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#1
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| Hallo Ng seit einiger Zeit beschäftigt mich eine ziemlich schräge Idee, welche ich hier mal zur Diskussion stellen möchte: Der kartesische Raum hat drei Längenkoordinaten der Einheit z.B. Meter. Die Zeit hat eine Dimension der Einheit Sekunde. Die Gültigkeit der Relativitätstheorie legt den Schluß nahe, daß sich die beobachtete Welt (der physikalische Raum) durch eine vierdimensionale Raumzeit beschreiben ließe, welche vier Dimensionen von Typ Raumzeit und Einheiten vom Typ Lichtsekunde hat. Der kartesische Raum ist die lokale Beobachtung dieser Raumzeit, d.h. er stellt eine Projektion der Raumzeit in die Beobachtungswelt des Beobachters dar. da Geometrie aber im weitesten Sinne auf Längen beruht, welches Maße des lokalen Beobachters sind, kann man schließen, daß die Raumzeit selbst geometrielos ist. Sie hat Einheiten, welche sich Intervalle nennen. Dies ergibt auch eine Art Geometrie, nur basiert sie nicht auf Längen. Wenn man sich fragt, auf welche Weisen denn nun die oben genannte Projektion erfolgt, so kann man sagen, daß diese durch Vergleich von Zuständen erfolgt, welche sich im weitesten Sinne auf der Ausbreitung von elektromagnetischen Wellen ergeben. Man kann sagen, daß der beobachtete leere Raum 'features' hat, sich also nicht (nur) als neutraler Hintergrund darstellt. Die Hinweise dafür, das der beobachtete physikalische Raum mehr Eigenschaften hat als einfach nur leer zu sein, ergeben sich z.B. aus dem Ausbreitungsverhalten des Lichtes. Argument: da Licht von fernsten Sternen zu uns dringt, müßen Lichtquanten offensichtlich leeren Raum passieren können. Licht ist aber auch eine Welle des em-Feldes. Daraus meine ich schließen zu können, daß leerer Raum zumindest die Eigenschaft haben muß, über ein em-Feld zu verfügen. Man könnte nun die Schrödinger Gleichungen in ihrem logischen Gehalt sozusagen umkehren und nicht das Feld im Raume beschreiben sondern "den Raum im Feld". Das soll heißen, daß man aus dem Verhalten des em-Feldes Längen ableiten kann (könnte), welche die Geometrie konstituieren und die oben genannte Projektion liefern. any comments? Thomas Heger |
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#2
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| Thomas Heger schrieb: Das ist in der Tat aus mathematischer Sicht zum Teil richtig, wird aber durch die übliche physikalische Darstellung der Maxwellschen Theorie verdeckt. Jede differenzierbare n-dimensionale Mannigfaltigkeit muss gedacht werden als schon im Definitonsrahmen versehen mit der natürlichen Struktur von allen Integraltypen in den Dimensionen der Unterräume 0-n und dem zugehörigen Differentialkalkül. Die natürlichen Klassen von lokalen Feldobjekten, in denen sich die Analysis bewegt, sind die Funktionen, die Vektorfelder, die vollständig antisymmetrischen Tensorfelder der Stufen 2..n. Die Maxwellgleichungen beschreiben diejenigen Tensorfelder 2.ter Stufe, nämlich E und B, die Ableitungen eines Vektorfeldes (Phi,A) sind und für die die Ableitung des dualen (Vertauschung von E und B) Tensorfeldes die generierenden Ladungs- und Stromfelder beschreiben. Man kann das statt mit Funktionen zu starten auch für Matrixfunktion machen und erhält dann zB Yang-Mills-Felder und die ART. Das ist die Standardtheorie von Bündeln über Mannigfaltigkeiten. -- Roland Franzius |
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#3
