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Weissmetall und Essig

Weissmetall und Essig - Forum Chemie

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  #1  
Old 07-30-2003, 08:23 AM
Gunther Ahammer
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Hallo !

Ich beschäftige mich derzeit mit dem Zusammenbau von
Weissmetall-Modellbaubausätzen. Im Zuge der Recherchen bezüglich deren
Lackierung bin ich in den einschlägigen Newsgroups immer wieder auf die
Aussage "....Lack hält schlecht, fällt schon beim Hinsehen herunter
u.dgl." gestossen.
Bei Durchsicht einer Bauanleitung eines Bausatzherstellers fiel mir die
Aussage "...Legen Sie alle Zinnteile über Nacht in Essig ein, die Farbe
hält dadurch besser...". Bauberichte von erfahrenen Modellbauern
bestätigen diese Aussage. Jetzt würde mich als Nichtchemiker
interessieren, _warum_ das so ist, und ob es auch andere Möglichkeiten
gibt, das Weissmetall so vorzubehandeln, dass die Farben besser halten -
ungeachtet der Tatsache, dass mir Essig als die Ungefährlichste
erscheint.
Die Legierungsbestandteile des Weissmetalles sind mir allerdings nicht
bekannt, es müsste jedoch eines sein, wie unter
[Only registered users see links. ] beschrieben.

Tia
Gunther

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  #2  
Old 07-30-2003, 11:45 AM
Tobias Grassl
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Gunther Ahammer <[Only registered users see links. ]> schrieb:

In normalen Speiseessig sind ca. 6% Essigsäure.
Dein Weissmetall ist eine Legierung aus Metallen, von denen einzelne besser
von der Essigsäure gelöst werden als andere. Da die Essigsäure zu den
schwachen Säuren gerechnet wird, geht dieser Auflösevorgang langsam vor
sich, was dafür sorgt, dass sich dein Bauteil nicht sofort ganz auflöst.
Auf der entstandenen, nicht mehr glatten Oberfläche, kann der Lack nun
besser haften.

Alternative: 3-6%ige Ameisensäure, oder eine andere organische Säure in der
gleichen prozentualen Größenordnung. Ist alles in der Apotheke zu bekommen,
jedoch bist du mit dem Essig am günstigsten dran.

Gruß
Tobias
~~~~~~~~~~~~~~


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  #3  
Old 07-30-2003, 02:51 PM
Peter Niessen
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"Gunther Ahammer" <[Only registered users see links. ]> schrieb

Ausser Essig fällt mir da noch "bondern" also überziehen mit einer Phosphatschicht ein.
Ob das bei Weissmetall funktioniert weiss ich nicht, sollte aber
eigentlich gehen.

mfg Peter

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  #4  
Old 07-31-2003, 11:27 AM
Gunther Ahammer
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Tobias Grassl wrote:

Besten Dank für eure Erklärungen! Aber eine nachvollziehbare Ableitung
der chem. Vorgänge gibt es wohl nicht, oder ?
Da steh ich nun, ich armer Tor.......

ng Gunther

--
Der Zug muss schon länger als die Lok sein, sonst wirkt das zu
unharmonisch
Cox in 1zu160.info

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  #5  
Old 07-31-2003, 11:53 AM
Peter Niessen
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Default Weissmetall und Essig


"Gunther Ahammer" <gunther.ahammer@gmx.at> schrieb

Sollte gehen.
Phosphorsäure ist ja nicht giftig (Bestandtteil von Coca-Cola).
Die Mischungen kann man fertig kaufen, ist ja ein häufiges
industrielles Verfahren. Ganz wichtig dabei ist ein sorgfältiges
entfetten.
Noch eine Antwort zu der Frage was denn chemisch so passiert:
Bei Essigsäure vermutlich nur eine Aufrauhung der Oberfläche.
Ansonsten ist die Grenzflächenchemie erst in den letzten Jahren
ernsthaft zugänglich geworden und ein recht schwieriges Gebiet.
Zu meiner Zeit war das fast reines Raten und ausprobieren in
hunderten Versuchen.

mfg peter

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  #6  
Old 07-31-2003, 12:53 PM
Gunther Ahammer
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Tobias Grassl wrote:

Verstehe mich bitte nicht falsch, aber wenn ich für ein und dasselbe
Phänomen zwei Erklärungen hat, ist das für mich DAC nicht mehr
nachvollziehbar. Jede einzelne Erklärung ist für mich zwar logisch
schlüssig, woran ich aber wirklich bin, weiss ich noch immer nicht.
Immerhin sind Materialzerstörung durch Säure und Bildung von Acetaten
zwei grundlegend verschiedene Dinge, es sei denn, die Metallauflösung
durch Säure geht Hand in Hand einher mit der Acetatbildung. Wie sieht es
eigentlich mit dem Denkansatz " Zerstörung bzw. Auflösung von Zinn-
Kupfer- und/oder Bleioxid an der Weissmetalloberfläche durch Essigsäure"
aus ? AFAIK bringt auch ein Druckluftstrahlen des Weissmetalles mit
Asilikos keine Erhöhung der Haftzugfestigkeit des Lackes.

ng
Gunther

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  #7  
Old 07-31-2003, 02:44 PM
Tobias Grassl
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Default Weissmetall und Essig


Gunther Ahammer <[Only registered users see links. ]> schrieb:


Es ist halt da genau so, wie so oft im Leben, dass es nicht nur einen
Vorgang gibt, der einen Effekt bewirkt, sondern dass sich mehrere derselben
überschneiden.


Beides wird ablaufen. Erst werden sich die Matallatome lösen, bis die
Berg-Tal-Strucktur entsteht und dann werden sich an dieser wahrscheinlich
die Acetate absetzten. Der jetzt aufgetragene Lack befindet sich dadurch in
den Tälern und wird von den Acetaten vermittelt.


Nein, denn es muss erst Metall gelöst werden, damit das unlösliche
Metallacetat entsteht. Ist ja auch klar, denn das Acetation hat eine
negative Ladung und die kann nur vom Metall kommen, welches dann in Lösung
geht.


s.o.


Spielt bestimmt auch eine Rolle. Nur musst du bedenken, dass die Oxide bald
gelöst sind und dann die anderen Vorgänge einsetzen. Vorgänge laufen zumeist
parallel nicht seriell ab.



Dürfte daran liegen, dass beim Säureverfahren Berge und Täler im atomaren
Bereich entstehen, was es den Lackmolekühlen erheblich erleichtert, daran
haften zu bleiben. Wenn du etwas sandstrahlst oder ähnliches machst,
arbeitest du in wesentlich größeren Dimensionen.

Gruß
Tobias
~~~~~~~~~~~


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Tags
essig , und , weissmetall


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