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#1
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| X-No-Archive: Yes begin Thread Moin! Warum ist der Himmel blau? Oder anders gefragt: Stimmt die Erklärung in <http://theory.gsi.de/~vanhees/faq/blau> eigentlich? Irgendwie erscheinen mir die freien Weglängen dort doch arg lang, um überhaupt eine anständige Streuung hinkriegen zu können. Ich hatte mal kürzlich frech behauptet, die Streuzentren seien die statistischen Dichteschwankungen der Atmosphäre und dabei die Vorstellung im Hinterkopf, daß deren charakteristische Abmessungen deutlich näher an der Wellenlänge lägen und dadurch wesentlich streuwirksamer wären als die reichlich winzigen Atome bzw. Moleküle, bloß finde ich dafür keine Belege. Aber mir ist, daß ich mal gelesen hätte, aus der Streuintensität des (blauen bzw. eigentlich violetten) Himmelslichts ließe sich die Avogadrokonstante, die in die Schwankungsgröße eingeht, abschätzen. Also, wie isses mit dem blauen Himmel über uns? Flüssige Luft dürfte grob die tausendfache Dichte von gasförmiger haben - wie stark müßte sie also Licht wellenlängenabhängig streuen? (Oder ist es mit der Rayleigh-Streuung bei der hohen Packungsdichte wieder Essig und uns spuckt die Interferenz in die Suppe? Wo ich schon grade an der FAQ rummeckere: "Das freie Computer-Algebra-System von der Uni Paderborn" war MuPAd mal in einem früheren Jahrtausend, jetzt zocken sie sogar von Studenten schon fast 100 Euronzen dafür ab. Gruß aus Bremen Ralf -- R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen: adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission gesamt hältst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie nämlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus |
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#2
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| Ralf Kusmierz schrieb: Glenn Smith meint, daß es einen Effekt bei der Reizung der Sinneszellen gibt, der uns den Himmel als Mischung von Blau und Weiß erscheinen läßt, in Wirklichkeit sei das Spektrum komplizierter. [Only registered users see links. ] Verwandtes: [Only registered users see links. ] [Only registered users see links. ] Blaue Bananen [Only registered users see links. ] Wikinger-Navigation: [Only registered users see links. ] [Only registered users see links. ] Grüße, Joachim |
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| Joachim Pimiskern <[Only registered users see links. ]> writes: Filme und Bildsensoren sind ja extra so konstruiert worden, wie das Auge aufzunehmen: Daher haben sie oft /drei/ Sensortypen und diese sollen in ihrer spektralen Empfindlichkeit den drei Sensortypen des Auges möglichst ähneln. Natürlich haben Stewe und Stein recht, wenn sie sagen, daß der Sinneseindruck auch von der Rezeptorstruktur abhängt und verschiedenes Licht durch nur drei Rezeptortypen nicht immer unterschieden werden kann. Aber andererseits ist dies weder Überraschend noch neu. ~~ Es folgen nun noch meine allgemeinen Notizen zum Farbsehen, die der eine oder andere Leser vielleicht schon kennt, der dann jetzt nicht mehr weiterlesen muß: ~~ Grundlagen des Farbsehens Das Auge hat Lichtrezeptoren, deren Empfindlichkeit von der Wellenlänge abhängt: Daher können verschiedene Farben gesehen werden. Im allgemeinen gibt es jeweils einen Rezeptortyp für »Rot«, »Grün« und »Blau«. Man kann die Farbe als eine "Wahrnehmung" oder "Empfindung" bezeichnen. Die Wellenlängen der Rezeptortypen des Auges überlappen sich, und es gibt Unregelmäßigkeit: Der Rot-Sensor spricht nochmal auf das tiefe Blau an, das deswegen als Violett erscheint. Außerdem sind viele Menschen irgendwie farbenblind, während andere noch einen vierten Typ von Zäpfchen haben. Daher ist die Farbwahrnehmung verschiedener Menschen im allgemeinen vermutlich unterschiedlich. ~~ Farbmedien In technischen Medien, die für Menschen gedacht sind, muß nicht das genaue Spektrum eines Lichts gespeichert werden, sondern nur die Rot-, Grün- bzw. Blau-Intensität, um bei einem Menschen mit durchschnittlichen Sensortypen denselben Farbeindruck wie ein Original hervorzurufen. Für Menschen mit einem abweichenden Sensortypsystem weichen Farben auf einem RGB-Monitor mehr oder weniger von den direkt gesehenen Farben ab. ~~ Vierpigment-Menschen In [Only registered users see links. ] wird beschrieben, wie Menschen mit verschiedenen Pigmentausstattungen Farben und ein Spektrum wahrnehmen: »Four-pigment females perceived significantly more bands of color than both three-pigment males and females.