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#1
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| X-No-Archive: Yes begin quoting, Lutz Terheyden schrieb: Gute Idee. Nach einigem Nachdenken glaube ich nun den richtigen Schluß gefunden zu haben. Es sind drei Größen voneinander zu unterscheiden: 1. die Masse, Einheit kg 2. das Gewicht, Einheit ebenfalls kg (bzw. übliche Vielfache davon wie g oder t) 3. die Gewichtskraft, Einheit N Der Schlüssel für die Unterscheidung ist, daß man unter "Gewicht" nicht die Masse eines Körpers, sondern den Wägewert, auch "konventionelles Gewicht" genannt, versteht. Das Gewicht ist nur dann gleich der Masse eines Körpers, wenn die Dichte des Körpers 8000kgm^-3 beträgt. Das ist eine aus praktischen Gründen so gewählte Konvention. Dahinter steht folgender technischer Sachverhalt: Bei Präzisionswaagen wird direkt oder indirekt das Gewicht des Wägeguts durch den Vergleich seiner Gewichtskraft mit der von kalibrierten Normalgewichten ("Gewicht" in "Normalgewichte" zu verstehen im Sinne von "Gewichtsstücke", als verkörperte Repräsentationen von Massestücken bestimmten Gewichts) bestimmt. Übliche Werkstoffe zur Herstellung von Gewichten sind z. B. Stahl und Messing. Beide Werkstoffe haben Dichten in der Umgebung der obengenannte Referenzdichte von 8000kgm^-3. Beim direkten Vergleich werden die Gewichte über eine Hebelüberstzung mit dem Wägegut ins Gleichgewicht gebracht, bei Kompensationswaagen ggf. subtraktiv. Beim indirekten Vergleich, z. B. mit Kraftmeßzellen verschiedener Bauart, muß die jeweilige Waage recht häufig, idealerweise mindestens täglich, mit solchen verkörperten Gewichten kalibriert werden. Gute moderne Digitalwaagen sind heutzutage mit einer Autokalibrationseinrichtung ausgestettet, die in regelmäßigen Zeitabständen und/oder zusätzlich bei Bedarf, z. B. im Fall von Schwankungen der Umgebungstemperatur, eine solche Kalibrierung durch das automatische motorische Auflegen eines eingebauten Referenzgewichts auf die Kraftmeßeinrichtung selbsttätig ausführt. Die tatsächliche Gewichtskraft eines Körpers, den er auf eine Unterlage, z. B. die Waagschale, ausübt, ergibt sich nicht aus der lokalen Schwerebeschleunigung zu F=m*g, sondern ist um den hydrostatischen Auftrieb in der Luft verringert - dieser Auftrieb hängt natürlich von den nicht vernachlässigbaren Schwankungen der Luftdichte ab. Das konventionelle Gewicht eines Wägeguts beträgt nun genau dann 1kg, wenn es bei einem Luftdruck von 1013,25hPa und einer Lufttemperatur von 25°C die gleiche Gewichtskraft auf die Unterlage ausübt wie ein 1-kg-Gewichtsstück mit der Masse von 1kg und der Dichte von 8000kgm^-3. I. a. ist damit das Gewicht eines Körpers zwar fallbeschleunigungsunabhängig, aber von seiner Masse verschieden. Das Gewicht eines heliumgefüllten Ballons ist z. B. negativ, weil er eine seine Fallbeschleunigung übersteigende Auftriebskraft erfährt. Wichtig für das Meßwesen im Handel ist, daß die Grundlage von Bemessungen von Gütern nach dem Gewicht i. a. nicht die Masse, sondern deren von dieser abweichenden, aber mit üblichen Waagen einfacher und genauer zu erfassendes konventionelles Gewicht, also der gemessene Wägewert, ist. Wird aus bestimmten Gründen tatsächlich die Masse eines Körpers benötigt, so muß diese durch Beachtung der Auftriebskorrektur mittels seiner Dichte aus dem gemessenen Gewicht erst berechnet werden. Leider ist es so, daß außer bei Körpern mit der Referenzdichte das Gewicht üblicherweise fehlerhaft, nämlich luftdichtenabhängig, gemessen wird. Schon bei der reinen Wägung, also der Gewichtsbestimmung, ist also auch bei der Verwendung ideal fehlerfreier Waagen eine Auftriebskorrektur anzubringen, weswegen bei Präzisionswägungen immer auch zugleich die Luftdichte und die Dichte des Wägeguts mitbestimmt werden müssen. Auch das so korrigierte konventionelle Gewicht ist aber aus den