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| Thomas Heger schrieb: Ich würde es anders sehen: Auch die nichtrelativistische Physik hindert Dich nicht daran, Raum und Zeit zu einer vierdimensionalen Mannigfaltigkeit zusammenzufassen. Die Frage ist nur, welche Struktur diese Mannigfaltigkeit haben muß, um die Beobachtungen optimal beschreiben zu können. Die Minkowski-Mannigfaltigkeit hat den großen Vorteil, z.B. die Invarianz der Lichtgeschwindigkeit oder Effekte wie Zeitdilatation und Längenkontraktion korrekt wiederzugeben. Wieso "geometrielos"? Seit wann hängt Geometrie von irgendwelchen Maßeinheiten ab? Es sind gerade die Intervalle zwischen den Punkten der Raumzeit, die ihre Geometrie bestimmen (man nennt das Metrik). Ich verstehe nicht, was Du meinst. Wenn Du auf die häufige Verwendung von Lichtsignalen in der Relativitätstheorie anspielst: Das ist nunmal eine sehr zweckmäßige Methode, die Raumzeit zu vermessen. Ich verstehe nicht, was daran eine "Eigenschaft des Raumes" sein soll. Die Raumzeit hat eine Geometrie, und die bestimmt u.a., wie Lichtstrahlen verlaufen. Mir wird immer unverständlicher, was Du meinst. MfG, Jürgen |
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#4
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| Thomas Heger <[Only registered users see links. ]> wrote: Nein. Es ist nicht er Raum kartesisch, sondern nur die beliebteste Art Koordinatensysteme, die man darin benutzt. Der Ortsraum der vor-relativistischen Physik ist vielmehr _euklidisch_, hat also ein Abstandsmass, bei dem der Satz von Pythagoras gilt. .... das ist pure Konvention. Es hindert einen nichts daran, auch Newton'sche Mechanik in "natuerlichen" Einheiten, und z.B. Zeiten in Metern Lichtlaufstrecke zu messen --- es ist nur reichlich ungewohnt, und erfordert sicheren Umgang mit grossen Zehnerpotenzen. Das selbe kann man auch in der Newton'schen Mechanik tun. Macht man aber eher selten, weil Zeit und Ort dort keine innere Verbindung aufweisen. Man trifft allerdings gelegentlich doch auf die Schreibweise, Ort und Zeit eines Ereignisses zu einem Paar zusammenzufassen: (t, \vec{x}). Von da zu einem 4-dimensionalen Raum der Newtonschen Mechanik ist aus mathematischer Sicht fast kein Unterschied mehr. Nein. Der euklidische Raum Newtons ist (naeherungsweise) ein Schnitt durch die Minkowski-Raumzeit, der aber nicht "lokal", sondern anhand eines festen Zeitpunkts erfolgt, aber prinzipiell unendlich weit in den Raum hinaus gefuehrt wird. Im Bild des Papierstapels entspricht er dem Teilen des Stapels an einer bestimmten Seite. Nein, kann man nicht. Sie hat sehr wohl Geometrie, nur ist die eben nicht euklidisch. Das ist die Minkowski-Geometrie (oder, wenn man es bis zur ART weiterverfolgt, die Riemannsche). Einheiten *sind* Geometrie. Geometrie ist genau die Lehre davon, wie man mit solchen Mass-Einheiten in einem Raum arbeitet, und was man dabei so alles rauskriegen kann. Muss er nicht, denn _wirklich_ leerer Raum wuerde auch keine EM- oder sonstigen Felder tragen, und auch keine Photonen. Nur ist das, was die Astronomen, Kosmologen und Vakuum-Techniker "leerer Raum" nennen, eben nicht wirklich leer. Das Nichts existiert nicht. -- Hans-Bernhard Broeker ([Only registered users see links. ]-aachen.de) Even if all the snow were burnt, ashes would remain. |
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#5
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| Es schrieb Hans-Bernhard Broeker: Intervalle sind Winkel, Verhältnisse, denn sonst hat man nichts. Leider, was denn sonst, 3-Ecke sind ähnlich solange die Winkel stimmen, beliebig skalierbar in Gottes Algebra... Richtig, es gibt kein Intervall, nirgendwo, und erst recht keine Maßeinheiten. "Die Natur" bevorzugt, offenbar, uns zur Zeit (noch), nicht skalierbar zu scheinen oder zu sein... fG -- |
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#6
