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#11
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| "C. Gerald Knizia" schrieb: [...] Muß es auch gar nicht. Die Prämisse lautet nämlich: Die Lichtgeschwindigkeit ist konstant relativ zum ruhenden Äther. Deshalb lautet die Erwartung an den Ausgang des Experiments: Es sollte einen Laufzeitunterschied des Lichts auf den beiden Interferometerarmen geben, abhängig von deren jeweiliger Bewegung durch den Äther und feststellbar an einer Änderung des Interferenzbildes, wenn man die Apparatur dreht (so daß sich die Bewegungsrichtung der Interferometerarme relativ zum Äther ändert). Das (damals überraschende) Resultat des Experiments war bekanntlich, daß kein solcher Effekt nachweisbar war. Dafür kommen jetzt im wesentlichen zwei Erklärungen in Frage: a) Äther-Erklärung: Es gibt zwar im Prinzip einen Äther, aber dieser führt zu einem zusätzlichen, bisher nicht berücksichtigten Effekt, nämlich zu einer Stauchung des Interferometers in Richtung seiner Bewegung durch den Äther. Diese Stauchung ist quantitativ gerade so groß, daß sie den erwarteten Effekt auf die jeweiligen Lichtlaufzeiten genau kompensiert. b) SRT-Erklärung: Es gibt keinen Äther, alle Inertialsysteme sind gleichberechtigt, und es gibt keinen Unterschied zwischen Ruhe und gleichförmig-geradliniger Bewegung. Hieraus folgt sofort und geradezu trivial das beobachtete Nullresultat. Man braucht wohl nicht zu betonen, daß Möglichkeit b) die einfachere ist, da sie darauf verzichtet, erst ein Medium einzuführen und dieses dann durch Einführung von Zusatzeffekten unbeobachtbar zu machen. Richtig. Aber wenn Du mich fragst, ist das Michelson-Morley-Experiment (insbesondere für interessierte Laien) leichter zu verstehen als die Transformationseigenschaften der Maxwell-Gleichungen. Was ich da überflogen habe, scheint darauf abzuheben, daß die Uhren eine Drift aufwiesen. Darum geht es bei dem Experiment aber gar nicht, da diese Drift weitestgehend linear ist und sich bei der Erwartung deshalb "heraushebt", weil man die Zeitdilatation an dem "Versatz" der entsprechenden Geradenstücken ablesen kann. Natürlich nur an dem zweiten der beiden Diagramme, das ich auch so aus den Science-Artikeln in Erinnerung habe. Wenn Du Dir mal die Skalierung der Ordinate des ersten Diagramms anschaust, wirst Du hoffentlich nicht erwarten, daß Du den Effekt da auch unmittelbar ablesen kannst (und dieses Diagramm anzuführen, halte ich deshalb für einen schlechten Taschenspielertrick). Du solltest auch die Alternative mitberücksichtigen, nämlich die Newton´sche Gravitationstheorie. Und dann sieht´s so aus: - Schon im 19. Jahrhundert war bekannt, daß die Merkurbahn signifikant von der Vorhersage der Newton´schen Theorie abweicht. Die ART erklärt dies mit der Perihelpräzession, und man hat diese nicht nur beim Merkur, sondern auch bei Venus, Erde, dem Asteroiden Ikarus sowie einigen Doppelsternsystemen nachgewiesen. - Aus Newtons Gravitationstheorie folgt kein Einfluß der Gravitation auf das Licht. Das liegt daran, daß ein skalares Gravitationsfeld nicht an das elektromagnetische Feld koppelt. Man kann damit also weder die bereits von Eddington beobachtete (und mit VLBI inzwischen sehr genau gemessene) Lichtablenkung, noch den damit verwandten (und mit Marssonden sehr genau gemessenen) Shapiro-Effekt, noch die gravitative Rotverschiebung (Pound et al.) erklären. Die ART hat mit alldem kein Problem. - Der Thirring-Lense-Effekt, den es in der Newton´schen Theorie ebenfalls nicht gibt, ist meines Wissens jüngst nachgewiesen worden. - Gravitationswellen gibt es in der Newton´schen Theorie ebenfalls nicht, was daran liegt, daß die Gravitation nach Newton eine Fernwirkung ist. Seit Hulse/Taylor gelten Gravitationswellen aber zumindest als indirekt nachgewiesen. [...] MfG, Jürgen |
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#12
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| Adrian J. Drakeman wrote: Damit hast du das einzig Richtige getan. Leider gibt hier außer solchen Clowns wie Oleg Stolz, Heinz Blüml, Dieter Grosch oder dem König der Trolls, Fritz Kraut, auch einige Leute, die nicht müde werden, die eben genannten zu füttern. Wenn man dies bleiben ließe, dann würden sich die Spinner irgendwann von alleine verziehen oder schlimmstenfalls ein armseliges Dasein als Anti-RT-Spammer fristen. Diese Ausführungen richten sich natürlich gegen die genannten Personen, die das gerne persönlich nehmen dürfen. |
