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#121
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| Hallo Ralf, ..... Auf welche Weise der Jemand das Jahr der Untersuchung meines Personalausweises benennt und welche Zeitskala er benutzt, bestimmt allein er. Er stellt dabei fest, aus welchen Jahren seiner Skala der Personalausweis sowie die nachträgliche "Korrektur" stammen. Dieses Verfahren ist von der im Ausweis genannten Jahreszahl unabhängig. Wenn er sich durch die Jahreszahl in die Irre führen lässt, so bleibt die Korrektheit seiner Skala davon unberührt. Illigs Behautung, die Zeitskalen anderer seien generell nicht in Ordnung, ist daher abzulehnen. Wenn er mit den modernen Zeitskalen nicht zurecht kommt, so muss er sich an die eigenene Nase fassen. Sie behaupten nur, dass dies passiert sein könnte. Dass es den Otto, der dafür verantwortlich sein könnte, tatsächlich gegeben hat, behaupten sie nicht. Wo kämen sie da hin? Da bräuchte man ja nur zu fragen, wie sie die Existenz Ottos nachweisen, um das System zum Einsturz zu bringen Wieso? Die Kriminal- und Fälschungsgeschichte ist Teil der Geschichte. Diese stellt die Fakten fest und wie sie früher und heute dargestellt bzw. umgelogen wurden und werden. Die Werkzeuge hierzu, z.B. die benutzte Zeitskala, bleiben davon unberührt. Wenn die Zeitskala nicht in Ordnung ist, dann ist das Sache des Anwenders. Ebenso kann eine Raumfahrtmission daran scheitern, dass man Meter mit Feet verwechselt. Unter einer historischen Datierung verstehe ich eine Datierung, die in vergangenen Zeiten benutzt wurde. Diese muss man mit einer moderne Datierung, z.B. der heutigen Version der AD-Jahreszählung in Beziehung setzen und dabei das Vorgehen genau begründen. Das ist in der Physik nicht anders als in der Geschichte. ............. Was prüft Du im Fall der Phantomzeitthese? Da muss Du doch erst das sinnlose Blabla in was anderes umgewandeln, das Du prüfen kannst. Du selbst hast die Version angeboten, das geprüft werden soll, ob alle Fakten bzgl. der Vergangenheit, die Illig anerkennt und die für älter als x Jahre gehalten werden, in Wahrheit x - 297 Jahre alt sind. In dieser Form ist die These richtig, weil Illig keine von anderen behaupteten Fakten anerkennt und auch nicht sagt, was er anerkennt. Ähnlich aber nicht ganz so schlimm ist das bei Hans-E. Wenn der die gut belegte Aussage anerkennen würde, dass die Siebentagewoche seit der Erschaffung der Welt gemäß der Bibel ununterbrochen eingehalten wurde, dann könnte man seine Zahl von 108141 Tagen sofort auf den Müll werfen, weil sie nicht ganzzahlig durch 7 teilbar ist. .... Die Merowinger werden nicht über die Kalender datiert, die sie benutzten. Eher ist es umgekeht, dass die damals verwendeten und nicht immer leicht verständlichen Datierungen aus dem erschlossen werden, was man sonst noch über diese Zeit weiß. Auf dem Mond wurden gar keine Kalender gefunden. Trotzdem kann man auch dort datieren. .............. Ich sprach vom Umfang des als Kugel angenommenen Geoiden "Normalnull". Diese Betrachtung hatte während der französischen Revolution wohl noch Gültigkeit. Da müsste man aber in den Akten nachsehen. Wie auch immer: Der Bezug zur Erde erwies sich als ungenau und die Länge des Urmeters selbst wurde für die Definition herangezogen. ......... Wenn man in der Geschichte datieren möchte, was ja nicht unbedingt nötig ist (oft genügen auch Begriffe wie früher und später), dann braucht man eine intakte Zeitskala. Man könnte z.B. die gut erkennbaren Jahresringe einer lebenden kalifornischen Kiefer von außen beginnend von 1 bis 4000 durchnumerieren und diese Zahlen als das Alter der Jahresringe bezeichnen. Anschließend könnte man diese Zählung unter Verwendung der Zahl 2004 in die (moderne) AD-Jahreszählung umrechnen, die Formel dazu kann bei Bedarf nachgeliefert werden. Die Zahlen zwischen 614 und 911 würden in diesem Fall nicht fehlen. Unbestritten ist jedoch, dass Illig sich für den Eigenbedarf eine Skala einrichten darf, bei der sie fehlen. Gruß Michael |
