| | |||||||
| Register | Search | Today's Posts | Mark Forums Read |
| Forum Physik Forum Physik. |
| | LinkBack | Thread Tools | Display Modes |
|
#1
| |||
| |||
| Hallo, wie funktioniert eigentlich eine Uran-235-Atombombe? Beim Thema Kernreaktor hört man immer wieder, dass die Neutronen moderiert werden müssen, weil bei zu hohen Energien der Wirkungsquerschnitt zu klein ist. Warum geht es dann in einer Atombombe? Oder ist der Wirkungsquerschnitt da genauso niedrig, und es kommt nur durch die höhere U235-Konzentration und die evtl Reflektoren zum Knall? Danke für Antworten, Thomas |
|
#2
| |||
| |||
| "Thomas Müller" <[Only registered users see links. ]> schrieb: U235 kann durch schnelle und durch langsame Neutronen gespalten werden. Genauso U233 und Pu239. Diese Stoffe fliegen dir also ohne Moderatoren um die Ohren. Andere Stoffe werden nicht durch schnelle Neutronen gespalten und benötigen Moderatoren die die Neutronen verlangsamen ohne sie zu absorbieren. |
|
#3
| |||
| |||
| Thomas Müller wrote: Ich rate mal: Das U238 faengt gerne schnelle Neutronen ein, (deshalb auch schneller Brueter). Langsame Neutronen werden dagegen vom U238 nicht so stark absorbiert und haben daher trotz der niedrigen Konzentration bessere Chance auf ein U235 Atom zu treffen und es zu spalten. Schwerwasserreaktoren koennen sogar mit Natururan (0.7% U235) betrieben werden, Leichtwasserrreaktoren brauchen etwas angereichertes U235 - Die Protonen im Wasser absorbieren gerne die langsamen Neutronen , die Deuteronen dagegen viel weniger, und wenn weniger verloren gehen, kann die Konzentration des spaltbaren U235 niedriger sein. -- [Only registered users see links. ] |
|
#4
| |||
| |||
| |
|
#5
| |||
| |||
| Rainer Willis wrote: Ich kenne den Mann ja nicht, aber nur weil er Bush berät, muß er doch nicht schlecht sein. Stell' Dir mal vor, Bush wäre völlig unberaten ;-)). -- Hendrik van Hees Texas A&M University Phone: +1 979/845-1411 Cyclotron Institute, MS-3366 Fax: +1 979/845-1899 College Station, TX 77843-3366 [Only registered users see links. ] mailto:[Only registered users see links. ].edu |
|
#6
| |||
| |||
| Hendrik van Hees schrieb: So wie beim Radfahren und Brezelessen.:-) Gruß Dieter |
|
#7
| |||
| |||
| Hallo Felix, Es war mal von Polyäthylen in Minibomben (Rucksackbomben 1kTonne) die Rede. Stimmt das? Gruß Carsten cPUNKTthuATarcorPUNKTde -- Da sitzen wir nun, mit dem Gemüt eines Affen und der Atombombe in der Hand. frei nach Konrad Lorenz |
|
#8
| |||
| |||
| Thomas Müller wrote: [Only registered users see links. ] Kritische Masse Die kritische Masse bezeichnet die geringste Menge eines spaltbaren Materials, die notwendig ist, eine Kettenreaktion aufrecht zu erhalten. Allerdings ist die kritische Masse auch abhängig von Parametern wie der Kompression des Materials, so dass im Allgemeinen keine untere Grenze angegeben werden kann. Diese kritische Masse reagiert allerdings nur, wenn sie kompakt zusammen vorliegt. Bei der Bearbeitung spaltbaren Materials ist es daher eine Voraussetzung, nur Mengen, die geringer sind als die kritische Masse, zu einer Zeit handzuhaben. Alternativ werden etwa chemische Reaktionen in flachen Wannen durchgeführt, wo das Material über weite Flächen verteilt ist. Moderatoren Die Wahrscheinlichkeit für eine Kernspaltung nimmt i.d.R. mit wachsender Neutronenenergie ab. Bei 232Th und 238U ist die Wahrscheinlichkeit für Konkurrenzprozesse wie die inelastische Streuung und Neutroneneinfang so hoch, dass eine Kettenreaktion mit schnellen Neutronen nicht zustande kommen kann. Anders verhält es sich mit 233U, 235U und 239Pu. Hier ist Kernspaltung mit schnellen Neutronen möglich, was in Atomwaffen und im schnellen Brüter ausgenutzt wird. In gewöhnlichen Reaktoren werden die Neutronen jedoch mit einem Moderator abgebremst. Kernreaktoren arbeiten meistens mit U-235 oder Plutonium, welche vorzugsweise durch langsame (thermische) Neutronen gespalten werden. Bei einer Kernspaltung entstehen aber schnelle Neutronen, welche nur selten eine Spaltung hervorrufen. Daher muss die Geschwindigkeit der Neutronen reduziert werden. Das Abbremsen der Neutronen geschieht mittels elastischen Stoßes mit anderen leichten Atomkernen, die allerdings keine Neutronenabsorption aufweisen dürfen. Von den leichten Elementen sind dadurch Lithium und Bor ausgeschlossen. Theoretisch denkbar sind Wasserstoff, Deuterium, Helium, Beryllium und Kohlenstoff. Technisch genutzt werden Wasserstoff (Leichtwasserreaktor), Deuterium (Schwerwasserreaktor) und Kohlenstoff in Form von Graphit (Brutreaktor, Kugelhaufenreaktor). Gleichzeitig findet jedoch auch eine Absorption (Verschlucken) von Neutronen in Materialien statt, die zur Kernspaltung nicht beitragen, etwa U-238 oder das Reaktorbaumaterial; diese Absorption findet vorzugsweise für mittelschnelle Neutronen statt. Insofern besteht das Aufrechterhalten der Kernreaktion darin, genügend Neutronen