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#13
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| Theo Wollenleben schrieb Gottseidank sind die hiesigen alle ziemlich gutartig (benign). "Gut" oder erwähnenswert ist z.B. auch Tom Berger, der einigermaßen oft zu Beginn seiner länglichen, tendenziell auf jeden einzelnen wahlweise zitierten Satz eingehenden, Postings eine Behauptung als für jedes Kind völlig offensichtlich hinstellt, um dann, nachdem er sich dann innerhalb jenes länglichen Postings dann im Beliebigkeitsraum völlig frei herum assozierend die Zeit vertrieben hat, das Gegenteil seiner eingangs aufgestellten Behauptung als absolut total bewiesen zu vertreten |
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#14
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| Juergen Clade schrieb: Ja, wenn man davon ausgeht, dass EM-Wechselwirkungen einen Äther brauchen, um sich fortzupflanzen. Wenn man daran aber sowieso nicht glaubt, gibt es keinen Grund hier irgendetwas außer einem Nulleffekt zu erwarten - und zwar völlig unabhängig davon, ob man sich Licht als kleine Billardbälle mit klassischer Dynamik (und Transformation) vorstellt oder sie relativistisch betrachtet... Sicher ist es leichter zu verstehen. Man kann damit auch schön zeigen, dass die einfache Vorstellung eines Äthers, wie man sie am Ende des 19sten Jahrhunderts hatte, nicht zutreffend ist. Aber: Diese Vorstellung ist auch nicht wirklich intuitiv - die meisten Laien _hätten_ sie wohl gar nicht, wenn man sie nicht extra einführen würde, um sie durch das Experiment zu widerlegen. M.E. geht die Beschreibung dieses Experiments als Grundlage der SRT am eigentlichen Punkt vorbei. Die absolute Konstanz der Vakuumlichtgeschwindigkeit (und damit die Motivation der Lorentz-Transformationen) ist _daraus_ nämlich so nicht abzulesen. Aus der Gültigkeit der Maxwellgleichungen in jedem Inertialsystem aber schon. Was kritisiert wird, ist nicht, dass die Uhren einen Drift hatten, sondern dass sich dieser Drift während ihrer Reise häufig zufällig änderte - und zwar beträchtlich. Der Autor führt aus, dass die Driftänderungen und ihre Korrekturen teilweise größer als der eigentliche Messeffekt sind. D.h. dass der Drift eben nicht linear war. Ich möchte nicht sagen, dass ich ihm in allen Punkten rechtgeben würde. Aber eines stimmt sicher: Der Science-Artikel beschreibt eine Genauigkeit der Bestätigung, die in Wirklichkeit nicht vorhanden war. Dazu kann ich zugegebenermaßen nichts sagen, weil ich es selbst mangels Interesse nie betrachtet habe. Allerdings haben das viele, die diesen Beweis anführen, auch nicht. Nunja, auch in der newtonschen Gravitationstheorie ist die Bahn eines Teilchens im Gravitationsfeld im wesentlichen von dessen Masse unabhängig (Da Beschleunigung ~ Masse und Gravitationskraft ~ Masse. Eine Extrapolation zu Masse -> 0 ist so abwegig nicht.). Ohne den konkreten Wechselwirkungsmechanismus der Gravitation _experimentell_ bestimmt zu haben, würde ich das deshalb auch nicht davon ausgehen, dass eine Kopplung unmöglich ist, wie du schreibst: Genau genommen ist das ja keine Erklärung sondern die Feststellung "Licht wird bei Newton nicht durch Gravitation beeinflusst. Punkt.". Sicher tauchen entsprechende Terme in den Maxwellgleichungen nicht auf, aber das heißt ja nicht prinzipiell, dass das Problem unbedingt an der Gravitation liegen muss. Im "Teilchenbild" des Lichtes ist Rotverschiebung jedenfalls kein Problem, auch wenn diese Betrachtung sicher nicht angemessen ist. Meine QED ist allerdings noch viel zu armselig, um das "in richtig" zu betrachten. Wobei sich an dieser Stelle immer noch die Frage stellt, wie optimistisch die Datenaufnahme und Auswertung betrieben wurde. -- - C. Gerald Knizia/cgk | #28673212 | this post was made with intention |
