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#1
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| Hallo, meine Frage als Nicht-Fachmann ist, wie ist eigendlich die Höhe über N.N. definiert und wie wird sie praktsch bestimmt? Daß man sich irgendwann vom Meeresspiegel als Referenz für Höhenangaben verabschiedet hat, habe ich schon gehört, aber wenn man irgendeinen Punkt als neue Referenz definiert hat, wie bestimmt man dann die Höhe einer anderen Stelle auf der Erde, insbesondere dann, wenn man die Erdkrümmung berücksichtigen muß? Ist es dann so, daß man sich diese Referenz nicht als Punkt, sondern eher als Kugelschale um den Erdmittelpunkt vorstellen muß? Und wenn das so ist, ist dann der Erdradius in der Praxis technisch so genau bestimmbar? Den Erdradius kann man sicher beliebig genau definieren, aber ich habe Schwierigkeiten mir vorzustellen, daß man einen Abstand von mehr als 6000km (bei dem der eine Endpunkt so schlecht zugänglich ist) zuverlässig auf 1m genau (oder sogar auf 1 cm genau) zu bestimmen ohne mit Messfehlern riesige Probleme zu haben. Wie ist das eigentlich mit der Abplattung der Erde? Wird das irgendwie berücksichtigt, oder ist es so, daß im Mittel die Landschaft an Äquator nominell höher liegt als an den Polen? Danke Michael |
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#2
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| On Thu, 11 Sep 2003 00:37:09 +0000, Michael Kaack wrote: Leider ist das Gavitationsfeld der Erde kein Radialfeld. Wäre seit GPS kein Problem mehr. Das dumme ist nur, daß man mit dem radialen Abstand vom Erdmittelpunkt gar nichts anfangen kann. Die Probleme hast Du ja selbst erkannt. Nein, das ist mal das allererste. Man gibt mindestens Ellipsoidhöhen an, also den senkrechten Abstand von einem Bezugsellipsoid. Das ist aber auch nicht besonders befriedigend. Das GRavitationsfeld ist nämlich überhaupt auch nict ellipsoidisch. Die geeignetsten Höhenangaben wären geodynamische Koten. Die geben das Potential im Gravitationsfeld an. Einheit ist m²/s². Damit die vertrauter aussehen, teilt man sie gerne durch einen Referenzschwerewert. Dann kommt etwas in m heraus. Das nennt man dynamische Höhen. Diese Angabe entspricht aber keiner geometrisch vorhandenen Länge. Sie hat aber den Vorteil, daß Wasser in diesem Höhensystem immer nach unten fließt. Und wenn man eine geschlossene Kurve abschreitet, hat man den Gesamthöhenunterschied 0. Und ein ruhender Wasserspiegel hätte überall die gleiche dynamische Höhe. Es bildet aber keine Kugel, und auch kein Ellipsoid oder sonst keine einfache Form, sondern eine unregelmäßige. Das macht die ganze Höhenmesserei so schwierig. (Gegenüber einem globalen Näherungsellipsoid hat das Geoid Höhenunterschiede bis zu 80m. Besonders lästig sind kleinräumige Schwankungen, die auch zu abweichenden Lotrichtungen führen.) Leider kann man Potentiale nicht gut messen. Deshalb ist man auf verschiedene Behelfshöhensysteme angewiesen - orthometrische Höhen usw. Wie die alle heißen und funktionieren, sollte in einem Lehrbuch für physikalische Geodäsie stehen. Sie erfüllen alle die Mindestbedingungen (Wasser nach unten, Schleifenschluss 0) nicht streng, sondern höchstens im Rahmen der sowieso beschränkten Messgenauigkeit. Auf jeden Fall muß man zum Höhenmesen immer ein Gravimeter mitnehmen und die örtlichen Gegebenheiten des Schwerefeldes irgendwie berücksichtigen. Michael Kauffmann Fup2 dsg. |
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#3
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| Michael Kaack wrote: Die hat man vor langer Zeit wohl mal an den Küsten bestimmt, als Basis für alle Vermessungen verwendet und viele Karten gezeichnet, die darauf Bezug nehmen. Ich vermute mal, dass eine Karte in D irgend eine Messung in Hamburg als Basis hat, während eine Karte in I vielleicht auf einer Messung in Genua basiert. Wirklich ? Dann müsste man alle Karten auf den Müll werfen. :-( Nein. Die Erde ist eben keine Kugel, auch keine abgeplattete Kugel, sondern eher unregelmäßig wie eine Kartoffel geformt. Bisher konnte man diese Abweichungen von einer idealen Form fast immer vernachlässigen. Wenn man aber Höhenangaben mit einem Satellit messen will, dann fallen diese Unregelmäßigkeiten voll ins Gewicht. Ich vermute mal, man hat alle Punkte, für welche die Höhe bekannt ist, mit Satelliten vermessen und eine "Null-Fläche" definiert, die durch diese Punkte geht. Dann stimmt die Höhenangabe einer Karte mit dem GPS-Signal überein, wenn der Basispunkt der Karte bei der Definition berücksichtigt wurde. Anselm aus Stuttgart/Esslingen |