abzubremsen, die eine Kernspaltung bewirken. Nun zur Atombombe, im Besonderen Little Boy: [Only registered users see links. ] Design Little Boy wurde nach dem primitiven, aber sehr zuverlässigen Gun-Design entworfen. Die Technik galt als so sicher, dass keine Probezündung durchgeführt wurde. Die einzige vorherige Probezündung einer Atombombe war der Trinity-Test, die Waffe war aber nach dem Implosions-Design gebaut, wie die später abgeworfene Fat Man. Beim Gun-Design werden zwei unkritische Uranmassen benutzt, die bei der Detonation durch den Einsatz von konventionellem Sprengstoff zu einer kritischen Masse vereint werden und es so zur Kettenreaktion kommt, die in der atomaren Explosion endet. Dieses Design ist nicht nur simpel, sondern auch gefährlich, daher wurden spätere Atombomben, die für einen Einsatz geplant waren, nach moderneren Designs gebaut. Die Atombombe wurde während des Fluges nach Hiroshima von Navy-Captain Parsons armiert und geschärft. Little Boy enthielt 64 kg Uran mit einem Anteil von 80% U235. Nach heutigen Schätzungen wurde aber nur ca. 1kg zur Spaltung gebracht. Bei Atomwaffen benutzt man keinen Moderator sondern einen einen Neutronenreflektor der die Neutronen wieder zurück ins Uran reflektiert. Bei Little Boy wars Wolframkarbid. Anscheindent nutzt man auch noch Polonium-Beryllium als Neutronenquelle. Ich nehme an, dass bei Neutronenbeschuss dieses Material viel mehr mehr Neutronen freiwerden als nötig sind! LG Andy |
|
#9
| |||
| |||
| Thomas Müller schrieb: Guten Abend! Deren Wirkungsweise muss man verstehen. Zum Verständnis dient die Frage, warum ein solcher Detonationskörper im ungezündeten Zustand aus zwei Hälften besteht, die dann bei Zündung mittels eines konventionellen Sprengsatzes gegeneinander geschossen werden. Eine modellhafte Betrachtung geht davon aus, dass es sich um "Permutationen" handelt, die in dem entsprechenden angereicherten Uran stattfinden. In den getrennten Hälften verursacht die Anzahl der Permutationen keine kritische Erwärmung. Nach hochenergetischer Vereinigung der Hälften muß in gleicher Zeit die doppelte Anzahl von Neutronen "permutieren" - dies führt zu einer extremen Erhitzung, die allerdings immer noch durch den Druck des herkömmlichen Sprengsatzes und die Stahlhülle "verdämmt" wird. Erst, wenn der durch die Erhitzung erzeugte Druck diese "Verdämmung" überwindet, kommt es zur Detonation. MfG Gerhard Kemme |
|
#10
| |||
| |||
| Carsten Thumulla wrote: Was wäre der Vorteil von PE gegenüber Graphit? Mir fallen nur Nachteile ein: * Niedriges spezifisches Gewicht --- 0.96 g/cm^3 gegenüber 2.2 g/cm^3 --> Mehr Volumen bei gleicher Masse * Niedriger Schmelzpunkt --- 105 °C gegenüber 3500 °C --> Schlecht, denn die gerade so nicht kritische Menge an spaltbarem Material wird sich vermutlich durch spontane Zerfälle aufheizen. Mit den oben angedeuteten Argumenten hätte ich auf "Nein" getippt. Eine Googelei nach 'nuclear bomb polyethylene' belehrt mich teilweise eines Besseren: Zitat: [Only registered users see links. ] ------------------------------------------------------------- [...]The best neutron-shielding materials have low-atomic number materials such as lithium or boron-loaded polyethylene. ------------------------------------------------------------- Wenn der Wasserstoff durch Lithium oder Bor ersetzt wurde, hat man offensichtlich einen der besten bekannten Moderator. Andererseits hat Felix ja schon festgestellt, dass man in Bomben eher keinen Moderator möchte. Die dazu gehörige Argumentationskette findet sich zum Beispiel hier: [Only registered users see links. ] ------------------------------------------------------ For purposes of producing a non-explosive pile, the trick of using a lattice and a moderator suffices - by reducing parasitic capture suffi-ciently. For purposes of producing an explosive unit, however, it turns out that this process is unsatisfactory on two counts. First, the thermal neutrons take so long (so many micro-seconds) to act that only a feeble explosion would result. -------------------------------------------------------- Es bleibt also beim "Nein". ---<(kaimartin)>--- -- Kai-Martin Knaak [Only registered users see links. ] |
| Tags |
| eigentlich , eine , funktioniert , uranatombombe , wie |
| Thread Tools | |
| Display Modes | |
|
|
| | ||||
| Thread | Thread Starter | Forum | Replies | Last Post |
| Behauptungen und Argumente | Kurt Bindl | Forum Physik | 56 | 08-30-2006 02:00 PM |
| Schwimmt Scheiße eigentlich auf dem Wasser? (was: Was ist der eine Unterschied zwischen Bush & Schröder ?) | Robert Rohling | Forum Biologie | 18 | 10-03-2005 02:05 PM |
| Das Jahrhundert der Biologie | Tommy Casagrande | Forum Biologie | 3 | 04-06-2005 01:27 PM |
| Explodiert der Ozean, wenn mann in der Tiefsee eine Atombombe zündet ? | GorAran | Forum Physik | 5 | 01-13-2005 10:36 AM |
| Evolution | Frank Hofmann | Forum Biologie | 3 | 10-30-2003 05:53 PM |