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#122
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| X-No-Archive: Yes begin quoting, "Hans-E. Korth" schrieb: Nichts; aber machst Du das denn? Du hast ja nicht die Zeitpunkte (Ortszeit) genommen, die sich aus dieser Datenbasis herleiten lassen, sondern stattdessen die mit diesen korrespondierenden Ephemeridendaten. Das ist aber nicht dasselbe - daß sie auf den Tag übereinstimmen, ist schließlich unspannend. Richtig - diese "Umrechnung" ist nämlich bei der Ermittlung von Delta_T-Werten völlig sinnfrei. Du rechnest statistisch mit um mittlere Zyklenvielfache (bzw. Abweichungen von den ganzzahligen Vielfachen) verschobenen Zeitpunkte anstatt mit den wahren Eklipsenzeitpunkten (die man natürlich mangels unabhängiger Beobachtungen nur den Ephemeriden entnehmen kann) - richtig? Wieviele tropische Jahre liegen rechnerisch zwischen dem 1. September 614 und dem 31. August 911 - 296, 297 oder 298 Jahre? Fangen wir doch mal ganz klein an: Vom 1. 9. 614 bis zum 31. 8. 615 vergingen 615 - 614 = 1 Jahr, vom 1. 9. 614 bis zum 31. 8. 616 vergingen 616 - 614 = 2 Jahre, [...] vom 1. 9. 614 bis zum 31. 8. 911 vergingen 911 - 614 = ??? Jahre ? Ich und mein Taschenrechner kommen da auf ??? = 297. Oder bin ich hinsichtlich der "magischen Daten" nicht so recht unterrichtet? Oder hängt die Arithmetik hier vielleicht davon ab, ob sie real "vergingen" oder nicht? ;-) Und der "durchlaufende Kalender" zur sinnvollen chronologischen Einordnung ist natürlich der proleptische Julianische Kalender, oder, wenn's konveniert, auch mal das Ephemeridenjahr - sind völlig äquivalente Datierungsmöglichkeiten. Mit dieser Ansicht verläßt Du definitiv den Boden der wissenschaftlichen Seriosität. Aber wenn's schon bei den Grundrechenarten hapert ... Welcher Ast? Es wird Zeit, den Fallschirm zu betätigen. Gruß aus Bremen Ralf -- R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen: adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission gesamt heraus Immission interessiert korreliert korrigiert Laie nämlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus |
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#123
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| X-No-Archive: Yes begin quoting, "Hans-E. Korth" schrieb: Das stört mich genauso wenig wie ein ganzer Monat. Richtig - könntest Du es mir vielleicht erklären? Ich verstehe das leider ganz und gar nicht. Wenn ich Dich richtig verstehe, dann ist also davon auszugehen, daß an dem zeitlichen Abstand der Einzelbeobachtungen des babylonischen Katalogs voneinander innerhalb der Liste im wesentlichen keinerlei Zweifel bestehen. Das Problem besteht also im wesentlichen darin, festzustellen, vor wieviel Tagen von jetzt an gerechnet eine dieser Ereignisse stattgefunden hat - wenn man eine der Beobachtungen diesbezüglich dingfest machen kann, dann liegen damit automatisch alle anderen auch kalendarisch fest. Ist das richtig? Nun wird konventionell irgendeines dieser Ereignisse beispielsweise ungefähr auf das (proleptische julianische) Jahr -650 der christlichen Zeitrechnung datiert und wäre demzufolge nach der "langen Chronologie" vor ca. 2650 Jahren geschehen. Die Alternativhypothese dazu sagt, daß diese Kalenderrechnung zu einem ca. 300 Jahre zu langen Zeitraum führt, weil irgendwann im MA einfach ca. 300 Jahre willkürlich in den Kalender hineinmanipuliert worden seien, es war also bis zu einem Zeitpunkt das Jahr X, und dann ging jemand hin und sagte, daß "Jetzt" das Jahr X+300 wäre, und von da an wurde wieder Jahr für Jahr um Eins weitergezählt. Unter dieser Voraussetzung hätte das o. a. hypothetische Ereignis also nicht vor 2650, sondern real vor 2350 Jahren stattgefunden. Wenn man also eine Datierung benutzt, die auf der Ermittlung der Jahre bis heute und nicht auf einem