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#21
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| "C. Gerald Knizia" schrieb: [...] Historisch kam das MM-Experiment (1887) vor der Speziellen Relativitätstheorie (1905). Ich habe deshalb diejenige Prämisse formuliert, von der Michelson und Morley seinerzeit ausgingen. Natürlich wird das Nullresultat nach 1905 besonders leicht verständlich. [...] Das war ja gerade das Problem: Die Frage lautete, ob die Maxwell-Gleichungen tatsächlich in allen Inertialsystemen gelten oder nur in einem bestimmten, nämlich dem "Äthersystem". Man war ja so überzeugt von der klassischen Mechanik, daß man sich nicht vorstellen konnte, daß eine endliche Geschwindigkeit invariant sein könne. [...] Das würde ich eher Hafele und Keating selbst beurteilen lassen, die waren bei ihren Messungen schließlich dabei. Sich später einfach die Rohdaten zu besorgen und zu behaupten, diese seien nicht anständig aufbereitet worden, ist für mich unseriös. Die Geschichte mit dem Merkurperihel steht in sämtlichen Lehrbüchern zur ART, die ich kenne. Wie kannst Du Dich mit ART beschäftigt haben, ohne auch das betrachtet zu haben? Licht ist nunmal kein Strom masseloser Partikelchen, die sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegen, wie Newton dachte. Übrigens bekäme man selbst dann Schwierigkeiten: Die entsprechende Rechnung hat schon Soldner 1801 durchgeführt; sie liefert nur die Hälfte des beobachteten Wertes und ist somit durch das Experiment falsifiziert. Einigen wir uns darauf, daß Licht elektromagnetische Strahlung ist? Einigen wir uns ferner darauf, daß Licht im Gravitationsfeld nicht seine Geschwindigkeit, sondern seine Frequenz ändert? Damit erkläre mal die von Pound et al. gemessene Rotverschiebung. Was die Kopplung anbelangt: An was, glaubst Du, soll das skalare Gravitationsfeld koppeln? An die Masse des elektromagnetischen Feldes? Pech, die ist Null. An den Energie-Impuls-Tensor des elektromagnetischen Feldes? Wieder Pech, das funktioniert mathematisch nicht. An die Spur des Energie-Impuls-Tensors des elektromagnetischen Feldes? Gute Idee, aber trotzdem Pech: Die ist ebenfalls Null. Vielleicht nehmen wir doch besser ein Tensorfeld 2. Stufe für die Gravitation, dann klappt´s. Nachzulesen beispielsweise in dem Artikel, den ich gerade gefunden habe (nicht der von Hulse/Taylor, wo hab´ ich den bloß?): Taylor/Weisberg, Astronphys. J. 345(1989)434 Die Fehleranalyse im Anhang scheint mir recht gründlich zu sein. Und im Abstract heißt es: "The excellent agreement of observation with theory shows conclusively that gravitational radiation exists, at the level predicted by general relativity." MfG, Jürgen |
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#22
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| Hallo Heinz Blüml, Du teiltest mit: Dem Stil des Autors zu folgern, sehe ich mehr Polemik denn Kompetenz dahinter. BTW: Einstein konnte (trotz quantentheoretischer Beschreibung des Photoelektrischen Effekts durch *ihn*) sich Zeit seines Lebens mit der Quantenmechanik nicht anfreunden. Warum sollte es anderen Wissenschaftlern umgekehrt nicht ebenso gehen. Da ich nicht jedem Zitat folgen kann, kann ich auch die Gesamtqualität der Kritiken nicht überschauen (wollen). Aber ich vermute ganz stark, dass das schon geschehen ist. Es kann auch umgekehrt sein, dass eine so radikal mit alten Vorstellungen brechende Theorie Kritiker auf den Plan ruft, die "dem Wunschdenken und die Glaubenssucht von schlichten, inbrünstigen Gläubigen genügen" wollen. Meine Frage: Wie sind funktionierende QED und QCD[1] umzuschreiben, dass sie ohne diese "offensichtlichen Ungereimtheiten" und "dem mathematischen Murks" auskommen? [1] Quantenelektrodynamik und Quantenchromodynamik, die beide auf Einsteins Elektrodynamik bewegter Körper basieren. Wolfgang -- Nirgendwo hängt der Schulerfolg so stark von Einkommen und Vorbildung der Eltern ab wie in D'land. Das dt. Schulsystem versagt bei der Förderung von Arbeiter- und Migrantenkindern. (dpa/FTD 22.11.04) |