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| "Jürgen Clade" <[Only registered users see links. ].de> schrieb im Newsbeitrag news:[Only registered users see links. ]... Der Nachteil am Begriff 'Raum' ist, daß er (kommentarlos) für unterschiedliche Dinge benutzt wird. Ich möchte etwas sagen über den Zwischenraum zwischen den Sternen, den physikalischen Raum. Eine Punktmannigfaltikeit ist ein mathematischer Begriff, auch Raum genannt. Da der physikalische Raum imho die Eigenschaft hat, ein em-Feld zu beherbergen und die differenzierbare Punktmannigfaltigkeit (anscheinend) keinen rechten Ansatz für dessen Erklärung bietet, ist der mathematische Raum (anscheinend) kein hinreichendes Modell des physikalischen Raumes. Dazu kommt die Frage, wie 'Länge' -mithin die Grundlage der Geometrie- sich mit Begriffen der Raumzeit darstellen läßt. Anscheinend nicht, da die Raumzeit wohl eine differenzierbare Punktmannigfalt darstellt, aber der Begriff Länge dort gar nicht sinnvoll definierbar ist, da Raumzeit Einheiten vom Typ Intervall hat. Man kann wohl Intervalle als Äquivalent zu Distanzen ansehen und so eine Geometrie der Raumzeit aufbauen, das ist auch sinnvoll, aber es ist eben nur ein Äquivalent. Geht man von der Gültigkeit der ART aus, so muß man der Raumzeit wohl eine fundamentalere Bedeutung zusprechen als der lokalen Beobachtung. Der Weg dazu ist, einen Mechanismus zu finden, auf dem die 'Projektion' der Raumzeitbetrachtung in die der euklidischen Geometrie übergeht. Mein Vorschlag dazu war, die Eigenschaften des EM-Feldes zu nehmen und davon den Längenbegriff abzuleiten. Die Idee dahinter zu verstehen, ist nicht ganz einfach, da es u.a. dem intuitiven Weltverständnis widerspricht. Dieses geht nämlich von der Fundamentalität des lokalen Raumbegriffes aus. Diese Vorstellung ist aber, wie oben gesagt, falsch. Sie geht so: Längen kann man am besten durch Laufzeiten des Lichtes definieren. Längendifferenzen (Abstände) werden ermittelt durch Vergleich zweier Zustände. Nimmt man ein (unbekannt strukturiertes ) Etwas namens Raumzeit und sagt, daß die lokale Beobachtung sich davon ableitet, so kann man aus den Beobachtungen auf die Struktur der Raumzeit schließen. Man kann z.B. annehmen, ein Teil davon zu sein. Da es Gravitation gibt, muß die Raumzeit auf irgend einem Wege in der Lage sein, krümmbar zu sein. Außerdem sollte nicht nur der beobachtete Raum sondern auch die Raumzeit irgendwie mit dem em-Feld verknüpft werden. Der einfachste Weg ist imho, die o.g. Projektion so aufzufassen, daß die Ortsdifferenzen und die Distanzen durch Laufzeitunterschiede auf dem em-Feld 'entstehen' (soll heißen: das EM-Feld liegt der Raumzeit zugrunde oder ist mit ihr identisch, d.h. der Raum breitet sich im Feld aus und nicht das Feld im Raum). Damit kann man die längen- und damit geometrielose Raumzeit in die geometrische Welt der lokalen Betrachtung projizieren. Mit 'Geometrielos ' meine ich, daß man etwa einen Kreis durch Punkte gleichen Abstands zu einem Mittelpunkt definiert. Da Raumzeit kein Längenmaß hat, kann man dort auch keinen Kreis definieren, mithin kann man sie 'geometrielos' nennen, was sicher etwas polemisch ist. Wie gesagt, es ist eine ziemlich 'schräge' Idee und ich wollte sie auch nur mal zur Diskussion stellen. Viele grüße Thomas Heger |
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#7