Bezug auf historische Ereignisse beruht, würde man zu einer Datierung auf das Jahr -350 kommen. Das waren jetzt alles "Daumenwerte" - dürfte ich Dich bitten, das ganze mal anhand einem oder mehrerer Beispiele mit konkreten, genauen Zahlen zu erläutern? Es wäre vielleicht auch hilfreich, dazu eine Skizze wie Reales Ereignis * Absolute Zeit: ----|----|----|----|----|----|----|----|----|----> / / / / / /| / / / / / / | / / / / / / | / / / / / / | / / / / / / | Alternativ: ----|----|----|----|----|-( FTZ )-|----|----|----> (*) * "falsche" | | "richtige" Datierung oder geeignet modifiziert zu benutzen. Zum "Jahr-Null-Problem": Auch da kann ich Dir leider genauso wenig folgen wie bei der Frage eines eingeschobenen oder vergessenen Mondmonats - wenn die Zeitdifferenzen innerhalb des babylonischen Liste feststehen, kann auch das nur dazu führen, daß man *sämtliche* dieser Beobachtungen um einen Monat früher oder später datiert. Aber ich will mich bemühen: Wenn ein "falsch" datiertes Ereignis *und* dessen "korrekte" Datierung _vor_ die Zeitenwende fallen (wie z. B. das Paar [-650, -350]), dann spielt das "Jahr Null" *für die Differenz* keinerlei Rolle. Anders, wenn die "konventinelle Datierung" kurz vor die Zeitenwende fällt (z. B. ins Jahr -100) und mithin die "korrigierte" Datierung danach - dann macht die "Jahr-Null"-Konvention *bei gleicher Zeitdifferenz* einen Unterschied um Eins in der Jahreszählung aus. Richtig oder falsch? (Auch hier wäre es gewiß hilfreich, den Sachverhalt ggf. an ganz konkreten Zahlenbeispielen zu verdeutlichen.) Wir sind uns also einig, daß ein fehlerhafter Anschluß zwischen zwei verschiedenen Kalendersystemen keinen Einfluß auf die Berechnung von Zeitdauern innerhalb jedes dieser Kalender hat. Dann verstehe ich allerdings nicht, wieso aus den 297 Jahren PhZ plötzlich Zeitabstände von 298 Jahren in Babylon werden sollen. | / _ - _ - . Mond | / - . /___ | \ Erdschatten - / \ | / / \___/ - | Max. \ |° - . Ekliptik . - . - | - . - . - o - . - K - | - . - . - . - . /| Knoten - . \ | / - . / | Mond- - . \ | / bahn - /_ | _ - / | Länge des Vollmonds Ok, hast offenbar recht: die maximale Verfinsterung wird erreicht, wenn der Mond durch die Senkrechte durch die Erdschattenmitte auf die Mondbahn geht (Schnittpunkt hier mit °Max markiert), und die liegt wegen der geringen Neigung der Bahn von ca. 5° gegen die Ekliptik tatsächlich sehr viel dichter an der Vollmondposition als am Knoten K (sin^2(bahnwinkel)~.0076). Sowieso, weil "Milchmädchenrechnung". Ja, aber sowohl die Parabel als auch der Spline sind natürlich an die Differenzen zwischen *beobachteten Ortszeiten* und _zugehörigen_ Ephemeriden angefittet. Innerhalb von 300 Jahren machen aber die Wertunterschiede von Delta_T innerhalb jeder der beiden Approximationen wenig aus - es empfiehlt sich dennoch, die plausiblere zu wählen. Eine gute Viertelstunde sind da aber nicht so prall - der Vollmond und auch dessen Verfinsterung sind natürlich auch noch vor Sonnenuntergang sichtbar, und die genaue Ortszeit ist wegen der Unregelmäßigkeiten der Umdrehungsgeschwindigkeit unsicher. YEP Er wohl schon, aber Du machst das nicht. Der Mond liegt eben i. a. nicht in der Ekliptikebene - die kleine senkrechte Kraftkomponente auf die Bahn ist durchaus nicht zu vernachlässigen. Ich kann auch nichts dafür, daß die Verhältnisse recht kompliziert sind - beispielsweise wirkt auch der "Äquatorwulst" der Erde wie ein zusätzlicher Störkörper. Die (kleine) Änderung der Bahnneigung hat schon ihre Richtigkeit, ebenso die Veränderung der Neigung der Erdachse (=Schiefe der Ekliptik). Die "Annahmen" sind einfach die Gesetze der relativistischen Mechanik. Die Richtigkeit kannst Du natürlich belegen ;-) Gruß aus Bremen Ralf -- R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen: adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission gesamt heraus Immission interessiert korreliert korrigiert Laie nämlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus |
