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#1
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| Hallo ich bin interessierter Laie was die Quantenphysik betrifft und stelle mir schon seit längerem die Frage ob eine Informationsübertragung entgegen der Zeitrichtung möglich sein kann. Vielleicht ist ein Denkfehler in meinen Überlegungen, es wäre nett wenn mich in diesem Falle jemand hier schlauer machen könnte. Wenn man etwas darüber nachdenkt, dann erkennt man, dass die Möglichkeit einer Informationsübertragung entgegen der Zeitrichtung gleichbedeutend mit der Möglichkeit ist, die Vergangenheit aus der Gegenwart heraus zu verändern. Und das entspricht ja nicht gerade dem allgemeinen Wirklichkeitsverständnis. Ich stelle mir das grundsätzliche Verfahren zur Informationsübertragung entgegen der Zeitrichtung so vor: Wir nehmen Paare von hinsichtlich zweier zueinander komplementärer Quanten-Attribute verschränkter Quanten (ein Paar pro Bit). Die Quanten müssen sich hinsichtlich beider Attribute in einer Superposition befinden. Mindestens eines der Attribute muß so zu messen sein, dass das Ergebnis der Messung eine Superposition sein kann, oder ein konkreter Wert in dem Falle, dass andere Faktoren neben der Messung eine Dekohärenz erzwingen. Was für Quanten und was für Attribute ist für die theoretische Betrachtung dabei erst einmal unerheblich und würde erst für die praktische Umsetzung interessant. Wir messen eines dieser Quanten hinsichtlich eines dieser Attribute zum Zeitpunkt des Informationsempfangs so, dass das Quant nicht gezwungen wird zu dekohärieren, jedoch so, dass klar zwischen Dekohärenz und Superposition unterschieden werden kann. Ob das Quant dekohäriert oder nicht wollen wir später zum Zeitpunkt des Sendens der Information festlegen. Zum Zeitpunkt des Versendens der Information entscheiden wir uns entweder das eine oder das andere Quantenattribut zu messen und diesmal messen wir so, dass das Quant "gezwungen" wird zu dekohärieren. Messen wir das gleiche Quantenattribut wie beim Empfang, so werden wir beim Empfang zwingend ebenfalls einen Dekohärenz bezüglich dieses Attributes gemessen haben werden. Messen wir das andere, komplementäre Attribut auf eine Art und Weise, welche das Quant "zwingt" hinsichtlich dieses Attributes zu dekohärieren so werden wir beim Empfang zwingend wegen der Unschärferelation eine Superposition hinsichtlich des komplementären Attributes gemessen haben werden. Mit der zeitlich späteren Entscheidung welches der beiden zueinander komplementären Attribute wir messen, determinieren wir das Ergebnis der zeitlich früheren Messung. Zwar nicht in dem Sinne, dass wir determinieren, welchen der möglichen Werte das Attribut bei einer Dekohärenz annimmt, aber dahingehend ob es dekohäriert oder nicht. Das wäre sicher eine ganz nützliche Sache, ich würde ja mal gerne einen richtig fetten Lotto-Jackpot knacken ;~) Aber noch interessanter finde ich das Paradoxon, das auftritt, wenn wir uns zwischen dem Empfang und dem Senden der Information dafür entscheiden, uns einfach etwas anderes zu senden als wir empfangen haben. Huch? Und nu? Kann es sein, dass die Gegenwart sich zu jedem Zeitpunkt instantan ihre notwendige Vergangenheit und Zukunft erschafft? So bestimmt wie nötig und so unbestimmt wie möglich? Ist also vielleicht die vergangene Gegenwart nicht dasselbe wie die gegenwärtige Vergangenheit? Oder machen wir durch unsere Entscheidung, uns etwas anderes zu senden als wir empfangen haben, einfach rückwirkend einen neuen Thread in einer Multi-Wirklichkeit auf, in dem wir eben doch das empfangen haben, was wir uns dann senden? Aber dabei gäbe es doch so etwas wie eine reichlich sonderbare Wirklichkeitsüberkreuzung. Und was wäre mit unserer Erinnerung? Nehmen wir an wir empfangen eine 5, senden uns