dargelegten Gründen nicht die Masse des Wägeguts, sondern noch immer gemäß dem Dichteunterschied zur Referenzdichte von dieser verschieden. Gemeinsam haben Masse und Gewicht, daß sie intrinsische Eigenschaften eines Körpers und damit insbesondere beschleunigungsunabhängig sind. Sie unterscheiden sich _nur_ aufgrund der Abweichung der Dichte von der Referenzdichte. Dagegen ist die Gewichtskraft _keine_ Körpereigenschaft, sondern das Produkt aus dem Gewicht und der lokalen (Fall-)Beschleunigung. Im Endergebnis muß man also feststellen, daß das Gewicht tatsächlich mit der Einheit der Größe "Masse" gemessen wird, aber eine von der Masse verschiedene Größe ist. Insbesondere ist das Gewicht aber keine Kraft, sondern es übt lediglich eine Kraft, nämlich die Gewichtskraft, auf seine Unterlage aus, und diese Gewichtskraft ist i. a. von m*g durchaus verschieden. Gruß aus Bremen Ralf -- R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen: adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission gesamt heraus Immission interessiert korreliert korrigiert Laie nämlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus |
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#2
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| On Thu, 01 Apr 2004 22:24:32 +0200, Ralf Kusmierz <[Only registered users see links. ]> wrote: Ralf, vor den Vorhang!!! Dieser Unterscheidung zwischen Masse und Gewicht stimme ich vollinhaltlich zu. Sollte ich jemanden, der ähnliches gemeint aber nicht ausgedrückt hat, unrecht getan haben, drücke ich ihm mein Beileid aus, ungeschehen lässt es sich ja nicht mehr machen. h |
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#3
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| Ralf Kusmierz schrieb: Bis hier hin bin ich gekommen, dann habe ich auf das Datum geschaut ;-) Bei mir steht da zwar nur "Donnerstag", aber in den Headern fand ich ja das gesuchte. Nach dem Essen les' ich mir den Rest auch durch... |
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#4
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| On Fri, 2 Apr 2004 11:19:40 +0200, "Jan C. Hoffmann" <xxx@yyy.de> wrote: Zum Glück Es gib zwar einen Satz von der Erhaltung der Enerie, dass Masse aber dazu (gesetzlich) verpflichtet wäre, ist mir nicht bekannt. Etwa ein neues EU Gesetz Im Ernst, die Masse von Gasen ist sicher nicht gleicherweise bestimmbar wie die Masse von Kohle. Deshalb wird Erdgas auch in m3 verkauft und nicht in kg. h |
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#5
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| X-No-Archive: Yes begin quoting, "Jan C. Hoffmann" schrieb: Nein, und die Lösung ist auch sehr einfach: Es gibt (bei nicht zu großen Reaktionsenergien, also unter Vernachlässigung relativistischer Effekte) einen Massenerhaltungssatz, aber keinen Gewichtserhaltungssatz. Simples Beispiel: 1kg flüssiges Wasser (hier muß man angeben, daß man mit "1kg" dessen Masse meint) hat ein Gewicht von fast 1kg. Wenn man dieses Wasser isobar auf z. B. 150°C erwärmt, wird sein Gewicht negativ, weil der Wasserdampf leichter als die kalte Umgebungsluft ist. Das Gewicht hat sich also sehr gründlich verändert, die Masse eher kaum. Ohne nachgelesen zu haben: bei "Massenstrom" würde ich an Masse und nicht an Gewicht denken, sonst hieße es doch wohl Gewichtsstrom. Etwas ärgerlich ist natürlich, daß Masse und Gewicht dieselbe Einheit haben. "t CO2" ist natürlich nur als Massenangabe eine sinnvolle Größe, obwohl man die Füllmenge von Gasflaschen tatsächlich auch durch Wiegen bestimmt. So rein aus Neugier würde mich jetzt schon interessieren, welche Goldmasse eigentlich in einem 1000-g-Barren Feingold enthalten ist. Meiner Ansicht nach dürften es etwa deutlich meßbare 95mg weniger als 1kg sein (was einen Wertunterschied von über einem Euro ausmacht). Ich hatte mal bei einem Goldbarrenhersteller gefragt, wie