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#23
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| Mon, Juergen Clade hat geschrieben: Was hat der durchgeführt? Berechnungen zur Lichtablenkung im Gravitationsfeld? Wohl eher kaum. Gut, heute sind wir ein Stück weiter, aber mal als Vergleich haben wir heute auch kein Problem damit, massebehafteten Teilchen eine Welleneigenschaft zuzuschreiben. Worin würde also das Problem bestehen, auch Licht eine Masse zuzuschreiben und damit auch eine Lichtablenkung durch Gravitation zuzulassen? Woher nahm man denn das Wissen, daß reine E/M-Wellen für die man Licht wohl entsprechend den Maxwellschen Gleichungen hielt, nicht mit Gravitation wechselwirken? Aus Laborexperimenten kann es wohl kaum kommen. Sprich das Fehlen eins kleinen nötigen Zusatztherms in den Maxwellgleichungen wäre bis dahin niemandem aufgefallen. Der Name sagt mir jetzt nichts, ist tatsächlich diese Rotverschiebung schon vor 1905 gemessen worden? CU Rollo |
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#24
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| On Fri, 21 Jan 2005 09:57:47 +0100, Wolfgang Ewert <w.ewert2002@gmx.de> wrote: Inzwischen sind 100 Jahre vergangen, macht dich das nicht nachdenklich? Noch immer am nämlichen Stand der Hoffnung? Es kann auch das Gegenteil zutreffen, was ich vermute. Vergiss nicht, 100 Jahre sind in der Wisenschaft eine lange Zeit. Die Kritik schaut mir nicht nach Glaubenssüchtigen aus, sondern nach Menschen, die Widersprüche entdeckt zu haben meinen (Falsifikationen), die aber im Pulk der ahnungslosen An(Nach)beter und gnadenlosen Gesundbeter keinen Widerhall finden. Ich meine, sooo schwirig kann das doch nicht sein, entweder der einen oder der andere Seite zum Durchbruch zu verhelfen. Aber die Unredlichkeit der Gesundbeter kann man, meine ich, erkennen. Auch wenn mir "klar" ist, dass die Jungfrau Maria nicht mit Leib und Seele in den Himmel aufgefahren sein kann, weiss ich doch nicht, wies ev wirklich war Man sollte sich einfach eingestehen, dass man die Dinge (noch?) nicht wirklich versteht, und mit dem bestmöglichen Murks agiert. (Das ist bei Techniker nix ehrenrühriges). Nur die göttliche Verehrung von Murksproduzenten ist aus meiner Sicht etwas peinlich. h |
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#25
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| Blüml schreibt. Das ist doch schon längst geschehen und entschieden. Die bar Blinden die hier immer wieder versuchen Wirtshausweisheiten ins Spiel zu bringen haben doch höchstens Unterhaltungswert. K.R. |
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#26
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| Hallo Heinz Blüml Was willst du damit sagen? Das jede Theorie eine Verfallszeit haben MUSS? Macht es dich nicht eher nachdenklich, das diese Theorie selbst nach 100 Jahren immer noch funktioniert, selbst mit den neuesten technischen Errungenschaften? |
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#27