dann aber eine 10. Eben noch waren wir in dem 5-Thread und schupps sind wir in den 10-Thread rübergerutscht, den wir gerade rückwirkend aufgemacht haben. Und andere Versionen von uns sind vielleicht im gleichen Moment von dem 10-Thread in den 5-Thread rübergerutscht. Und da wir durch das Senden der 10 in den rückwirkend neu aufgemachten 10-Thread gerutscht sind, erinnern wir uns plötzlich daran, dass wir uns ja auch eine 10 gesendet haben. Obwohl uns wir noch einen Augenblick vorher daran erinnert haben, dass wir uns eine 5 gesendet haben. Aber das war ja in einer anderen Wirklichkeit. Eine wirklich sonderbare Wirklichkeitsüberkreuzung. Wir würden also nach dem Senden der Information immer wieder feststellen, dass wir uns ja doch wieder genau die Information gesendet haben, die wir auch schon empfangen haben, obwohl wir uns doch so fest vorgenommen hatten uns diesmal etwas anderes zu senden :~) Wir könnten uns damit vielleicht auch irgendwann mal vor einem Meteoriteneinschlag warnen. Und so die Vergangenheit dahingehend ändern, dass wir rechtzeitig Maßnahmen zum Abwenden der Katastrophe treffen. Ich sehe vor meinem geistigen Auge einen "Tempel der Zeit" in dem die "Priesterinnen der Zeit" kurz vor dem Einschlag die Nachricht darüber ein paar Jahrhunderte in die Vergangenheit schicken und damit aus der Gegenwart heraus die Vergangenheit ändern und somit auch die Gegenwart selbst. Einige der Priesterinnen sind vielleicht nach dem Senden der Information zurück in die Vergangenheit vielleicht gar nicht mehr da (aber so richtig nicht mehr da, es hat sie nie gegeben) und dafür sind vielleicht einige neue da, die es vorher (oder sagen wir lieber, als es noch die andere Wirklichkeit war) noch nicht gab. Vielleicht sollte ich mal einen Science-Fiction schreiben ;~) |
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#2
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| Stefan Eder wrote: Man k"onnte sagen: Es gibt nur die Gegenwart. Vergangenheit ist dann das, was in der Erinnerung der Objekte, die ein Ged"achtnis haben (Gehirne, B"ucher, Schichten mit Fossilien, CDRoms, etc.), in der Gegenwart vorhanden ist, bzw. das, was wir daraus rekonstruieren. Ver"andert man alles, was Hinweise auf eine bestimmte Vergangenheit geben k"onnte, hat man diese Vergangenheit ausgel"oscht. Es hat ja schon viele solche Versuche gegeben (B"ucherverbrennungen, etc.), allerdings nicht sehr erfolgreich.... Das hat allerdings mit Superpositionen nichts zu tun. Ausser diese l"ost eine nukleare Katastrophe aus, die die ganze menschliche Kultur zerst"ort. Das hat einen Vergangeneheits-ver"andernen Effekt. Arnold Neumaier |
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#3
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| Arnold Neumaier did * * * N O T * * * write: Wie wird dann der Unterschied zwischen zwei Massepunkten im Ursprung modelliert, die sich nur in ihrer Geschwindigkeit unterscheiden? Die unitäre zeitliche Entwicklung der Quantentheorie erhält ja alle Informationen (deswegen auch die Frage, was mit Informationen passiert, die in ein Schwarzes Loch fallen). Andererseits scheint eine Messung neue Informationen zu schaffen (sonst könnten Meßwerte aus dem Zustand berechnet werden) - Das ist eben wieder das Meßproblem. Falls die Welt ein Informationsspeicher konstanter Größe ist, und neue Information entsteht, dann muß auch irgendwelche alte Information verloren gehen. Oder die neue Information ist nur eine besonders trickreiche Darstellung alter Information, die wir noch nicht verstanden haben. Es wäre ja schon einmal ein Anfang, irgendeine heute hergestellte Tonscherbe oder einen Knochen so zu präparieren, daß alle Archäologen diese für sehr alt halten. |
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#4
