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#21
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| * Reinhard Kronberger schreibt Nach heutigem Verständnis ist der Welle-Teilchen-Dualismus eine andere Bezeichnung für die statistische Interpretation: Die Wellenfunktion breitet sich als Welle aus -- sie kann insbesondere superponiert werden und interferiert -- und manifestiert sich mit dem Betragsquadrat eines Skalarproduktes als Wahrscheinlichkeit für das Eintreten von Ereignissen, zum Beispiel, daß ein Teilchen nachgewiesen wird. In Bornscher Deutung wird aus dem Welle-Teilchen-Dualismus das Paar von Hilbertraumvektor und Wahrscheinlichkeit. Um dieses Paar kreist das Unverstehen von Quantenmechanik: wann wird aus dem Zustand das Meßergebnis? -- Aberglaube bringt Unglück [Only registered users see links. ] |
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#22
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| Hi, Jens Dierks wrote: Und wenn man's dann noch weiter treibt, evtl. zu einer spontanen Symmetrie"brechung". Markus |
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#23
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| Hi, Benjamin wrote: Aber in der Realität gibt es, je nachdem welches Experiment man durchführt, Ergebnisse, die auf Teilchen schliessen lassen und Ergebnisse, die auf Wellen schliessen lassen. Raimund Nisius' Gleichnis zeigt IMO zweierlei absolut richtig auf: 1. es ist abhängig vom 'Blickwinkel' 2. es enthält Hinweise darauf, daß beide 'Modelle' (Welle und Teilchen) nur Erscheinungsformen einer umfassenderen Realität sind, also sehr wahrscheinlich beide falsch. Von daher finde ich das gar nicht so unerhellend. Markus |
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#24
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| Markus Becker wrote: Nein. Ein Zustand ist keine physikalische eigenschaft. Du kannst den Teilchezustand, wenn er auch eine Wellenfunktion sein mag, nicht messen. Auch nicht seinen Kollaps, und wenn du das Beobachten koenntest, wuerdest du die Kausalitaet verletzen. Das waere etwa so, wie wenn du von einer Dualitaet zwischen Phononen und Schwingungen im Festkoerper sprichst. Genau wie Phononen sind Quantenzustaende nur mathematische Hilfsmittel um Erwartungswerte fuer Teilcheneigenschaften berechnen zu koennen. Quasiteilchen sind in der Realitaet auch nicht vorhanden, sondern nur ein Brechnungskonzept |
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#25
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| Norbert Dragon wrote: Er hat es also begriffen! Korrekt Exakt |
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#26
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| Benjamin <[Only registered users see links. ]> wrote: Ebensowenig wie es einen Kreis-Rechteckdualismus bei Zylindern gibt. Es ist zwar schon lange her, aber das habe ich anders in Erinnerung. -- Gruß, Raimund Mein Pfotoalbum <http://www.raimund.in-berlin.de> Mail ohne Anhang an <Reply-To:> wird gelesen. Im Impressum der Homepage findet sich immer eine länger gültige Adresse. |
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#27
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| Benjamin schrieb: Punkte mit einem Radius? Und das hast du in QM 1 gelernt? So hast du natürlich recht. Wenn du mit 'Teilchen' alles bezeichnest, das gemessen werden kann, und wenn es nur das gibt, was gemessen werden kann, dann gibt es nur Teilchen. Nur stehst du mit dieser Definition ein bisschen einsam da und sie scheint mir auch nicht sehr hilfreich, vor allem wenn du mit Laien redest, die sich unter 'Teilchen' mit Sicherheit etwas anderes vorstellen als du. Das Seltsame an deinen 'Teilchen' ist nämlich, dass sie immer nur gerade dann existieren, wenn der Messapparat 'klick' macht. Das klingt so, als würdest du dir eine statistische Streuung vorstellen. Dies wäre aber völlig falsch. Die Unbestimmtheitsrelation sagt: "Ein Teilchen HAT KEINEN eindeutig definierten Impuls, solange dieser Impuls nicht eindeutig gemessen wurde." Sie sagt nicht: "Einige Teilchen haben diesen Impuls, andere jenen." Im Gegenteil: Ich spreche von 'Quanten' um jedem deutlich zu machen, dass es sich hier um etwas Neues handelt, das man erst kennenlernen muss. Du hingegen verwendest den Begriff 'Teilchen' unter dem sich jeder anschaulich etwas vorstellt und zwar zunächst einmal etwas völlig Falsches. Wieso nennst du die Quanten eigentlich 'Teilchen' und nicht z. B. 'Ameisen'? Das wäre doch ähnlich verständlich? |