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| Hallo Heinz Blüml, Du teiltest mit: [Only registered users see links. ] Um so schlimmer für die. Es heisst zwar sinngemäß, überlebte Theorien sterben erst mit ihren Protagonisten aus, hier scheint es aber schlimmer zu sein. Was heisst Hoffnung für Dinge, die bestens belegt sind? Kein Beschleuniger täte funktionieren, wenn deren Ing's die Zusammenhänge ignorieren würden. Und sie müssten ein mindestens gleichwertiges *und* mit den Experimenten u. Beobachtungen virifizierbares Modell hinstellen. JA - die ANsprüche sind hoch, aber das sind sie nun mal. Das ist pure und haltlose Polemik wie schon die gegen Max v. Laue. s.o. Komm in die Welt der physikal. Phänomene zurück! Wieso funktionieren dann Anwendungen, wenn man angeblich die Grundlagen nicht versteht? Es geht um Physik, nicht um Ingenieurwissenschaften. Die mögen gerne darauf aufbauen. Ja, Deine Einlassungen sind peinlich. Wolfgang -- Nirgendwo hängt der Schulerfolg so stark von Einkommen und Vorbildung der Eltern ab wie in D'land. Das dt. Schulsystem versagt bei der Förderung von Arbeiter- und Migrantenkindern. (dpa/FTD 22.11.04) |
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#28
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| Hallo Roland, Doch, genau das: Er hat berechnet, um welchen Winkel ein mit Lichtgeschwindigkeit am Sonnenrand vorbeifliegender Testkörper abgelenkt wird, und das natürlich auf der Basis der Newton´schen Theorie (eine andere gab es 1801 noch nicht). Das Ergebnis lautet 0,875 Bogensekunden, und das ist bekanntlich die Hälfte des beobachteten Wertes (wobei die ersten diesbezüglichen Beobachtungen erst 1919 durch Eddington erfolgten). Siehe oben: Die Soldner´sche Rechnung liefert nur die Hälfte des beobachteten Wertes. Außerdem hättest Du seit 1905 gewisse Schwierigkeiten mit der Beschreibung eines massiven Teilchens, das sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegt. Maxwells Theorie entstand etwa 1865, und die entscheidenden Experimente über elektromagnetische Wellen hat Hertz meines Wissens um 1880 oder 1890 durchgeführt. Die Natur des Lichts war also bis 1915 (dem Jahr der Veröffentlichung der ART) gut bekannt. Weiß jemand, wann die Elektrodynamik erstmals "relativistisch" formuliert wurde, d.h. mit Viererpotential und Faraday-Tensor? Wie gesagt: Einstein genügte bereits die Entscheidung, ob die Lichtablenkung am Sonnenrand 0,875 Bogensekunden (Soldners Wert) oder 1,75 Bogensekunden (ART-Wert) beträgt. Die Maxwell-Gleichungen wurden meines Wissens in der Zeit von etwa 1870-1900 auf eventuelle Zusatzterme abgeklopft, eben weil es damals noch kurios war, daß sie nicht Galilei-invariant sind (was suggerierte, daß sie nur in einem einzigen Inertialsystem gelten sollten). Soweit ich mich erinnere, geht Max von Laue in seinem Relativitätstheorie-Lehrbuch sehr ausführlich auf diese Geschichte ein. Nein. Die Experimente von Pound, Rebka und Snider wurden in den 60er Jahren durchgeführt, und zwar mit Hilfe des Mößbauer-Effekts. Meines Wissens hat man vorher erfolglos versucht, den Effekt an Linien im Sonnenspektrum nachzuweisen, wobei der Mißerfolg AFAIK dadurch verursacht wurde, daß die leuchtende Sonnenoberfläche nicht ruhig genug ist (was zu Dopplerverbreiterung etc. führt). Ich bin mir nicht sicher, ob er es tatsächlich tat, aber zumindest lag es für Einstein nahe, ein solches Experiment zur Überprüfung seiner Theorie vorzuschlagen. MfG, Jürgen |
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#29
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| Gerhard Kemme schrieb: [...] Kritik sollte fundiert sein. Und da die innere Widerspruchsfreiheit der Relativitätstheorie mathematisch beweisbar (und mathematisch bewiesen) ist, bleibt für Kritiker nur noch die Anführung von Experimenten, die ein anderes Ergebnis liefern, als die Theorie vorhersagt. Warum wohl hat mir noch keiner ein solches Experiment genannt, obwohl ich häufig danach frage? MfG, Jürgen |
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#30
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