genau sie die Goldbarren fertigen. Dieser Mitarbeiter antwortete etwas sybillinisch, man könne sich darauf verlassen, daß _mindestens_ die angegebene Goldmenge im Barren enthalten sei. Unglücklicherweise hat er mir aber nicht verraten, ob "Menge" nun Masse oder (konventionelles) Gewicht bedeutet. Wegen des Handelsbrauchs und der üblichen Waagenkonstruktionen würde ich auf letzteres tippen. (Nachwiegen bringt aus zwei Gründen nichts: Erstens leiht mir dafür einfach niemand eine signifikante Anzahl von Goldbarren, und zweitens ist auch 999.9er-Gold nicht wirklich reines Gold - durch geringfügige Gewichtsunterschiede könnte der Hersteller theoretisch den Einfluß unterschiedlicher Zusammensetzungen der Rest-Legierungselemente (hauptsächlich Ag und Cu) ausgleichen.) Gruß aus Bremen Ralf -- "*R60* *Substantive* werden groß geschrieben." Grammatische Schreibweisen: adres|sie|ren Ap|pell At|mo|sphäre Autor biß|chen El|lip|se Emis|si|on her- aus Im|mis|si|on in|ter|es|siert kor|re|liert kor|ri|giert Laie mei|stens of|fi|zi|ell par|al|lel re|ell Sa|tel|lit Stan|dard Steg|reif vor|aus |
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| X-No-Archive: Yes begin quoting, Lutz Terheyden schrieb: Wünsche wohl gespeist zu haben, aber es handelt sich keineswegs um einen Aprilscherz. Mir ging auch quasi ein Kerzenleuchter auf, als ich mir klarmachte, daß, wenn man ein Kilo Äpfel erwirbt, abgesehen von der Meßgenauigkeit der Waage eine Masse von _mehr_ als 1kg davon bekommt - der Auftrieb von Äpfeln in Luft ist etwa achtmal so groß wie der der Gewichte, mit denen sie abgewogen werden (deren Auftrieb beträgt ungefähr 0,016%), daher bekommt man etwa 0,1% mehr Apfelmasse, als ihrem Gewicht entspricht. (In dem zusätzlichen Gramm sind die Vitamine untergebracht, deshalb sollte man das nicht verachten.) Waren werden gesetzlich _nach Gewicht_ und nicht nach Masse verkauft. Damit die armen Händler trotzdem überleben können, müssen sie eben die Eichordnung etwas weitherziger auslegen als nach dem Buchstaben. Der Verbraucher weiß das aber schließlich auch. Gruß aus Bremen Ralf -- "*R60* *Substantive* werden groß geschrieben." Grammatische Schreibweisen: adres|sie|ren Ap|pell At|mo|sphäre Autor biß|chen El|lip|se Emis|si|on her- aus Im|mis|si|on in|ter|es|siert kor|re|liert kor|ri|giert Laie mei|stens of|fi|zi|ell par|al|lel re|ell Sa|tel|lit Stan|dard Steg|reif vor|aus |
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#7
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| "Heinz Blüml" <[Only registered users see links. ]> schrieb im Newsbeitrag news:[Only registered users see links. ]... Und schon wieder stellst du deine Unkenntnis unter Beweis! Schonmal etwas von der Masse-Energie-Äquivalenz gehört? E=mc², vielleicht hast du es irgendwo schonmal gesehen und dich gefragt, was das bedeutet. Wenn du noch einen leicht wirr aussehenden alten Mann daneben gesehen hast, der dir die Zunge rausstreckt, dann war das vermutlich Albert Einstein. |
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| Heinz Blüml schrieb in der newsgroup de.sci.physik: Na endlich, jetzt kommt es, das Outing als Ahnungsloser. Zufällig auch schon mal auf eine Propangasflasche geguckt? Daß Erdgas nach m3 berechnet wird, ist nur bei (einigermaßen) konstantem Leitungsdruck sinnvoll. Ich wäre jedenfalls ziemlich sauer, wenn ich beim Campinggashändler A für 20 l Gas bei 2 atm genausoviel bezahlen müßte wie bei Händler B für 20 l bei 5 atm. Im Ernst, die Masse von Gasen ist nicht wesentlich schwieriger zu bestimmen als die von Kohle. Frag mal den nächsten Gasflaschenhändler, wie das geht. Winfried Büchsenschütz -- Immer auf dem aktuellen Stand mit den Newsgroups von freenet.de: [Only registered users see links. ] |
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| das , denn , gewicht , nun |
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