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#124
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| X-No-Archive: Yes begin quoting, Michael Klemm schrieb: Du hast eine etwas ätzende Diskussionsführung. Wenn man eine Arbeitshypothese aufstellt, um die logischen Folgerungen aus einer Annahme zu überprüfen, ist es völlig unangebracht, an dieser Annahme herumzukritteln, es ist allein zielführend, die Schlußfolgerungen zu untersuchen. Das hat nämlich z. B. den Sinn und Vorteil, daß, wenn ein korrekter Schluß zu einem unwahren Ergebnis führt, daraus rückwärts die Falschheit der Annahmen resultiert. Das "Daher" ist an dieser Stelle Unfug, deshalb erspare ich mir, darauf einzugehen. Von mir aus. Ich befasse mich hier nur mit den astronomischen Aspekten. Weil es so vorausgesetzt war. Es war ein Modellbeispiel, ok? Und ich hatte es anders definiert. Man sollte schon ein wenig auf den Diskussionpartner eingehen, sonst hält man sehr bald unerhörte Monologe. (Es ging hier um eine (relative) Datierung anhand des historischen Kontextes im Gegensatz zu einer absoluten Datierung anhand physikalischer o. ä. Kriterien.) Das schrieb ich: ich untersuche, ob man historische astronomische Beobachtungsberichte anders als entsprechend der konventionellen Datierung auch um eine bestimmte Zeit verschobenen Ephemeriden zuordnen kann (wobei ich annehme, daß die Ephemeriden reale, beobachtbare Ereignisse beschreiben). Nicht "alle", sondern gewisse astronomische Beobachtungen. Und wenn die Prüfung negativ ausgeht, also die Berichte mit einer solchen Verschiebung unvereinbar sind, dann ist die Illig-These bereits widerlegt, weil sie die Beobachtungen dann nicht mehr erklären kann. Darf man das nicht? Quatsch. Erstens wüßte ich nicht, wie diese ununterbrochene Tradition denn belegt sein sollte, und zweitens halte ich die Frage überhaupt für irrelevant. (Übrigens ist 108495 auch nicht durch 7 teilbar.) Irrelevant. Es geht einfach darum, was eine zeitgenössische urkundliche Datumsangabe nach Ansicht des Schreibers zu bedeuten hatte, und wie es sich später und bis heute verhält. Wenn und falls ein merowingischer Schreiber beispielsweise einen 25. XII. XYZ als ein Weihnachtsdatum notiert, würden wir gerne wissen, welches Datum das in unserem Kalender wäre und wie lange es also her ist. Mach das mal. Und schau Dir z. B. die Lebensdaten von Descartes und anderen vorrevolutionären frz. Mathematikern an, dann unterschätzt Du sie nicht so herbe. Das ist natürlich richtig. Ja. Das nützt nur wenig, wenn babylonische Astronomen auf ihre Keilschrifttafeln die Jahresringzahl nicht notiert haben. Das war irgendwie nicht so die Frage - die ist vielmehr, welche Skala *wir* *aktuell* benutzen, und ob auf der irgendwelche Eckwerte wie die Schlacht von Cannae, Caesars Ermordung oder die Gründung der Abtei Werden richtig eingetragen sind oder nicht. Gruß aus Bremen Ralf -- R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen: adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission gesamt heraus Immission interessiert korreliert korrigiert Laie nämlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus |
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#125
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| Ralf Kusmierz schrieb: Wie kommt TSK zur Feststellung dieser Übereinstimmung? Welche Keilschrifttafeln meint er? Dieser Satz ist in jeder Hinsicht problematisch und suggeriert falsche Gewissheiten: (1) Der Almagest des Claudius Ptolemäus liegt uns heute nicht mehr in seiner ursprünglichen Fassung vor. Der ursprüngliche Almagest war - wie aus alten Kommentaren zu schließen ist - ein anderes Werk als das heute vorliegende. Der Münchener Arabist und Almagest-Experte Paul Kunitzsch weist dies in mehreren Büchern detailliert nach. Der Datensatz des Almagest ist heute nur noch mit größter Vorsicht zu genießen. (2) Weiter gelten auch