« ~~ Reinlichmonitor Ein neuer Monitor soll alle Wellenlängen direkt ausgeben können: [Only registered users see links. ] Allerdings wird dabei übersehen, daß Farben nicht nur aus Licht einer einzigen Wellenlänge bestehen, sondern auch aus beliebigen Mischungen von Wellenlängen verschiedener Frequenz. Daher bräuchte man einen Monitor, bei dem jeder Punkt eine ganze Energiedichte über dem Spektrum darstellen kann (oder man muß das wieder mit "Dithering" annähern). Was aber dann auch von der Software diese große Informationsmenge verlangt. Da das Auge aber nur Sensoren für drei oder vier Frequenzen hat (vereinfacht gesagt), ist ein RGB-Monitor doch schon eine gute Annäherung, so daß sich größerer Aufwand nicht unbedingt mehr lohnt. Abweichungen kommen eher dadurch zustande, daß bei der Ermittlung der RGB-Werte ein Durchschnittsauge zugrundegelegt wird, das vom Auge des Monitorbetrachters abweichen kann. Eine Verbesserung mit weniger Hardwareaufwand wäre möglich, wenn man bei jedem Menschen die Empfindlichkeit und Art seiner Sensoren ausmäße (manche Menschen haben zwei, andere vier Farbsensortypen) und dann per Software die ausgegebenen RGB-Werte so anpaßte, daß die Abweichung zur beabsichtigten Farbe unter Einbeziehung dieser Meßwerte minimiert wird. Solch eine Messung ist heute noch nicht so möglich. ~~ Farbe und Objektinterpretation Die Wahrnehmung von Farbe ist beim Menschen mit der Objekterkennung verwoben: »The participant's task was to adjust the colour of the onscreen banana until it blended exactly with the grey background. It sounds easy, but the participants couldn't do it because as they adjusted the colour, they compensated not just for the banana's actual pink pigmentation, but also for a yellowness that only existed in their mind, thus leaving the banana with a slight bluish hue.« [Only registered users see links. ] ~~ Farbe und Sprache Hier noch etwas zum Zusammenhang von Farbwahrnehmung und Sprachzentrum: [Only registered users see links. ] ~~ Test auf Farbfehlsichtigkeit Endlich einmal hat jemand andere Tafeln gemacht als die üblichen, die man sonst überall sieht. [Only registered users see links. ] Aber die sind wohl zu deutlich. Hier sehen Rot-Grün-Blinde links angeblich eine »8«: [Only registered users see links. ] Aber das ist wohl so deutlich, daß dort jeder den Farbunterschied sieht. Eigentlich suchte ich ein Bild mit zwei Farben, die für einen Rot-Grün-Blinden gleich aussehen und für einen Nicht-Rot-Grün-Blinden ungleich. So etwas fand ich aber nicht. Hier sollte man bei einem vernünftigen Monitor jeweils den Text im Quellennamen vor ».jpg« sehen sehen: http://www.rudolf-fischl.de/182.jpg http://www.rudolf-fischl.de/H5.jpg http://www.rudolf-fischl.de/CH.jpg [Only registered users see links. ] [Only registered users see links. ] [Only registered users see links. ] [Only registered users see links. ] [Only registered users see links. ] [Only registered users see links. ] [Only registered users see links. ] [Only registered users see links. ] [Only registered users see links. ] [Only registered users see links. ] Falls jemand eine Form nicht sehen sollte, wird sie hier verdeutlicht: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:47...%C3%B6sung.jpg ~~ Vergleich mit dem Geruchsystem Es gibt nicht einfach nur wenige Basisgerüche (wie bei Geschmäckern oder Farben) sondern wohl sehr viele verschiedenartige Rezeptoren für verschiedene Substanzen. Die sind auch noch bei jedem Menschen anders: [Only registered users see links. ] Sie verändernd sich im Laufe des Lebens durch Prägung möglicherweise bei jedem auf unterschiedliche Weise: [Only registered users see links. ] Da wird es schwierig, Gerüche anders zu beschreiben als durch Bezug auf ihre Quellen - was man auch bei Farben ("Elfenbein") und Geschmäckern manchmal macht. |