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#28
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| Philipp Wehrli wrote: Das ist nicht richtig. Die Unschaerferelation gilt fuer Erwartungswerte. Also nur fuer gerade im Detektor gemessene groessen. Was passiert, wenn man nicht misst, weis keiner. Und wenn man eine Groesse misst, beeinflusst man die Messunsicherheit einer anderen Groesse. Deswegen hat Unsinn wie die Bohmsche Mechanik ja auch Formell bestand. Statistische Streuung kann man sich gut vorstellen. Sollte man sogar. Dann hat man die statistische Minimale Interpretation. Die sollte man immer benutzen, wenn man rechnet. Weil das, was da gemessen wird, offenbar (Siehe [Only registered users see links. ]) wenn es ein Myon ist einen Radius von ungefaehr sqrt(1,5*10^-33 cm2) hat. Die Teilchen sind sehr klein. Die Flächen einzelner Detektoren koennen winzig gemacht werden. Insofern stimmt das schon in etwa, mit dem Teilchenbild. |
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#29
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| 2005-06-08 00:52:00 MESZ Norbert Dragon wrote: Die letzten 22 Worte umreissen unscharf das, was einem mit der MWI so schoen und problemlos in den Schoss faellt. Aber inzwischen vermute ich, dass Theorie + MetaTheorie = dieselbe Theorie (1) im Falle der MWI als MetaTheorie vielleicht so einfach nicht ist. Die Aequivalenz verschiedener Formulierungen von Theorien nachzuweisen bedarf eines *Beweises*. Ein Beweis ist eine Berechnung. Von einer Berechnung kann nichtentscheidbar sein, ob sie abbricht. Dann ist (1) weder wahr noch falsch, sondern ganz einfach nicht entscheidbar. Was dann? Nicht, dass ich glaube, dass es so ist - aber die prinzipielle Moeglichkeit muss ich einraeumen. Dieser GedankenGang hat IMHO noch eine andere Konsequenz. Angenommen, wir haetten eine TOE. Verdient diese TOE tatsaechlich diesen Namen, ist sie von der Realitaet, die sie beschreibt, nicht zu unterscheiden. Wenn dem so ist, dann ist eines von beiden, die TOE oder die Realitaet, redundant. Da es die TOE gibt, gibt es dann die Realitaet nicht, und wir Physiker koennen alle in Rente gehen, da es den Gegenstand unseres Berufes nicht gibt. Allerdings sind verschiedene Formulierungen der TOE denkbar. Deren Aequivalenz waere zu beweisen - und eventuell gilt dann das oben gesagte: Es koennte sich um ein nicht entscheidbares Problem handeln. Wenn verschiedene Formulierungen einer TOE aber nicht als aequivalent bewiesen werden koennen, kann auch die Aequivalenz einer TOE und der Realitaet ein nicht entscheidbares Problem darstellen - und dann gibt es die Realitaet doch. Nur die Physik - die gibt es dann nicht, da sie nicht in der Lage ist, eine TOE zu formulieren. Und wir gehen wieder geschlossen in Rente. Habe ich mich hinters Licht gefuehrt? Herwig -- Herwig Huener [Only registered users see links. ] +49 Josella Simone [Only registered users see links. ] 8095 Playton webmaster!@!Herwig-Huener.de 2230 GruberStrasse 10 A / D-85655 GrossHelfenDorf / Bayern / EU |
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#30
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| Philipp Wehrli wrote: Man darf sich unter Teilchen eben keine klassischen Kügelchen vorstellen, das ist schon richtig. Ich finde ja, Ihr habt beide halb recht ;-)). Ich sag's ja, es gibt so viele Interpretationen der QT, wie es Physiker gibt. Ich bin Anhänger der statistischen Interpretation, also will ich auch versuchen, zu erklären, wie ich mir die Sache vorstelle. Nehmen wir als Beispiel Ort und Impuls und versuchen, so gut es uns die Quantentheorie erlaubt, ein "Teilchen" zu beschreiben. Was aber ist ein Teilchen im Sinne der Quantentheorie? Ich weiß es nicht, deshalb bin ich Anhänger der statistischen Interpretation, innerhalb derer man die Sache wie folgt verstehen kann: Arbeiten wir der Anschaulichkeit wegen in der Ortsdarstellung. Dann werden die Zustände der Quantentheorie durch Wellenfunktionen dargestellt psi(t,x). Diese