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| Stefan Eder schrieb: Da hast Du Recht. Die Quantenphysik kann (jedenfalls solange es die elektromagnetische Wechselwirkung angeht) keine Zeitrichtung definieren. Da wir aber wissen, dass man die Vergangenheit nicht verändern kann, kann das eben noch nicht die ganze Wahrheit sein. Immerhin wissen wir von der schwachen Wechselwirkung, dass sie die Zeitsymmetrie bricht. Was das aber immer bedeuten mag, wissen wir auch noch nicht so richtig. Jedenfalls kannst Du aus der Theorie der elektromagnetischen Wechselwirkung (Doppelspaltexperiment etc.) keine Auskunft über dieses Thema erhoffen. Und der ganze Kram mit der "Quantenteleportation" ist einfach Quatsch, auch wenn manche das für 'ne gute Marketingmethode halten (Das sind aber alles Leute, die noch nie mit einem Markt zutun hatten.). Also, summa summarum, unsere alltägliche Erfahrung sagt uns, das eine Beeinflussung der Vergangenheit unmöglich ist, die Quantenelektrodynamik sagt schlicht gar nichts zu diesem Thema, und folglich sollten wir uns wohl lieber an unsere Alltagserfahrung halten. Grüsse, Volker |
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#5
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| "Stefan Eder" <[Only registered users see links. ]> schrieb Nach Standard-QM unmöglich. festlegen. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder, du weißt, wovon du sprichst (dann müsstest du aber mehr sein als ein interessierter Laie, und Formeln dazu hinschreiben können), oder du weißt es nicht, und hast lediglich populärwissenschaftliche Artikel zu Quantenteleportation oder delayed choice oder so gelesen. Im ersten Fall schreib Formeln dazu auf, ich will was zum Zerflücken haben. Im zweiten Fall kann ich dir nur sagen, es ist Quatsch. Aber nicht deine Schuld, die Leute, die sowas wie Quantenteleportation populärwissenschaftlich beschreiben wollen haben einfach eine extrem schwere Aufgabe, und haben sie nicht besonders gut gelöst. Wobei das halt wirklich extrem schwer ist, und ich es auch nicht besser kann. Ilja |
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#6
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| Stefan Ram wrote: Die Momentangeschwindigkeit eines Objekts ist eine Eigenschaft der Gegenwart. Sie gibt (grob gesaagt) an, wie verschieden die vergangnene Position des Objekts (im Ged"achtnis rekonstuiert) von der augenblicklichen Position ist. Dass ich in meiner Formulierung den konjunktiv benutzt habe, war Absicht. nat"urlich f"ahrt man viel besser, wenn man wie gew"ohnlich annimmt, es g"abe Vergangenheit und Zukunft wirklich. Aber formal gesehen k"onnte man darauf verzichten. Jede deterministische Differentialgleichung enth"alt die gesamte Vergangenheit und Zukunft in der Anfangsbedingung = Gegenwart. Eine Messung bringt Information vom gemessenen Objekt in deas Messger"at. Das kombinierte System Objekt+Messger"at erh"alt keine neue Information. Lokal ensteht neue Information durch Einstellung eines lokalen Gleichgewichts, und gleichzeitig geht Information verloren dadurch, dass ein Teil des Geschehens in immer hochfrequentere und damit unbeobachtbarere Bewegung verlagert wird. Das nennt sich Dissipation. Der hochfrequente Anteil wird dann nur noch pauschal als W"arme wahrgenommen. Arnold Neumaier |
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#7
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| Volker Meyer schrieb: Ja wissen wir das denn wirklich? Ich kennen keinen, der einen Freund hat, dessen Schwager schon mal in der Vergangenheit war und nachgeguckt hat, ob da noch alles so ist, wie es war, als die Vergangenheit noch Gegenwart war. ;~) Vor ein paar hundert Jahren, war es für die Alltagserfahrung auch noch vollkommen ok anzunehmen, dass die Erde eine Scheibe ist. Grüsse, Stefan |