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#4
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| On Thu, 11 Sep 2003 16:31:52 +0200, Anselm Proschniewski wrote: M.W. ist es Amsterdam bzw. Triest. Bei absoluter Einzelpunktmessung macht man sowas. Da hat man aber auch Genauigkeiten von Metern. GPS-Messungen mit mm-Genauigkeit sind sowieso immer relativ. Michael Kauffmann |
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#5
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| Hallo. "Michael Kauffmann" <[Only registered users see links. ]> writes: Amsterdam. Hamburg hatte bis 1979 einen (sowie noch einige andere). 1879 wurde an der Berliner Sternenwarte der 'Normalhöhenpunkt von 1879' angebracht. Der war auf 37,000m über Normal Null des Amsterdamer Pegels durh geometrisches Nivellement festgelegt. Der 'Normalhöhenpunkt von 1912' übernahm diese Aufgabe dann, er liegt 40km östlich von Berlin im Münchenberger Stadtforst und 54,638m über NN. Normal Null ist also die Niveaufläche, die lotrecht im Abstand von 54,638m unter dem NH von 1912, bzw. 37,000m unter dem NH von 1979 verläuft. Wie das heute mit GPS läuft, weiss ich leider nicht. Dafür bin ich schon zu lange raus. Oli -- To become a Jedi, use Emacs you have to. |
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#6
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| On Thu, 11 Sep 2003 18:33:45 +0200 "Oliver Beckmann" <[Only registered users see links. ]> wrote: Soweit ich mich noch an den Kartographiekurs erinnere, ist NN der mittlere Wasserspiegel von 1894 im Amsterdamer Hafen. -- ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~ Sven Zallmann ~ Nizzaallee 4 ~ 52072 Aachen ~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~ ICQ# 170594816 ~ mailto:[Only registered users see links. ] ~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ |
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#7
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| Sven Zallmann <[Only registered users see links. ]> wrote in message news:<20030911223627.000003a2.sven.van.hongen@gmx. net>... Hallo Ihr Lieben! Neuerdings beziehen sich die Höhenangaben deutschlandweit (wie zuvor schon in der DDR) auf den Pegel *Kronstadt*. [Only registered users see links. ] Viele Grüße sendet Ralf-Uwe Syrbe |
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#8
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| * Ralf-Uwe Syrbe <[Only registered users see links. ].tu-dresden.de>: Das wiederspricht aber der von dir unten angegebenen Quelle. Mit dem DHHN 92 liegt zum ersten Mal ein in ganz Deutschland einheitliches Höhensystem vor. Als einziger Anschlusspunkt für das neue Haupthöhennetz dient ein Festpunkt an der Kirche in Wallenhorst (bei Osnabrück), welcher an den Pegelnullpunkt in Amsterdam angeschlossen wurde. Er dient gleichzeitig als Knotenpunkt des Vereinigten Europäischen Nivellementnetzes von 1986, "United European Levelling Network (UELN)", womit ein Anschluss an andere europäische Nivellementnetze gegeben ist. " Das verlagert eigentlich die Frage nur dahin, wie man ausgerechet auf Wallenhorst gekommen ist. Ich hätte mindestens Göthes Grabstein oder die Fussbodenhöhe des Reichstags erwartet. In der Schweiz hat man wenigstens einen einigermassen prominenten Felsklotz im Genfersee genommen (der im 19. Jh. mittels Nivellement an den Pegel in Marseille angeschlossen wurde). - Andi |
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#9
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| Ralf-Uwe Syrbe wrote: Danke. Dort steht also, dass die Zugspitze auf österreichischer Seite um 25 cm höher ist als auf deutscher Seite, weil das Wasser im Hafenbecken von Triest um 25 cm niedriger steht als im Hafenbecken von Amsterdamm. ;-) Anselm aus Stuttgart/Esslingen |
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| definiert , die , höhe , wie , über |
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