches in diesem Fall verwendet wird. Dazu musst du aber den Wert des Isentropie-Exponenten kennen. Heisst auch noch Adiabaten-Exponent. p*V^k = konst. Wenn du nicht weiter kommst melde dich. -- Selber denken macht klug. |
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#8
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#9
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| Hallo JCH, genau so etwas wollte ich. Die Ergebnisse entsprechen auch ungefähr dem, was ich erwartet hatte. Ich vestehe zwar noch nicht,wie du auf die Differentialgleichtungen kommst, weil ich da ein völliges Brett habe, aber die Formeln unten (unterhalb der spez- Gaskonstante sind ja direkt brauchbar. Vielen Dank Ich bin auch sehr geschockt darüber, wie viele Nebenumstände für so eine scheinbar einfache Aufgabe berücksichtigen muss. VG Karl |
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#10
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| "Karl-Alfred Römer" <[Only registered users see links. ]> schrieb im Newsbeitrag news:[Only registered users see links. ]... Sollte eine Messung z.B. p_2 = 2,25 bar und T_2 = 320 K ergeben, dann kann man den realen Polytropen-Exponenten n und die reale Volumenänderungsarbeit W_e12pol berechnen. * Siehe auch Gleichungen * [Only registered users see links. ] Beispiel für n: p_1 * V_1 ^ n - p_2 * V_2 ^ n = 0 Value(s), Constants(s) p_1 = 1 T_1 = 288 V_1 = 1 p_2 = 2,25 T_2 = 320 V_2 = 0,5 Solution(s) n = 1,169925001 ~ 1,17 Damit sind zusätzliche Randbedingungen berücksichtigt. Literatur: Cerbe / Hoffmann, Einführung in die Wärmelehre, Hanser -- Regards/Grüße [Only registered users see links. ] Jan C. Hoffmann eMail aktuell: [Only registered users see links. ] Microsoft-kompatibel/optimiert für IE7+OE7 |
| Tags |
| dekompression , gasen , kompression , nochmal , von |
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