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#1
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| Hallo NG, in der RT gilt bekanntlich für das Linienelement ds²=(c*dt)²-dx², was man z.B. über den Minkowski-4er-Vektor mit imaginärer Zeitachse ct erhalten kann. In der euklidischen Geometrie ist ds² ja ein Maß für die Messung von Abständen bei infinitesimale Verschiebungen, aber wie kann man sich das in der RT anschaulich erklären? Irgendwie finde ich in der Literatur nie eine Erklärung, sondern einfach nur die Anwendung. Ich habe mal folgende Überlegungen angestellt: 1. Bleibt ein Objekte am selben Ort, dann hat es sich nur in der Zeit "fortbewegt", also ds²>0, da dt>0 und dx=0. 2. Bewegt sich ein Objekte v, dann könnte man dx² durch v²*dt² ersetzen, und man erkennt, dass mit steigendem v ds² immer kleiner wird. Das würde gut zur Längenkontraktion in Bewegungsrichtung passen, und mit v=c würde es auch zum Licht passen, wo ja für das Photon während seiner Bewegung keine Zeit vergeht. Weiterhin sieht man, dass v nicht grösser als c werden kann, denn sonst würde ds²<0. Man kann also in dt max. nur räumliche Strecken der Länge c*dt zurücklegen. 3. dt=0 und dx!=0 verbietet sich natürlich (1 Objekt an zwei versch. Orten zur gleichen Zeit?) und erkennbar aus der Gleichung für ds². Kann jemand mal darübernachdenken, ob man das so sehen kann, und wenn ja, wie kann man logisch die Motivation für eine imaginäre Zeitachse bei Minkowskikoordinaten erklären, ohne dass man das Ergebnis in ds² als gewünscht erreichen will? Also nicht die Richtung "Ich weiß, was ich brauche (namlich ds² in der Form), und bastle mir entsprechende Koordinaten", sondern anders herum. MfG Andreas |
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#2
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| Reginald Bull fragt: Vielleicht helfen dir relativistische Wellenfunktionen für ein Verständnis (Klein Gordon,Dirac) K.R. |
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#3
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| Reginald Bull schrieb: Eine detaillierte und anschauliche Ausformulierung dieser Interpretation findest du bei Lewis C. Epstein, 'Relativitätstheorie anschaulich dargestellt'. Man will, dass der Abstand, also das Linienelement lorentzinvariant (also unabhängig vom Beobachter) ist. Dies ist nicht der Fall, wenn du sowohl die Zeit als auch den Raumabstand mit einem positiven Vorzeichen einsetzest. |
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#4
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| Reginald Bull wrote: Eigenzeit... Wenn Du eine Uhr auf einer Weltlinie \gamma: [t0,t1] -> R^4 (ein Weg im R^4) mitfuehrst, so zeigt sie zwischen den Ereignissen \gamma(t0) und \gamma(t1) die Zeit \int_\gamma ds an. MfG Andreas |
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#5
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| Reginald Bull <[Only registered users see links. ]> wrote: Das ist allerdings nicht unbedingt die einfachste Methode, da hin zu kommen. Nicht nur fuer infinitesimale, sondern fuer alle. Es ist schlicht die Definition von "Abstand" in einem zunaechst mal abstrakt definierten Raum (mathematisch: die "Metrik"). Dass sich dieser Abstand mit dem Verhalten von Abstaenden deckt, die man im Alltag mit dem Lineal misst, haben die Herren Euklid, Pythagoras und Descartes absichtlich so hingefummelt. Was "anschaulich" ist, ist laengst nicht so klar, wie es nahezu alle Leute, die nach sowas fragen, stillschweigend voraussetzen. Jeder Mensch hat seine eigene Anschauung, die sich nicht zuletzt durch eifriges Lernen jederzeit entscheidend aendern kann. Mir persoenlich ist das ganze voellig anschaulich geworden, als unser Prof in linearer Algebra ganz am Rande mal so fallen liess, dass eine Bilinearform mit der Diagonale (-1,1,1,1) ja "bekanntlich in der SRT benutzt wird." Genau. ds^2 > 0 nennt man daher auch "zeitartigen Abstand". Immer, wenn zwei Ereignisse einen solchen Abstand haben, gibt es einen ausgezeichneten Beobachter, fuer den die beiden im Zeit-Abstand dt = sqrt(ds^2) nacheinander genau vor seiner Nase liegen. Nein, tun sie durchaus nicht --- weil die Formel auch ganz allgemein fuer "relativistische Abstaende" verschiedener Objekte bzw. Ereignisse gilt. ds^2 < 0 drueckt raumartige Abstaende aus. Im besonderen gibt es in diesem Fall immer ein Bezugssystem, in dem die beiden Ereignisse gleichzeitig, aber eben an verschiedenen Orten stattfinden --- im rein raeumlichen Abstand dx = sqrt(-ds^2). -- Hans-Bernhard Broeker ([Only registered users see links. ]-aachen.de) Even if all the snow were burnt, ashes would remain. |