die babylonischen Keilschrifttafeln Astronomen bislang nicht als verlässlicher Datensatz. Vom umfangreichsten heute bekannten geschlossenen Datensatz heißt es in der Dokumentation zum Programm Alcyone Ephemeris: "The most extensive body is in the Babylonian Astronomical Diaries, fragments of which, in varying state of preservation, survive from -651 to -60, but these do not appear to be reliable, as shown by the many erroneous lengths of true synodic periods between observations of phenomena bounding single synodic periods; errors of two or three days are very common and far larger errors also occur. It is next to impossible to evaluate the reliability of a single observation within a range of ±2 or ±3 days." (3) Schließlich gibt es zweifellos Bezüge zwischen den Babyloniern und Ptolemäus, denn griechische Astronomen haben die babylonische Astronomie mit Sicherheit gekannt. Hier von "unabhängigen Datensätzen" zu sprechen ist deshalb wissenschaftlich höchst ungenau, wenn nicht sogar inkorrekt. Wenn ich hier für mich sprechen darf: Das Einzige, was mich überzeugen kann, ist saubere, unvoreingenommene, kritische Analyse und Auswertung von historischen Quellen. Jedes gewaltsame Einpassen solcher Quellen in überlieferte, aus voraufgeklärten Zeiten unkritisch übernommene historische oder chronologische Interpretationsschemata ist mir suspekt. TSK kann von mir aus gerne der Meinung sein, dass er über den Almagest besser Bescheid weiß als der quellenanalytisch extrem sorgfältig vorgehende Arabist und Almagest-Experte Paul Kunitzsch. Die Meinung von TSK über sich selbst ist aber für mich nicht verbindlich. Ich bin Wissenschaftler und lasse mich nicht von bloßen Meinungen, sondern von guten Argumenten überzeugen. Wer wie TSK (oder etwa auch Fr. Krojer) glaubt, beim Almagest hätten wir es mit einer ungebrochenen, unproblematischen Tradition seit dem 2. Jh. n. Chr. zu tun, möge uns hier einmal erläutern, wo denn eigentlich der arabische Name des Werkes ("Al-magesti") herkommt. [...] Jan |
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#126
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| Ralf Kusmierz schrieb: Hast du ne Ahnung, wie pingelig die Historiker da sind ;-) Ich mühe mich redlich: 1. Der Mittelwert der Vollmond-Knoten-Differenz ist gewiss 0. 2. Bei Mittelung über viele Eklipsen (bzw Jahre) fallen Zeitgleichung und Mondbahnanomalie raus. Es reicht auch, für Eklipsentage 0:00 UT zu rechnen, da die realen Mofis gleichverteilt davor und dahinter liegen. 3. Die Ephemeridenrechnung liefert eine unverstandene Abweichung gegenüber dem überaus genau gemessenen Knotenzyklus von ca 8h. 4. Die Abweichung der Zyklen bei 108141 Tagen beträgt ebenfalls ca 8h und liefert damit die Erklärung hierfür. 108141 Tage, das wären 296 Jahre und 1 Vollmondzyklus. Für diese Zeitspanne finden wir als Erklärung -297J (historische Betrachtungen - andere Baustelle). Für den Rest müssen wir noch was Plausibles finden. Mein Vorschlag: Das Jahr 0 und der unbestimmte Schaltmonat. 5. Die Rechnung mit den gemessenen Zykluslängen liefert, wie nach Obigem eigentlich zu erwarten, konventionell eine Abweichung von ca 8h, um 108141 Tage verschoben eine Abweichung von ca 0h. 6. Die für die Streuung dieser Werte gefundenen Beträge (2,5h bei 20 Keilschrift-Mofis, 0,4h bei 1700 Ephemeriden-Mofis) schließen eine zufällige Übereinstimmung sicher aus. Folgerung: Entweder ist die konservative Rechnung richtig, dann werden sich ihre vielen Unwahrscheinlichkeiten möglicherweise irgendwann vielleicht endlich aufklären. Oder die FZT stimmt, dann ist alles klar Tertium non datur. Genau. Richtig. ich mal da mal rein, wenn du erlaubst - das ist ja durchaus richtig: Die Angabe geänderter Jahreszahlen ist mE. nicht sinnvoll und schafft nur Verwirrung. Schließlich bezeichnen die gewohnten Jahreszahlen historische Bezüge. Es geht dabei letztlich um die Frage, ob man die Ereignisse an den Zahlen festmacht, oder die Ereignisse an den Zahlen. .... Richtig, für die Differenz nicht. Aber für die Rückrechnung von Mofis brauchst du natürlich die Anzahl der seit damals vergangenen Jahre ("Interferenz wird oft vermisst, wenn man sie sucht wo sie nicht ist", heißt es in der experimentellen Optik ;-) Auch richtig. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass sich die Astronomen noch lange nach 1AD am alten babylonisch/alexandrinischen Kalender orientiert haben. ACK 296 Jahre! Wenn Giuseppe Verdi sich um 1850 überlegt hat, dass sein König Nabucco um 450BC verblichen war, dann blickte er beim Komponieren um 2299 Jahre zurück. Nach der FZT wurden 297 Jahre des FMA zuviel gezählt, sodass Verdi nur 2002 Jahre weit hätte blicken müssen. Falls sich nun herausstellt, dass auch das Jahr 0 zu zählen ist, dann wären es 2003 Jahre. Die zeitliche Abfolge der Herrscher bleibt davon natürlich völlig unberührt. Was wirklich Sache ist (sowohl die -297 Jahre, wie auch +1 Jahr 0), lässt sich nur an der Übereinstimmung der verschiedenen Modellvorstellungen mit den Überlieferungen prüfen. .... Hat mich auch gewundert, aber das war Stephensons Begründung. Ausserdem nennt er die systematische Abweichung der mittelalterlichen Beobachtungen der Araber (auch ca 1000 sec). Die scheinen sich nicht um die Jahreszählung in Europa geschert zu haben. Ohne das Weglaufen der Knoten liegen ihre deltaT Werte dicht auf der Gezeitenparabel. .... Bei der Periheldrehung des Merkur mag 'relativistisch' angehen... ...die Widerspruchsfreiheit schon. Und ich kann auf die unbelegten Annahmen bei der konventionellen Rechnung hinweisen. Naturwissenschaftliche Hypothesen sollten ja grundsätzlich falsifizierbar sein, nur lässt sich dieser Zeitpunkt durch Zusatzhypothesen erstaunlich weit hinausschieben. Mit ein paar kleinen Modifizierungen hat man auch schon eine physikalisch schlüssige Hohlwelt hinbekommen. Da halt ich mich aber reus - keine Sorge :-) Hans-E. |
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#127
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| X-No-Archive: Yes begin quoting, "Hans-E. Korth" schrieb: Die mögen sich aus den Naturwissenschaften raushalten ... Mag sein. Von mir aus. Nein, tut sie nicht. Es existiert gar keine statistische Abweichung. (BTW: wie, glaubst Du denn, wird dieser Knotenzyklus so "überaus genau gemessen"?) Aber da war doch gar nichts zu erklären. Hier kommen wir so langsam zum Kern meiner Frage. Was macht das Jahr Null da? <news:[Only registered users see links. ].fhg.de> zeigt, daß es in der konventionellen Datierung eben diese Abweichung nicht gibt, wohl aber in einer "phantomzeittheoretisch" verschobenen. Also, so richtig folgen kann Dir da wohl keiner ... Vielleicht verwirrt die Skizze doch nur. Das ist jetzt wesentlich. Na also. Ja, und? Die ist dann auch in beiden Fällen um Eins größer/kleiner (oder eben nicht). Finde ich immer noch. Wir wissen, daß der fiktive Beginn der christlichen Zeitrechnung für die Zeitgenossen keine Bedeutung hatte, weil sie natürlich erst Jahrhunderte später erfunden wurde. Die babylonisch-zeitgenössische Rechnung ist aber in sich konsistent. Ja, sorry. Und kommt dann auf welches Jahr anstatt 450BC: [ ] 154BC [ ] 153BC [ ] 152BC [ ] ... ? .... für die phantomzeittheoretische Datierung. Und für die konventionelle Datierung wäre es dann welches Jahr _anstatt_ 450BC? MaW: wenn es wegen des Jahrs Null 2003 anstatt von 2002 Jahren wären, dann wären es konventionell anstatt von 2299 Jahren auch wieviel Jahre? Merkst Du mal endlich was? Wieso denn "+1 Jahr 0"? Das ist doch Unfug. Beim GPS auch - "ohne" gibt's nämlich schon unzulässige Fehler. Aber Du kannst von mir aus gerne mit klassischer Mechanik allein rechnen. Ach ja? Gib doch mal (mit Begründung) die fraglichen Mondephemeriden an und schreibe sie nach Deinem Ermittlungsverfahren bis in die teleskopische Ära fort. Unsere babylonischen Beobachtungen beginnen AFAIK so