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#1
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| Philipp Wehrli wrote: Der Grund ist einfach, daß die Entdecker der Quantentheorie weniger präsent sind als Einstein. Frag' mal auf der Straße, wer Born, Heisenberg, Schrödinger, Dirac et al wohl waren. Einstein kennt jeder, wenn auch nicht seine Physik, aber die anderen genannten Personen? -- Hendrik van Hees Texas A&M University Phone: +1 979/845-1411 Cyclotron Institute, MS-3366 Fax: +1 979/845-1899 College Station, TX 77843-3366 [Only registered users see links. ] mailto:[Only registered users see links. ].edu |
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| Hendrik van Hees schrieb: Aber auch das finde ich seltsam. Die Quantentheorie hat unseren Alltag doch viel stärker verändert als die Relativitätstheorie (Laser, Transistoren und die gesamte Mikroelektronik, Mikrobiologie inkl. Gentechnologie, Kernspaltung, moderne Chemie wären doch alle undenkbar ohne Quantentheorie). Mir ist das ein bisschen unheimlich, dass praktisch niemand weiss, welche Leute und Taten die Welt wirklich verändert haben. |
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#3
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| Benno schreibt: Die Relativitätstheorie war zu einem die erste große Revolution die dem breiten Publikum bekannt wurde und sie wurde mehr oder weniger von einer Person entwickelt. Die Quantentheorie im Gegensatz dazu entstand halt im Wesentlichen erst nachher und hatte viele Väter (wenn auch Planck die Geburtsstunde einleutete). Wäre die QT an eine Person gebunden so würde sie vielleicht auch den Stellenwert in der Öffentlichkeit haben wie die RT denn sie ist mindestens ebenso interessant und die Konsequenzen und Effekte sind im selben Maße gegen den Alltagsverstand wie die der RT. K.R. |
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| Hendrik van Hees <[Only registered users see links. ].edu> writes: Es dürfte auch damit zu tun haben, daß Heisenberg und Schrödinger im Vergleich zu Einstein von den Nationalsozialisten deutlich besser behandelt wurden. Nicht gerade wenige der "Argumente" die man auch hier so liest findet man schon in entsprechenden Schriften aus den Dreißigern und Vierzigern. -- Space - The final frontier |
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#5
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| Am Wed, 15 Feb 2006 21:08:53 +0100 schrieb Oliver Jennrich: Nein, Einstein wurde schon 1919 zu einem echten Popstar. Ich würde als Hauptgrund sehen, dass die Relativitätstheorie auch in einen ganz extremen gesellschaftlichen Umbruch hinein platzte und diesen durchaus auch philosophisch stützte und stärkte. Das Ende des 1. Weltkriegs markierte auch das Ende einer Epoche, die zum Ende hin völlig erstarrt war und keinerlei gesellschaftliche Bewegungen mehr ermöglichte. Die russische Oktoberrevolution zeigte eine Richtung des Aufbruchs auf, die demokratischen und republikanischen Bewegungen in vielen anderen Staaten ebenfalls, und so war sogar schon ohne Einsteins Theorie "alles relativ" geworden. Die RT passte da hinein wie der letzte Puzzlestein ins 1000er Puzzle. Dass Einstein dann später von nden nazis derart angefeindet wurde, lag gar nicht so sehr daran, dass er Jude war. Es lag daran, dass die RT eben auch für diesen gesellschaftlichen Aufbruch stand. Tom Berger -- ArchTools: Architektur-Werkzeuge für AutoCAD (TM) ArchDIM - Architekturbemaßung und Höhenkoten ArchAREA - Flächenermittlung und Raumbuch nach DIN 277 Info und Demo unter [Only registered users see links. ] |
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| Am Wed, 15 Feb 2006 23:56:39 +0100 schrieb Homo Lykos: Das war auch gar nicht nötig - da hatte sich der "Relativismus" nämlich schon längst von seinen Wurzeln in der Physik gelöst. "Relativismus", das stand für alles, was die Nazis bis aufs Blut reizte ... Tom Berger -- ArchTools: Architektur-Werkzeuge für AutoCAD (TM) ArchDIM - Architekturbemaßung und Höhenkoten ArchAREA - Flächenermittlung und Raumbuch nach DIN 277 Info und Demo unter [Only registered users see links. ] |
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| Oliver Jennrich wrote: Heisenberg ging's nach ein paar Schwierigkeiten ja noch ganz gut, nachdem seine Mama bei Himmler senior interveniert hat. Aber daß man Schrödinger besser behandelt hätte als Einstein kann man ja wirklich nicht behaupten, vgl. z.B. [Only registered users see links. ] Einstein war schlau genug, rechtzeitig in den USA zu bleiben. Da konnten ihn die Nazis zum Glück nicht mehr "behandeln". -- Hendrik van Hees Texas A&M University Phone: +1 979/845-1411 Cyclotron Institute, MS-3366 Fax: +1 979/845-1899 College Station, TX 77843-3366 [Only registered users see links. ] mailto:[Only registered users see links. ].edu |
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| Homo Lykos wrote: Hier wirfst Du ja wieder alles durcheinander, was nur möglich ist. Am stärksten ist ja wohl einen der schlimmsten Nazis (Stark) mit einem entschiedenen Gegner (Planck) in einen Topf zu werfen. Lorentz und Poincare waren beide höchst geachtete Wissenschaftler auf ihrem Gebiet. Sie haben nur die physikalisch überzeugendste Interpretation der Relativitätstheorie nicht geliefert, sondern Einstein. Planck hat Einstein entscheidend gefördert, und zwar sobald er die SRT von 1905 auf dem Tisch hatte. Er hat seine Berufung auf einen Traumjob nach Berlin vorangetrieben. Stark war hingegen einer der schlimmsten Widersacher Einsteins, ein Vertreter der sog. "Deutschen Physik". -- Hendrik van Hees Texas A&M University Phone: +1 979/845-1411 Cyclotron Institute, MS-3366 Fax: +1 979/845-1899 College Station, TX 77843-3366 [Only registered users see links. ] mailto:[Only registered users see links. ].edu |
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| On 2/15/2006 10:03 PM, Tom Berger wrote: Promoter Planck hatte ihn 1905 auf diesen Weg gebracht. Exakt. Leider wurden Weyl und Brouwer (beide keine Juden) zwar von Fraenkel und von Hilbert, der die Staatsmacht gut gerüstet sah als gefährliche Revolutionäre bezeichnet, eine Ehrung die Einstein wohl versagt blieb, aber sie hatten beide noch keine tragfähige Alternative zu einer zwar höchst fragwürdigen aber fest etablierten Lehre anzubieten, die von Zermelo gerade notoperiert worden war. Göttingen war nicht Berlin, wohin es die vom Zusammenbruch der k. u. k. Monarchie Betroffenen (Meitner, Erdös, v. Neumann, Wigner, Szilard, Teller, Schrödinger) hauptsächlich trieb und wo Einstein den Ton angab der nicht an einer Fundamentalkrise seines Handwerkzeugs interessiert war. Einstein mißbilligte zwar den gemeinen Umgang Hilberts mit Brouwer. Er sprach aber wenn ich mich recht erinnere verächtlich vom Krieg zwischen Fröschen und Mäusen (?) und nannt Eleganz eine Sache der Schneider und Schuster. Trotzdem entstand die Quantenmechanik an drei Orten außerhalb Berlins. Ja, viele Juden waren zunächst deutschnational gesinnt, und die Zionisten bemühten sich darum, den berühmten Einstein zu vereinnahmen. Eckard Blumschein |
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