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| Heger macht sich Gedanken: Wenn man die Raumzeit letztendlich irgendwann wirklich versteht dann hat man vermutlich eine allgemeine Theorie die ART und QT beinhaltet. Die Felder werden derzeit über Parameter wie Ort,Zeit usw. definiert. Wenn Sie sie aber als Erzeuger der Raumzeit sehen dann haben sie eine Art Selbstbezüglichkeit (netter Gedanke). Letztendlich läuft es wohl darauf hinaus ein Gesamtbild für die QT zu finden. Hat man das dann löst sich alles in wohlgefallen auf und die Fragmente die man derzeit hat fügen sich zu einem zusammen. K.R. |
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#8
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| "Hans-Bernhard Broeker" <[Only registered users see links. ]-aachen.de> schrieb im Newsbeitrag news:[Only registered users see links. ]... Sorry, ich meinte natürlich euklidisch Ich wollte nur den Unterschied in der Art der Dimensionen betonen. Mit lokalem Raum meine ich die Interpretation (der Raumzeit) durch den lokalen Beobachter. Da dieser den Raum als einen von drei Längeneinheiten auffasst und dazu Zeit definiert, entsteht eine Betrachtung, welche nicht raumzeitlich ist, sondern eben euklidisch. Damit benötig er aber Licht, um den Zusammenhang zwischen Länge und Zeit herzustellen. Da Licht damit in die Definition der Raumzeit eingeht, begibt man sich der Möglichkeit etwas über die Natur des Lichtes zu sagen. Mein Gedanke war, diese Voraussetzung fallen zu lassen und Raumzeit als etwas von unbekannter Struktur aufzufassen, wovon man weiß, daß der lokale Beobachter es als euklidischen Raum wahrnimmt. Es besteht ein Unterschied zwischen einem Modell und dem modellierten. Dass einem ein mathematisches Modell die Möglichkeit gibt, dort Geometrie zu betreiben liegt daran, daß ein Modell eine Größe implizit in Distanzen transponiert. Geometrie in der Natur setzt Längen voraus und diese sind eben nicht die Dimensionen der Raumzeit, sondern dies sind die Interpretation des lokalen Beobachters. Die Frage ist, ob dies so stimmt. Ich glaube, es stimmt nicht. Denn dann müßte ein Photon sein EM-Feld sozusagen mitführen, was mir unlogisch erscheint und auch sicher Probleme bereitet, das Ausbreitungsverhalten der Felder zu erklären. Thomas Heger |
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#9
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| Am Wed, 11 Oct 2006 01:14:40 +0200 schrieb Thomas Heger: Gibt es irgendeinen triftigen Grund warum der Raum ausgerechnet dreidimensional ist, und die Krümmung 0 hat? Wenn man auf einer Kugel lebt ist es recht originell ausgerechnet einen euklidschen nicht gekrümmten Raum zu postulieren. Würdest du sagen: Die Geometrie des Raumes muss auf jeden fall sphärisch sein, könnte ich dich ja noch verstehen. -- Mit freundlichen Grüssen Peter Nießen |
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#10
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| * Thomas Heger schreibt unter anderem Das geht nicht. Die Maxwellgleichungen sind invariant unter der zur Streckung x --> e^lambda x . gehörigen Transformation E --> E' , E'(x)= e^(-2 lambda) E(e^(-lambda) x) B --> B' , B'(x)= e^(-2 lambda) B(e^(-lambda) x) j --> j' , j'(x)= e^(-3 lambda) j(e^(-lambda) x) rho --> rho' , rho'(x)= e^(-3 lambda) rho(e^(-lambda) x) Wenn Du also mit Eigenschaften der elektromagnetischen Felder eine Länge abgeleitet hättest, hättest Du auch jedes Vielfache der Länge abgeleitet. Daß es stabile Wasserstoffatome von einer Länge, nicht aber von einer anderen Länge gibt, kann nicht auf Eigenschaften der elektromagnetischen Felder beruhen. Ebensowenig erklären elektromagnetische Felder, warum es Elektronen nur mit einer Ladung und nicht mit pi-facher Ladung gibt. -- Aberglaube bringt Unglück [Only registered users see links. ] |
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| geometrie , ohne , raum |
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