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#6
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| [Only registered users see links. ] (Stefan Ram) writes: Hier habe ich jetzt noch folgenden Text eingefügt: Ein Licht, das eine einzige bestimmte Frequenz hat, wird hier »reines Licht« genannt. Licht ist im allgemeinen ein Gemisch aus reinem Licht verschiedener Frequenzen. Da es im Auge nur drei Rezeptoren gibt, können viele verschiedene Mischlichte nicht unterschieden werden. Das Auge kann auch nicht unterscheiden, ob es Gelb als reines Licht oder als Mischlicht sieht. Im allgemeinen kann man die Farbwahrnehmung des Auges auch durch einen Farbtonwert, einen Farbsättigungswert und eine Helligkeit beschreiben. Der Farbsättigungswert gibt dabei die Beimischung an weißem Licht an. |
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#7
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| Stefan Ram schrieb: Interessant. Du hast auch Links rasch parat. Verwendest Du dafür eine besondere Software? Grüße, Joachim |
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#8
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| Joachim Pimiskern <[Only registered users see links. ]> writes: Ja und Nein. Ja: Ich habe diverse Entwürfe und halbfertige selbstgeschriebene Programme zur Verwaltung von Notizen und Verbindungen, wie etwa Garnoo. Außerdem arbeite ich an einem neuen System, von dem ich berichten werden, sobald es brauchbar ist. Nein: Wenn ich Verbindungen in Runden nenne, greife ich aber bisher nur selten auf meine eigenen Programm zurück, sondern oft auf Artikel, die ich in einem Ordner gespeichert habe, der nach einem passenden Stichwort benannt wurde. Nach jahrelanger Ablage von Web-Artikeln habe ich insgesamt 59063 Artikel in 9153 thematischen Ordnern abgelegt. Eine willkürliche Auswahl der alphabetisch ersten und letzten Ordner liest sich so: A¹ a little learning Aal Aberglaube Abflußreiniger ... Zweitsprache Zwergmenschen Zwiebeln Zwillingsparadoxon ¹) Hier geht es wahrscheinlich um den Buchstaben »A«. Zu diesem Thema schrieb ich vor einigen Jahren: [Only registered users see links. ] Außerdem habe ich mit folgendem angefangen: Wenn ich merke, daß ich in einer Runde etwas schreibe, das ich so ähnlich schon einmal schrieb, dann speichere ich diesen Artikel in einem »FAQ-Ordner«, der bis jetzt 63 Artikel enthält. Wenn ich dann das nächste Mal wieder etwas dazu schreiben will, kann ich diesen FAQ-Artikel überarbeiten und wiederverwenden. So geschah es hier beim Farbsehen. |
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#9
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| Ralf Kusmierz wrote: Anscheinend kann man das halten, wie man will. Vielleicht helfen die folgenden Schnipsel aus einer Diskussion auf der HASTRO-L Mailingliste ein wenig weiter: ================================================== =========================== Subject: Re: [HASTRO-L] Blue sky and scattering (was:"golden thigh") Date: Sat, 12 Apr 2003 20:09:22 +0100 From: Les Cowley <[Only registered users see links. ].UK> Reply-To: History of Astronomy Discussion Group <[Only registered users see links. ].EDU> To: [Only registered users see links. ] Stephen Tonkin <[Only registered users see links. ]> wrote Hecht "Optics 4th Edition" discusses this very point and concludes that Einstein-Smoluchowski scattering is dominant in all but the upper atmosphere where traditional Rayleigh scattering purely by air molecules is too weak to contribute much to the sky colour at ground level. Apologies if this is (partly) off topic but the reasons for the colour of the sky are widely misunderstood and misleadingly taught. Les Cowley ================================================== =========================== Subject: