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#1
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| Hallo ! Ich beschäftige mich derzeit mit dem Zusammenbau von Weissmetall-Modellbaubausätzen. Im Zuge der Recherchen bezüglich deren Lackierung bin ich in den einschlägigen Newsgroups immer wieder auf die Aussage "....Lack hält schlecht, fällt schon beim Hinsehen herunter u.dgl." gestossen. Bei Durchsicht einer Bauanleitung eines Bausatzherstellers fiel mir die Aussage "...Legen Sie alle Zinnteile über Nacht in Essig ein, die Farbe hält dadurch besser...". Bauberichte von erfahrenen Modellbauern bestätigen diese Aussage. Jetzt würde mich als Nichtchemiker interessieren, _warum_ das so ist, und ob es auch andere Möglichkeiten gibt, das Weissmetall so vorzubehandeln, dass die Farben besser halten - ungeachtet der Tatsache, dass mir Essig als die Ungefährlichste erscheint. Die Legierungsbestandteile des Weissmetalles sind mir allerdings nicht bekannt, es müsste jedoch eines sein, wie unter [Only registered users see links. ] beschrieben. Tia Gunther |
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#2
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| Gunther Ahammer <[Only registered users see links. ]> schrieb: In normalen Speiseessig sind ca. 6% Essigsäure. Dein Weissmetall ist eine Legierung aus Metallen, von denen einzelne besser von der Essigsäure gelöst werden als andere. Da die Essigsäure zu den schwachen Säuren gerechnet wird, geht dieser Auflösevorgang langsam vor sich, was dafür sorgt, dass sich dein Bauteil nicht sofort ganz auflöst. Auf der entstandenen, nicht mehr glatten Oberfläche, kann der Lack nun besser haften. Alternative: 3-6%ige Ameisensäure, oder eine andere organische Säure in der gleichen prozentualen Größenordnung. Ist alles in der Apotheke zu bekommen, jedoch bist du mit dem Essig am günstigsten dran. Gruß Tobias ~~~~~~~~~~~~~~ |
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#3
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#4
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| Tobias Grassl wrote: Besten Dank für eure Erklärungen! Aber eine nachvollziehbare Ableitung der chem. Vorgänge gibt es wohl nicht, oder ? Da steh ich nun, ich armer Tor....... ng Gunther -- Der Zug muss schon länger als die Lok sein, sonst wirkt das zu unharmonisch Cox in 1zu160.info |
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#5
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| "Gunther Ahammer" <gunther.ahammer@gmx.at> schrieb Sollte gehen. Phosphorsäure ist ja nicht giftig (Bestandtteil von Coca-Cola). Die Mischungen kann man fertig kaufen, ist ja ein häufiges industrielles Verfahren. Ganz wichtig dabei ist ein sorgfältiges entfetten. Noch eine Antwort zu der Frage was denn chemisch so passiert: Bei Essigsäure vermutlich nur eine Aufrauhung der Oberfläche. Ansonsten ist die Grenzflächenchemie erst in den letzten Jahren ernsthaft zugänglich geworden und ein recht schwieriges Gebiet. Zu meiner Zeit war das fast reines Raten und ausprobieren in hunderten Versuchen. mfg peter |
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#6
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| Tobias Grassl wrote: Verstehe mich bitte nicht falsch, aber wenn ich für ein und dasselbe Phänomen zwei Erklärungen hat, ist das für mich DAC nicht mehr nachvollziehbar. Jede einzelne Erklärung ist für mich zwar logisch schlüssig, woran ich aber wirklich bin, weiss ich noch immer nicht. Immerhin sind Materialzerstörung durch Säure und Bildung von Acetaten zwei grundlegend verschiedene Dinge, es sei denn, die Metallauflösung durch Säure geht Hand in Hand einher mit der Acetatbildung. Wie sieht es eigentlich mit dem Denkansatz " Zerstörung bzw. Auflösung von Zinn- Kupfer- und/oder Bleioxid an der Weissmetalloberfläche durch Essigsäure" aus ? AFAIK bringt auch ein Druckluftstrahlen des Weissmetalles mit Asilikos keine Erhöhung der Haftzugfestigkeit des Lackes. ng Gunther |
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#7
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| Gunther Ahammer <[Only registered users see links. ]> schrieb: Es ist halt da genau so, wie so oft im Leben, dass es nicht nur einen Vorgang gibt, der einen Effekt bewirkt, sondern dass sich mehrere derselben überschneiden. Beides wird ablaufen. Erst werden sich die Matallatome lösen, bis die Berg-Tal-Strucktur entsteht und dann werden sich an dieser wahrscheinlich die Acetate absetzten. Der jetzt aufgetragene Lack befindet sich dadurch in den Tälern und wird von den Acetaten vermittelt. Nein, denn es muss erst Metall gelöst werden, damit das unlösliche Metallacetat entsteht. Ist ja auch klar, denn das Acetation hat eine negative Ladung und die kann nur vom Metall kommen, welches dann in Lösung geht. s.o. Spielt bestimmt auch eine Rolle. Nur musst du bedenken, dass die Oxide bald gelöst sind und dann die anderen Vorgänge einsetzen. Vorgänge laufen zumeist parallel nicht seriell ab. Dürfte daran liegen, dass beim Säureverfahren Berge und Täler im atomaren Bereich entstehen, was es den Lackmolekühlen erheblich erleichtert, daran haften zu bleiben. Wenn du etwas sandstrahlst oder ähnliches machst, arbeitest du in wesentlich größeren Dimensionen. Gruß Tobias ~~~~~~~~~~~ |
| Tags |
| essig , und , weissmetall |
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