um das Jahr 700BC - bis heute sind das je nach Sicht der Dinge bis zu ca. 2700 Jahre oder etwa 33.470 Mondmonate. Du solltest also in der Lage sein, eine Liste von, sagen wir, allen diesen Vollmondzeitpunkten in Ephemeridenzeit sowie den zugehörigen geozentrischen ekliptikalen Breiten (aus denen lassen sich dann ja unschwer auch die Zeiten der Knotendurchgänge ermitteln) sowie der Zentrumsabstände zu erstellen, bitte auf etwa 15' (eine halbe Vollmondbreite) und 500km genau, was zeitlich eine Genauigkeit von nur einer halben Stunde ausmacht. (Wir liegen da durchaus in der Meßgenauigkeit des prä-teleskopischen Zeitalters.) Vielleicht sind 33.470 Örter auch ein wenig viel - nimm halt nur jeden 50., also sagen wir mal 600 Positionen, vom letzten Vollmond an jeden 10. rückwärts, und poste die Daten - mal sehen, was da so rauskommt, und ob es *irgendwas* mit den nachlesbaren historischen Beobachtungen auch nur des 17./18. Jhds. zu tun hat, geschweige denn mit den babylonischen Finsternisdaten. (Wegen der Lückenhaftigkeit wären dann so ein paar Interpolationsformeln zum Selberberechnen der Fehlenden in der Liste auch nicht schlecht. Ab wann - von jetzt an rückwärts gerechnet - glaubst Du wohl, weichen Deine "richtigen" Mondörter belegtermaßen wohl von den "fehlerhaften und verdächtigen" JPL-Ephemeriden merklich ab? Oder reproduzieren letztere gar alle zuverlässigen überlieferten Beobachtungen bis zurück zu Tycho Brahe und den Chinesen vor 1500 Jahren doch hinreichend gut? Aber irgendwo müssen sie ja dann wohl mal falsch werden, oder nicht? Könntest Du bei dieser Gelegenheit dann vielleicht noch gleich die die Gravitationsphysik und die Dynamik korrigieren? Die muß dann nämlich irgendwo fehlerhaft sein, weil sich die Ephemeriden ja mit ihr in Übereinstimmung befinden. Oder sind's vielleicht einfach falsche Meßwerte?) Ich befürchte, daß Du in arge Probleme gerätst mit Deiner Argumentation. Gruß aus Bremen Ralf -- R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen: adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission gesamt heraus Immission interessiert korreliert korrigiert Laie nämlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus |
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| Homo Lykos schrieb: ? Lesen Sie doch nochmal den ganzen Text der Dokumentation zu Alcyone Ephemeris. Es gibt laut diesem Text keinen verlässlichen antiken Datensatz zum Überprüfen der Ephemeridenrechnung. Das glaube ich Ihnen jetzt mal - obwohl mich eigentlich schon interessieren würde, aus welcher Primärquelle Sie dieses Wissen schöpfen. Danke für diese Information. Was sind nun aber van der Waerdens Gründe für die Annahme, die kurze Chronologie sei die richtige? Jan Beaufort |
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| Homo Lykos schrieb: Ich hatte die URL genannt. Sie können's im Netz nachlesen. Vielleicht interpretieren Sie auch diesen Text anders. ;-) Eben. Aber so alt waren diese ACT-Texte nicht - wenn man die Datierung durch Neugebauer glauben mag. Das ist doch genau das Problem, auf das ich hingewiesen hatte. Jan Beaufort |
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| Ralf Kusmierz wrote: Es ging mir nicht um Bekehrung. Wieso benötigt man Planeten-Ephemeriden, vor allem, weil diese wesentlich einfacher zu knacken und schon bei Ptolemäus mit seinem Epizyklenmodell mit ausreichender Genauigkeit vorhersagbar waren ? Dann kommen doch wieder die bösen Fälscher hervorgekrochen... Ne, das müsste schon ein knackiger Venusdurchgang sein...die sind allerdings so selten und leicht für einen Sonnen- fleck verwechselbar, dass es keine Anhaltspunkte gibt, dass jemand diese im Mittelalter überhaupt gesehen hat....:-( Erst einmal zur Klarstellung: Historische Originale werden IMO überhaupt nicht benötigt. Warum ? Auf die Frage "2+2=" gibt es unendliche viele falsche Antworten, jedoch nur eine richtige Antwort. Jeder Fehler, der bei der Berechung