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| Am Thu, 20 Jan 2005 17:10:45 +0100 schrieb Jasper Riedel: Mann, da hast Du für den schlichten Hinweis darauf, dass ich lernfähig bin, glatt 8 Zeilen Text gebraucht. Prima Leistung. T:-)m Berger -- ArchTools: Architektur-Werkzeuge für AutoCAD (TM) ArchDIM - Architekturbemaßung und Höhenkoten ArchAREA - Flächenermittlung und Raumbuch nach DIN 277 Info und Demo unter [Only registered users see links. ] |
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| Tom Berger schrieb So, dann lies am besten noch mal den Faden i.S. Restauration des verbrannten Stücks Papiers nach |
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| Am Thu, 20 Jan 2005 18:32:19 +0100 schrieb Jasper Riedel: Den kenne ich noch gut. Das war einer der wenigen Threads, wo andere was von mir lernen konnten. Das kannst Du daran erkennen, dass meine Position am Anfang des Threads noch dieselbe war wie am Ende. Tom Berger -- ArchTools: Architektur-Werkzeuge für AutoCAD (TM) ArchDIM - Architekturbemaßung und Höhenkoten ArchAREA - Flächenermittlung und Raumbuch nach DIN 277 Info und Demo unter [Only registered users see links. ] |
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| On Thu, 20 Jan 2005 21:25:15 , Gerhard Kemme <[Only registered users see links. ]> wrote: In dem von mir, schon in einem hnderen Thread (RT ein Schnuller für Dummköpfe) gesetzten Link [Only registered users see links. ] gibts kompetere kritische Aussagen und Beleuchtung von Hintergründen. Diese Kritik ist o alt wie die RT, doch scheinen immer wieder Gesundbeter das Wunschdenken und die Glaubenssucht von schlichten, inbrünstigen Gläubigen zu genügen. Selbst, dass die Lorentz-Transformation mathematischer Murks ist, und auch viele andere (offensichtlichen) Ungereimtheiten, die anderweitig zum Denken anregen würden, fechten die füsikalischen Dominikaner nicht an in ihrem treuen Glauben. Es geht, bei den Groupies und Glaubenden der RTaus meiner Sicht, zu, wie in einer fundamentlaistischen Sekte, wo die Glaubensbotschften des Gurus unter allen Umständenhochgehalten werden müssen. h |
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| Adrian J. Drakeman schrieb in der newsgroup de.sci.physik: Hallo, Zu einer Theorie gehören Kritiker - zumindest nach traditionellem Verständnis. Gäbe es keine konsequenten Versuche ihrer Falsifikation, dann hätten wir es vielleicht mit einem Glaubens-Dogma zu tun. Vielleicht käme es auf erste Gesprächsansätze zwischen den Kontrahenten an - wenn kollegiale Dispute wieder möglich sind, dann könnten systematisch die Grenzen der SRT durchdiskutiert werden: Man käme aus dem entweder falsch oder richtig heraus und es könnten logisch überzeugende Ansätze erarbeitet werden. Entweder die ursprünglich von Albert Einstein vorgetragenen Begründungen sind in Ordnung oder die Theorie hat ein Manko. Das Problem bei dieser Theorie sind die ständig nachgeschobenen Pseudo-Beweise, die, wenn sie mit viel Aufwand widerlegt worden sind, sofort einen neuen nach sich ziehen, dessen "Denkdreher" noch raffinierter verborgen ist. Mit den Atomuhren ist das son Ding, meine ich. Lasse ich die eine rotieren und die andere bleibt in Ruhe, gehen sie unterschiedlich. Lass uns mal einen Wecker in eine Bohrmaschine einspannen und rotieren. Wetten er geht falsch! Wenn Bewegungen voneinander unabhängig sind, dann kann die Lichtgeschwindigkeit überschritten werden. Was fehlt ist eine Theorie des Aethers, z.B. : [Only registered users see links. ] Theorien sind ja geistige Großgebilde, d.h. es handelt sich um keine einzelne schnell mal eben beweisbare Sache. Insbesondere entziehen sich ihre Gegenstände teilweise der unmittelbaren Anschauung Es käme überhaupt erstmal auf die Akzeptanz von Kritik an, was bisher nicht im Ansatz möglich war. Bewiesen ist an dieser Theorie nichts, sie stimmt aufgrund ihrer kommunikationsfernen Praxis absolut nicht. Geht ja nicht anders bei solchen Denkfehlern. Es wird die Existenz eines Lichtäthers abgestritten, trotzdem behält das Licht seinen Wellencharakter - mit sich zeitlich ändernden Feldvektoren. Die kann man nun einmal nicht als physikalische Ursache für ein Phänomen ansehen - so was sind alles flinke rein verbale Änderungen, wenn die Gegenbeweis-Last zu drückend wird. MfG Gerhard Kemme -- Immer auf dem aktuellen Stand mit den Newsgroups von freenet.de: [Only registered users see links. ] |
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