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#1
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| Hallo, ich möchte gerne ein ideales Gas in zwei Dimensionen simulieren, wobei ich mir den Algorithmus wie folgt vorgestellt habe: Ich diskretisiere zunächst meine Fläche und ordne Initial jedem Teilchen eine Position und zwei Geschwindigkeiten (eine in x und eine in y Richtung) zu. Im ersten Iterationsschritt berechne ich dann die neuen Positionen in Abhängigkeit der Ausgangsposition und Geschwindigkeiten. Anschließend überprüfe ich, ob zwei Teilchen auf dem Selben Punkt im Koordinatensystem liegen. Sollte dem so sein, möchte ich die neuen Geschwindigkeiten in x- und y-Richtung der Teilchen berechnen. Und genau dort liegt mein Problem. Ich habe schon mehrere Stunden mit Energie- und Impulserhaltungssatz rumgerechnet und komme auf keine grünen Zweig und sämtliche Formeln, die ich zu einem zweidimensionalen elastischen Stoß finde, gehen von Objekten mit eine Ausdehnung aus. Meine Frage ist, ob es überhaut möglich ist die Geschwindigkeiten zu berechnen, so wie ich mir das vorstelle und wenn ja wie genau. Ich bin für jede Hilfe überaus dankbar! Gruß, Anselm |
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#2
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| Anselm Busse schrieb: Wie gedenken sich deine idealen Punktteilchen ohne Ausdehnung denn gegenseitig mit nicht verschwindender Wahrscheinlichkeit zu treffen? -- Roland Franzius |
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#3
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| Anselm Busse schrieb: Wie Roland Franzius schon angedeutet hat, gibt es bei einem idealen Gas keine direkten Wechselwirkungen zwischen den Teilchen. Der Energie- und Impulsaustausch erfolgt nur über die Wechselwirkung mit den Gefäßwänden. Das ist der entscheidende Punkt in Deiner Simulation. Zwischen den Stößen mit den Gefäßwänden bewegen sich die Teilchen geradlinig gleichförmig. |
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#4
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| Anselm Busse schrieb: Wieso versuchst du, dir einen eigenen Algorithmus auszudenken? Die NSE sollten bei sehr niedriger Viskosität das liefern, was du möchtest. Heat Transport brauchst du noch zusätzlich, ist aber kein großes Ding. Viele Grüße, Johannes -- "Meine Gegenklage gegen dich lautet dann auf bewusste Verlogenheit, verlästerung von Gott, Bibel und mir und bewusster Blasphemie." -- Prophet und Visionär Hans Joss aka HJP in de.sci.physik <48d8bf1d$0$7510$[Only registered users see links. ]> |
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#5
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| DrStupid schrieb: Ich habe schon befürchtet, dass ich da nen systematischen Fehler hab. Ausschließliche Kollisionen mit den Wänden würde meine Simulation vom Rechenaufwand zu sehr vereinfachen, daher werde ich wohl auf Ausgedehnte Objekte übergehen. Sollte ich dabei auch noch Problemen gegenüberstehen melde ich mich noch einmal ;-) Ansonsten jetzt schon vielen Dank für die Hilfe! gruß Anselm |
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#6
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| Johannes Bauer schrieb: Es geht mir nicht um die Simulation an sich sondern um den Rechenaufwand, den selbige verursacht. Ich muss im Studium einen gegebenen sequenziellen Algorithmus für massives parallel Rechnen anpassen. Da ich hierfür jedoch nur drei Wochen Zeit hab, kommt es nicht in Frage, dass ich mich erst zwei Wochen in einen bereits existierenden sequenziellen Algorithmus einarbeite. Daher habe ich ein Problem gesucht, dass sich relativ einfach sequenziell darstellen lässt und trotzdem einen nicht zu vernachlässigenden Rechenaufwand hat. gruß Anselm |
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#7
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#8
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| Johannes Bauer schrieb: Wenn die Teilchenzahl so gering ist, dass man jedes einzelene simulieren kann, dann dürfte Navier-Stokes kaum noch eine brauchbare Näherung sein. Statt dessen müsste man wohl die Boltzmann-Gleichung nehmen, aber es ist fraglich, ob das einfacher wird. |
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#9
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| Anselm Busse schrieb: Du kannst natürlich mit Zellen und verdünntem Gas rechnen, so dass nie mehr als zwei Teilchen in einer Zelle zugleich sind. Wenn sich zwei Teilchen in einer Zelle treffen, brauchst du Impuls- und Energiesatz und einen geeigneten Zufallsgenerator. v1' = v1+dv v2' = v2-dv v1^2 + v^2^2 = v1'^2+ v2'^2 = (v1 +dv)^2 + (v2-dv)^2 oder (v1-v2) . dv + dv . dv =0 Mit der Vektorzerlegung dv = dvp + dvs, den Geschwindigkeitskomponenten parallel und senkrecht zur Relativgeschwindigkeit kann man also dvs eingeschränkt im Bereich +-|v1-v2|/2 frei wählen. Das Potential liefert dazu einen Streuquerschnitt. Umgekehrt kann man sich aber auch ohne Rücksicht auf physikalische Realität den Streumechanismus als Zufallsgenerator für Größe und Richtung der Geschwindkeitsänderungen konstruieren. Für die Parallelkomponente der Geschwindigkeitänderung dvp gilt dann bei gegebener Orthogonalkompontente dvs dvp^2 + (v1-v2) dvp + dvs^2 = 0 dvp = 1/2 ((v2-v1) +-sqrt((v1-v2)^2 - 4 dvs^2 )) Da dvp stetig zu kleinen Werte bei dvs=0 sein und mit wachsendem dvs abnehmen muss, ist die Lösung mit der positiven Wurzel zu nehmen. -- Roland Franzius |
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#10
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| Anselm Busse schrieb: Ich habe sowas mal in 3D mit starren Kugeln programmiert. Das einzige Problem bestand in der gegenseitigen Durchdringung der Kugeln aufgrund von Rundungsfehlern bei der Berechnung von Ort und Zeitpunkt des nächsten Stoßes. Deshalb muss man nicht nur berechnen, wann, wo und mit welchen Geschwindigkeiten sich zwei Kugeln begegnen, sondern man muss auch prüfen, ob sich sich dabei aufeinander zu oder voneinander weg bewegen. Im zweiten Fall darf natürlich kein Stoß stattfinden. |
| Tags |
| eines , gases , idealen , simulation |
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