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#8
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| Ilja Schmelzer wrote: Ich bin nur interessierter Laie und habe unter anderem Populärwissenschaftliche Artikel gelesen. Aber auf die Idee mit der Informationsübertragung entgegen der Zeitrichtung kam ich, nachdem ich eine Promotionsarbeit im Internet gelesen hatte: [Only registered users see links. ] Ok die Formeln habe ich ausgeblendet, ich habe mir bisher nicht die notwendige Mathematik angeeignet. Verprügelt mich jetzt nicht, in der oben angegebenen Doktorarbeit hat es mir insbesondere das Experiment mit verzögerter Entscheidung angetan. Ich denke ich habe schon auf einer qualitativen, wenn auch nicht auf einer quantitativen, Ebene einiges von der QM verstanden. Anscheinend aber noch nicht genug und deswegen würde es mich ja so sehr interessieren, warum das mit der Informationsübertragung entgegen der Zeitrichtung nicht funktionieren kann. Das würde mein Verständnis der QM sicher verbessern. Kannst Du mir vielleicht in einfachen Worten sagen, worin mein Denkfehler besteht? So wir ich mir das vorstelle würden wir eine Art "aufgebohrten" EPR-Effekt verwenden. Worin besteht denn der prinzipielle Unterschied darin, einen EPR-Effekt dazu zu verwenden, eine Information "nur" instantan über beliebige Entfernungen zu übertragen, oder gleich entgegen der Zeitrichtung? Naja die Frage kann ich mir vielleicht selber beantworten. Ich habe in der Schule zur Allgemeinen Relativitätstheorie gelernt, dass es zu jedem Punkt in der Raumzeit zwei vierdimensionale Kegel in der Raumzeit gibt, die dessen Ereignishorizont beschreiben und deren Spitzen in dem Punkt selber liegen. Der eine Kegel beschreibt den Bereich der Raumzeit, in dem auf den Punkt eingewirkt werden kann, der andere beschreibt den Bereich der Raumzeit auf den der Punkt einwirken kann. Bei einer Standardanwendung des EPR-Effektes liegt zwar der Punkt des Empfangs nicht in dem Kegel der Raumzeit, auf den der Punkt des Versendens im Rahmen der allgemeinen Relativitätstheorie einwirken kann, weswegen der EPR-Effekt ja früpher auch EPR-Paradoxon hieß, bevor er zum Beispiel dazu verwendet wurde Daten über einen sicheren Kanal zu versenden, aber der Punkt des Empfangs liegt zumindest auch nicht in dem Raumzeitkegel, der auf den Punkt des Versendens im Rahmen der allgemeinen Relativitätstheorie einwirken kann und das wäre bei der Anwendung zur Imformationsübertragung entgegen der Zeitrichtung ja der Fall. Meinst Du ich kann nur verstehen, warum eine Informationsübertragung entgegen der Zeitrichtung prinzipiell unmöglich ist, wenn ich die notwendige Mathematik zur Quantenmechanik lerne? Ich bin leider recht gut mit anderen Dingen beschäftigt und das lerne sich sicher nicht an einem Nachmittag ;~) Auf der anderen Seite fasziniert mich die QM schon ganz außerordentlich. Hast Du denn ungefähr verstehen können, wie ich mir das mit der Informationsübertragung entgegen der Zeitrichtung vorstelle? Auch wenn ich ein Laie bin und mich auch so ausdrücke, mir erscheint mein Gedankengang schlüssig. Gruss, Stefan |
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#9
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| Stefan Eder wrote: Auch wissenschaftler können Fehler machen. Sie können in Religionen fallen und Blödsinn reden. Anton Zeilinger behauptet schon seit langem, dass bei Verschränkung Information instantan, oder mehr noch- in die Vergangenheit übertragen werde. Dies ist unsinn! spätestens beim delayed choice Experiment verletzt diese Interpretation hochgradig die SRT. Das delayed choice Experiment ist vielmehr ein beleg für die Problematik der Bohr'schen behauptung, dass Messapparat und Quantensystem eine Einheit bilden. Leider wird das von Zeilingers Leuten nicht erkannt. Im Modell des