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#6
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#7
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| Reginald Bull wrote: auch wenn es schon teilweise erwähnt wurde, aber nochmal zusammenfassend: 1.) es geht hier um den Abstand zweier "Ereignisse", nicht zweier "Raumpunkte" oder so. 2.) um den Begriff des "Abstandes" zweier Ereignisse zu begreifen hilft die ebenfalls bereits beschriebene Unterscheidung in zeitartig (s^2>0), raumartig (s^2<0) und lichtartig (s^2=0) voneinander entfernter Ereignisse (ich habe hier nicht die infinitesimalen abstände benutzt, obwohl es keinen unterschied macht). Man beachte insbesondere dass der Betrag des raumzeitlichen Abstandes nicht zwingend positiv ist wie im euklidischen raum. sind zwei ereignisse zeitartig, so gibt es zwischen ihnen kausalen zusammenhang. sind sie raumartig, sind sie kausal nicht miteinander verbunden. Zeitartig voneinander entfernte ereignisse sind gerade so "weit" (zeitlich und räumlich) voneinander entfernt, dass nur ein lichtstrahl die beiden verbinden kann. Gruß, Stephan |
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#8
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| letzteres funktioniert leider nicht. auch die idee mit der imaginären zeitachse wird heute eigentlich in modernen lehrbüchern nicht mehr verwendet. man muss einfach akzeptieren dass unser (flacher) Raum nunmal einer minkowski-geometrie gehorcht. und in ihr wird die zeit gewissermaßen positiv, der raum gewissermaßen negativ gezählt. Natürlich ist das in gewisserweise unbefriedigend weil man gerne hätte dass keine der koordinaten irgendwie ausgezeichnet ist, aber eine halbwegs befriedigende antwort könnte lauten: Wir sind nunmal Wesen, die IN DER ZEIT leben, dass heißt, deren weltlinien immer zeitartige Tangentialvektoren haben. unsere vierergeschwindigkeit zeigt nunmal ausgezeichnet in eine koordinatenrichtung, nämlich der Zeit. Daher spielt die zeitkoordinate für uns eine ausgezeichnete rolle. also kann man auch akzeptieren dass in der minkowskigeometrie raum und zeit unterschiedlich in der abstandsdefinition auftaucht. Beste relativistische Grüße, Stephan |
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#9
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| Hallo, Norbert Dragon wrote: Dazu passt dann auch node27 mit der hyperbolischen Gleichung und den Aussagen in der Antwort von Andreas Slateff bezüglich der Eigenzeit!? Trotzdem beantwortet es nicht unbedingt die Einführung einer imaginären Zeitachse, da es ja auch die Definition über ds^2=g_ij*dx^i*dx^j gibt. Klingt für mich wie "Reverse Engineering", um auch über das Skalarprodukt des 4-Vektors auf das "naturgegebene" Resultat zu kommen. MfG Andreas |
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#10
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| Hallo, Stephan Schiffels wrote: Ok, bei Minkowski geht es um Ereignisse, aber wird daraus nicht später trotzdem die Metrik des Raumes? Aber ist ein Abstand nicht etwas, das auf eine Metrik hinarbeitet? Alle Definitionen, die ich kenne für Metriken und Abstände, sind aber positiv definit, so dass negative Werte nicht erlaubt sind. Mit dem negativen raumartigen Abstandsquadrat in R^4 erhielte ich aber für zwei Punkte im R^3 einen imaginären Wert! Sollte man das wirklich erlauben, und wie kann man dann die RT im Grenzfall auf die Newtonsche Mechanik mit euklidischer Geometrie reduzieren? MfG Andreas |
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| für , minkowskikordinaten , motivation |
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