Wellenfunktion beschreibt Aufenthaltswahrscheinlichkeiten, genauer gesagt: Die Wahrscheinlichkeit pro Volumenelement, das Teilchen am Ort x zu finden, wenn ich zur Zeit t nachgucke, ist P(t,x)=|psi(t,x)|^2. Unterlegt man den Zuständen diese Wahrscheinlichkeitsbedeutung, beschreiben sie zunächst einmal nur Ensembles identisch präparierter Teilchen, maW. ich kann die obige Aussage der Quantentheorie nur dadurch überprüfen, daß ich sehr viele Teilchen einem bestimmten Zeitpunkt immer gleich präpariere (ich nenne jedesmal diesen Zeitpunkt t=0) und dann nachsehe, wieviele Teilchen meines Ensembles an jedem Ort x auftauchen, wenn ich zur Zeit t (gezählt vom Zeitpunkt der Präparation an) und ob die Vorhersage für die Wsk. übereinstimmt. Was also entspricht am ehesten einem "Teilchen" im klassischen Sinne? Ich erwarte, daß dann die Wahrscheinlichkeitsverteilung zu jedem Zeitpunkt t relativ eng an einem Ort x0(t) gepeakt ist, und daß sich dieser Peak entsprechend einer Art "Trajektorie" bewegt. MaW. wir konstruieren ein Wellenpaket. Dieses Wellenpaket hat notwendig eine endliche Breite, d.h. die Teilchen werden um den mittleren Ort x0 streuen. Dies bedeutet, daß wir nie mit Sicherheit vorhersagen können, daß wir ein einzelnes Teilchen am Ort x (t) antreffen. Wir können nur sagen, daß wir eine ziemlich große Anzahl von Teilchen aus dem Ensemble finden werden, der Anteil entspricht eben der Wsk.-Verteilung P(t,x0). Du hast insofern also recht: Aufgrund der Kenntnis des Teilchenzustandes (hier durch die Wellenfunktion gegeben) können wir dem Teilchen keinen eindeutigen Ort zuordnen. Im Rahmen der Quantentheorie ergibt es eben keinen Sinn, einem einzelnen Teilchen einen bestimmten Ort zuzuschreiben. Ebenso ist es mit dem Impuls. Die Unschärferelation besagt nun lediglich, daß notwendig immer \Delta x \Delta p>=1/2 ist, daß also die Ortsunschärfe desto größer ausfallen muß, je kleiner die Impulsunschärfe ist und umgekehrt. Du hast insofern unrecht als die Wellenfunktion eben doch genau aussagt, daß beim Messen eines Ensembles Teilchen mit diesem oder jenem Impuls findest, der entsprechend der Wahrscheinlichkeitsverteilung für Impulse verteilt ("verschmiert") ist. Es ist klar, daß Du die Impulswellenfunktion aus der Fouriertrafo der Ortswellenfunktion erhältst (und umgekehrt natürlich), und daß daher der mathematische Grund für die Unschärferelation rührt. Es ist also sehr wohl so, daß Du Teilchen mit streuenden Impulsen vorfindest. Andererseits ist aber eine bloße stochastische Auffassung a la hidden-variable-Theory ausgeschlossen, wenn man Lokalität der Wechselwirkungen unterstellt (und meiner Meinung nach gibt es derzeit keinen Grund, das nicht zu tun), denn dann ergeben sich ja die Bellschen Ungleichungen, die in Übereinstimmung mit der QT mit großer Signifikanz verletzt werden. Man sollte aufgrund dieser Überlegungen heutzutage liber nicht mehr vom Welle-Teilchendualismus sprechen. So etwas gibt es im Rahmen der modernen QT in der minimalen Interpretation nicht. Genauso falsch ist es freilich zu behaupten, alles sei wie "Teilchen" oder wie "Wellen": Die QT macht statistische Vorhersagen über Ensembles von gleichartig präparierten Teilchen und nicht mehr. Bislang konnten diese statistischen Vorhersagen mit großer Genauigkeit experimentell bestätigt werden, und es gibt derzeit keine physikalisch-praktische Notwendigkeit, eine neue Theorie zu suchen, obwohl man freilich der Ansicht sein kann, daß die QT unvollständig ist, weil sie eben keine Einzelsysteme beschreibt. Auch ist das Problem der Quantenbeschreibung der Gravitation noch nicht gelöst, und wer weiß, ob diese Grundlagenprobleme nicht zusammenhängen? Es könnte eines Tages eine umfassendere Theorie entwickelt werden, die das löst, aber bislang haben wir die noch nicht, und solange muß uns die QT, wie sie ist, genügen. Ich finde den Begriff Quant eigentlich angemessen, wobei man unter Quant dann aber wirklich das verstehen sollte, was die QT darüber aussagt! -- Hendrik van Hees Texas A&M University Phone: +1 979/845-1411 Cyclotron Institute, MS-3366 Fax: +1 979/845-1899 College Station, TX 77843-3366 [Only registered users see links. ] mailto:[Only registered users see links. ].edu |
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