und dem Übertragen des Ergebnisses gemacht wird, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ein richtiges zu einem falschen Resultat machen, jedoch nur sehr selten ein falsches zu einem richtigen machen. Machen die Daten zutreffende Vorhersagen, dann sind sie mit hoher Wahrscheinlichkeit authentisch, egal, wie oft sie abgeschrieben worden sind. Wenn es sich nicht um Originaldaten handelt, verschlechtern Nieten bei Abschriften die Prognose bezüglich Echtheit sogar weniger stark, da man mit Fehlern und unleserlichen Daten bei jeder Abschrift rechnen kann. Wir müssen also bei allen Daten die Fehlerquote zu den Treffern setzen und abschätzen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, die Treffer durch Fälschungen und Fehler zustande zu bekommen. Drei Spica-Bedeckungen mit Zeit und Datum korrekt beschrieben ? Nicht sehr wahrscheinlich... Und ich sehe nicht, dass Phantom- zeitler sich bemüht haben, eine riesige Liste von Nieten im Almagest vorzulegen, um diese Treffer zu widerlegen. Weiter: Stellen wir uns mal vor, was passiert, wenn jemand versucht, einen Zeitraum als erfunden darzustellen: Nehmen wir an, ein Milliardär entführt jemanden heute abend, bearbeitet sein Gedächtnis, steckt ihn in einen abgeschiedene Gegend und erzählt ihm, es hätte einen Atomkrieg gegeben und der arme Kerl wäre jetzt im Jahre 2300. Alle verfügbaren Dokumente wären sorgsam umdatiert worden...mit einer Ausnahme: Der verantwortliche Typ für Astronomie hat nur mittelalterliche Kenntnisse davon und hat Mondephemeriden praktisch unverändert, nur eben falsch datiert, hinterlassen. Daraus folgt: a) Vergleiche der Tageslänge mittels astronomischer Beobachtungen stellen einen merkwürdigen Knick bei der Abbremsung durch Gezeitenreibung fest. Wenn man sich Stephensons Daten ansieht, dann ist die Ungenauigkeit jedoch viel zu hoch. b) Es gibt keine Daten, die jünger als 300 Jahre sind ! Kein Wunder, stammen doch die "jüngsten" Daten von gestern, da der Typ keine langfristigen Vorhersagen der Mondbewegung hinbekommt. Es gibt *keine* Möglichkeit, dieses Hindernis zu umschiffen, wenn die Daten sinnvoll bleiben sollen. Gibt es Daten, die nach 600 AD - 300 = 300 AD datiert sind ? Ja, die arabischen Beobachtungen sind auf 600-700 AD datiert und können deshalb nicht von Fälschern produziert worden sein ! Warum gibt es dann aber keine Probleme, die arabischen Beobachtungen in die Chronologie einzusortieren ? -> Phantomzeit ist falsch. Andere Möglichkeit: Zeitraum unversehrt lassen (1 Tag), aber die Geschichte ummodellieren (3. November 1965 Tag der deutschen Einheit). Dann kann man die Ereignisse mit den vorhandenen Daten in Verbindung bringen, das fällt jedoch die Hypothese von fehlenden Tagen. Ändert nichts daran, dass man eben gute Beobachtungstabellen benötigt. Und es war schon eine mathematische Koryphäe wie Leonhard Euler nötig, um die Beobachtungen in einen Algorithmus zu gießen, der eine einigermaßen hohe Genauigkeit im Bogenminuten- bereich besitzt Yupp. Aber es reicht nicht, ein Lehrbuch zu besitzen; man muss auch einen schlauen Kopf haben. Dieses einsame Genie fälscht Tausende von Daten in verschiedenen Sprachen für folgende Generationen, ohne zu ahnen, dass wir in der Lage sind, dies haargenau nachzuprüfen ? Es gibt keine Spicabedeckungen, die sonst darauf passen. Eine davon ist sogar korrekt als streifend ("graze") identifiziert worden, diese sind *wesentlich* seltener als normale Bedeckungen. Es sind Datumsangaben vorhanden, keine Sorge. Verstehe, Advocatus diaboli. [Probleme mit Phantomzeit und Korth] Geschenkt. Ja. Gruß Thorsten -- Bitte Reply-To: unverändert verwenden; die Adresse ist gültig. |
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| chronologie , keilschrifttafeln , und |
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| Josua-Ereignis (war Re: Keilschrifttafeln und Chronologie) | Marx c/o www.paf.li | Forum Physik | 33 | 01-18-2005 08:51 AM |