Wellenfunktionskollaps würde das Delayed Choice Experiment nämlich bedeuten, dass der Kollaps der Wellenfunktion zu späterem Zeitpunkt den Kollaps zu früherem Zeitpunkt bestimmt. War im originalen EPR Experiment nur ein System dessen Werte zu einem gleichzeitigen Zeitpunkt mit einem anderen Korreliert sind, handelt es sich beim delayed Choice Experiment um ein System in der Zukunft, das mit einem aus der Vergangenheit korreliert ist. Dies verstärkt nur die Folgerung von Einstein, den korrellierten Systemen komme eine unabhängige Realität zu. Ich kann nur empfehlen, das originale Einstein Papier zu lesen, das hier herunterladbar ist. Einstein schreibt einfach, klar und korrekt: [Only registered users see links. ] Einstein meinte, dass die Korrelationen getrennter Systeme eine Theorie verborgener Variablen erzwingen würden und der Gesamtzustand der QM nicht die gesamte Realität wiedergeben würde. Bohr antwortete ihm, dass man aber ein Quantensystem und den Messapparat insgesamt niemals als getrennt auffassen dürfe und die Messergebnisse aufgrund der "very influence" korreliert seien. Wissenschaftlich ist seine Antwort mehr als Schwammig gewesen. "very influence" ist kein wissenschaftliches Argument. Das Problem von Einstein macht das delayed choice Experiment nur noch schlimmer. Denn es besagte, nähme man Bohr ernst, (und die Leute um Zeilinger tun das leider) tatsächlich einen "very influence" in die Vergangenheit! Und das geht natürlich nicht. Bohrs Antwort an Albert Einstein ist auch in obigem Link. Da sie merkwürdig ist, hat Einsteins Papier bis jetzt mehr als 500 Zitate, Bohrs seltsame reply aber nur 80! Der Grund, warum Einsteins begründete Schwierigkeit mit der Vollstaendigkeit der QM immer wieder falsch verstanden und unter den Tisch gekehrt wird, ist, dass ein Herr, namens John Bell ein no-go Theorem beweisen konnte. Es besagt, dass die QM nicht durch deterministische Theorien erklärt werden kann, bei denen die Teilcheneigenschaften etwa eines Photonenpaares, während des Fluges durch die Apparatur feststehen! und keine Information mit Überlichtgeschwindigkeit übertragen wird. Bell schrieb leider im Original, das auch in obigem Link ist, fälschlich, dass es keine Theorie verborgener Variablen geben könne, ohne Überlichtgeschwindigkeiten zu akzeptieren. Erst in späteren Versionen taucht der Zusatz "keine *deterministischen*! Theorien!" auf. Kaum einer weiss, dass ein Mathematiker namens Edward Nelson zeigen konnte, dass das Bellsche Theorem durch Theorien verborgener Parameter die (nebenbei durch oft in der Natur findbare) stochastische Prozesse beeinflusst werden, mühelos reproduziert werden kann (ohne jede überlichtgeschwindigkeit). So begnügen sich viele Physiker mit unwissenheit und schwammigen Begriffen. Das kann man auch an der von dir zitierten Doktorarbeit aus dem Hause Zeilinger sehen. wenn es zu delayed choice Experimenten kommt, wird dann plötzlich Bohr zitiert, ohne jede Formel und Konzept und es wird etwas von "very influence" hilflos paraphrasiert. Das Nelsonsche Theorem findet sich als Talk, bei dem auch John Bell beiwohnte (deshalb seine dezente Meinungsänderung! in späteren Arbeiten) in Und als peer reviewter Beitrag in: Um das zu verstehen braucht man allerdings Stochastik und Maßtheorie. Leider höhrt das kein Physiker, und so werden die Leute um Anton Zeilinger weiterhin behaupten, es gäbe mit Bohr einen "very influence" von Systemen in der Zukunft in die Vergangenheit hinein. Das ist halt einfacher, als mit Ballentine (Rev. Mod. Phys. 42, 358–381 (1970), [Only registered users see links. ] ) schreiben zu müssen, die QM beschreibe keine Einzelsysteme sondern nur Ensembles gleichartig präparierter Systeme, die sich im einzelnen nach einem stochastischen Prozess verhalten. Auch das Schrödingersche Katzenexperiment erklärt