Re: [HASTRO-L] [Fwd: Blue sky and scattering (was:"golden thigh")] (fwd) Date: Mon, 14 Apr 2003 15:18:14 -0600 From: "Prof. E. F. Milone" <[Only registered users see links. ]> Reply-To: History of Astronomy Discussion Group <[Only registered users see links. ].EDU> To: [Only registered users see links. ] I forwarded some of the initial comments about this to Andy Young, a leading interpreter of astronomical phenomena involving atmospheric effects and here is his response. - gene milone E. F. Milone, Professor and Director, Rothney Astrophysical Observatory Department of Physics & Astronomy The University of Calgary 2500 University Dr., NW Calgary, AB T2N 1N4 Canada Telephone: 403-220-5412 Fax: 403-289-3331 email: [Only registered users see links. ] URL: [Only registered users see links. ] ---------- Forwarded message ---------- Date: Mon, 14 Apr 2003 13:37:19 -0700 (PDT) From: Andrew Young <[Only registered users see links. ].edu> To: [Only registered users see links. ] Subject: Re: [Fwd: Blue sky and scattering (was:"golden thigh")] Well, I suppose you're talking about "fluctuation scattering". But to regard Rayleigh scattering at normal atmospheric densities to be due to density fluctuations is basically equivalent to treating scattering by the individual molecules whenever the density is low enough that the ideal-gas law is applicable. The point is that if the density is so low that the positions of the molecules are uncorrelated, the two descriptions are equivalent. I think this is a perverse point of view -- particularly as Rayleigh himself concluded that most of the light from the blue sky could be accounted for by scattering from individual molecules. See my paper on the history and terminology of "Rayleigh" scattering in Physics Today 35, 42 (1982). Some of the more extreme theoretical physics types seem to delight in adopting an overly-complicated explanation for everything, which I think is just dumb. That's part of the reason why things like this are widely misunderstood: the obscurantists have had a field day with elementary physics. And you can tell them I said so. While it's true that the density fluctuations can be Fourier-analysed into sound-wave-like components, and the resulting Brillouin scattering can be observed, this is really a very small effect that is difficult to detect (as a slight distortion of the Gaussian line profile due to scattering by moving molecules). George Kattawar and I had some papers on these effects in the atmosphere back in the very early 1980s. -- Andy ================================================== =========================== Subject: Re: [HASTRO-L] Blue sky Date: Tue, 15 Apr 2003 01:52:16 +0400 From: "Michael L. Gorodetsky" <[Only registered users see links. ].MSU.RU> Reply-To: History of Astronomy Discussion Group <[Only registered users see links. ].EDU> Organization: MSU, Faculty of Physics To: [Only registered users see links. ] Dear all, there is no physical difference between scattering on uncorrelated thermodynamical fluctuations of density described by Einstein-Smoluchowsky and Rayleigh scattering on particles much smaller than wavelength. The model of Rayleigh of small scatterers in atmosphere published in 1871 is quite adequate. In both cases scatterers behave as oscillating dipoles with intensity of scattered light inversely proportional to the forth power of wavelength and squared cosine angular dependence. As the wavelength dependence was discovered by Rayleigh and it is the reason of blue color of light, the term Rayleigh scattering explaining blue sky seems quite correct. In the same way scattering in fibers on frozen at glacification point fluctuations of density is also called Rayleigh scattering though the calculations also follow E-S. -- ------------------------------------------------------------------- Thomas Schmidt e-mail: [Only registered users see links. ] |
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| blau , der , himmel , warum |
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