sich so relativ zwanglos. Die QM beschreibt nicht eine Katze die Tot und Lebendig zugleich ist, sondern die QM beschreibt ein ganzes Ensemble von Katzen deren einzelnes Verhalten stochastisch ist, woraus sich eine Wahrscheinlichkeit ergibt, bei Öffnung eines Kastens aus dem Ensemble eine tote, oder eine lebendige Katze zu erhalten! Die Wahrscheinlichkeit wird eine Superposition beider Möglichkeiten. Ebenso ist ein delayed choice Experiment nur eine statistische Korrelation von Ereignissen die früher und später geschehen. Auch wenn die US Marine damals gleiche ein Patent gekauft hat, man kann mit EPR nicht mit Überlichtgeschwindigkeit Information übertragen. In die Vergangenheit schon gar nicht. Auch wenn Zeilinger das gerne möchte, weil solche Behauptungen seiner Arbeitsgruppe Geld einbringen! |
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#10
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| Stefan Eder schrieb: Die Erde _ist_ in erster Näherung flach. Natürlich wussten alle seefahrenden Völker schon immer, dass das nicht stimmt, darunter auch die alten Griechen. Auf See kann man bei klarer Sicht nämlich sehr gut beobachten, wie etwas am Horizont auftaucht. Und in Kiel kannst Du schon einen Eindruck von dem bekommen, was in Sankt Petersburg die "weissen Nächte" heisst: es wird um die Sommersonnenwende im Norden nicht richtig dunkel. Auch hat Kolumbus seinerzeit nicht so grosse Schwierigkeiten gehabt, Unterstützung für seine Expedition zu finden, weil die Leute glaubten, er würde über den Rand fallen, sondern weil in gebildeten Kreisen allgemein bekannt war, dass die Erde deutlich grösser ist, als er ausgerechnet hatte. Wenn er nicht das Glück gehabt hätte, dass Amerika in seinem Weg lag, wären er und seine ganzen Besatzungen elendlich verhungert oder verdurstet. Sie waren schon ziemlich am Ende, als sie in Amerika ankamen. Aber zurück zum Thema: Dein eigener Beitrag zeigt sehr deutlich, warum diese ganze Quantenteleportationsgeschichte Mist ist, genauer gesagt Volksverdummung und nicht eine gute Marketingmethode für die Physik. Schon bei der ganzen Aufregung um die Bell'sche Ungleichung habe ich mich gefragt, was das Ganze soll, wo doch jedem, der ein bisschen Kenntnis von der Quantenphysik hat, klar sein sollte, dass eine Bestätigung des EPR-Paradoxons unweigerlich einen Sturz der gesamten Quantenphysik bedeuten würde, und auch damals war sie schon vielzu erfolgreich dafür. Natürlich ist das Ergebnis wie erwartet ausgefallen. Das ist auch kein Wunder. Dafür braucht man nämlich noch nicht einmal Quantenphysik, man kann die entsprechenden Ergebnisse ebensogut rein klassisch (Maxwell) ausrechnen. Diese Versuche werden nämlich stets mit Photonen ausgeführt und nicht etwa mit Elektronen, daher genügt schon die gute alte Theorie des elektromagnetischen Feldes, um die Ergebnisse vorherzusagen. Ich habe indes keine Zweifel, dass es mit Elektronen auch gehen würde, aber dafür braucht man dann Quantenphysik :-). Was ist jetzt also mit der Quantenteleportation? Das ist im Grunde genau das gleiche Ding. Aber noch ein bisschen übler. Man fängt damit an, das elektromagnetische Feld im Teichenbild zu betrachten, was aus meiner Sicht der Dinge ein wenig unnatürlich ist (zugegeben, ich bin da etwas voreingenommen, aber es soll ja doch jeder nach seiner Fasson selig werden). Dann fügt man die falsche Vorrausetzung hinzu, dass Spinkomponenten separabel wären. Dann macht man ein Experiment und stellt fest, dass, hokuspokus, Spinkomponenten nicht separabel sind. Und das erklärt man dann als Quantenteleportation. Ich halte das für unlauter. Grüsse, Volker |
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| der , entgegen , informationsübertragung , quantenphysik , zeitrichtung |
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