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Milben in der Höhe Hallo Biologen, man liest ja immer wieder, dass Milben über Höhen von ca. 1600 Metern über Meer nicht vorkommen, wegen dem geringen Luftdruck und dem trockenen Klima. Frage1: Liegt es alleine am Luftdruck, also kommen sie auch bei künstlicher Feuchtigkeit in diesen Höhen nicht vor? Frage2: Kommen sie in solchen Höhen nur nicht vor, weil sie selber nicht dorthin vordringen? Oder sterben sie "aktiv" ab, wenn man sie (z.B. in einem Wohnmobil) auf diese Höhe transportiert? Wie sähe der Mechanismus aus, an dem sie dann sterben? "Platzen" wegen dem äusseren Tiefdruck? Frage3: Gilt diese "Höhenunverträglichkeit" nur für Hausstaubmilben, oder auch für andere Milbenarten (z.B. varroa)? Gilt bei diesen der gleiche Schwellwert von ca. 1600 m ü.M.? Gruss, Gottfried |
Milben in der Höhe Gottfried Stutz schrieb: Wo liest "man" das denn? Verfasser, Titel, Jahr, Seite? Milben kommen noch in viel größeren Höhen vor, ebenso im Meer 500 m unter Null. Nein, das tun sie nicht. Milben kommen immer und überall vor. Solche, die auf Wirtstieren parasitieren oder die, wie die Hausstaubmilbe, von verpilzten Hautabschilferungen der Wirtstiere leben, natürlich nur dort, wo diese Wirtstiere ebenfalls in nennenswerter Zahl leben. In größeren Höhen ist es meist trocken. Deshalb kommen Hausstaubmilben dort selten vor. Alle Milben brauchen eine gewisse Feuchtigkeit. Und wenn es nur mikroskopisch kleine Wassertröpchen zwischen den Erdkrümeln sind. Schwülwarme Luft, z. B. in einer Bettmatratze, ist den Hausstaubmilben am liebsten. KH |
Milben in der Höhe Am Tue, 30 Sep 2008 18:26:18 +0200 schrieb Klaus Henkel: Die häufigsten Hausstaubmilben Dermatophagoides kommen erwiesenermaßen ab einer Meereshöhe von 1600 m nicht mehr vor, daher sind die Orte im Oberengadin oder z.B. Zermatt Plätze, an denen man seine Allergie auskurieren kann. Denn dort findet keine Exposition mehr statt. (Ich könnte auch weitere Plätze in den USA oder z.B. Bolivien oder Peru vorschlagen :-) ). Andere Milben sind von dieser Aussage ausgeschlossen! In Deutschland gibt es leider keine Orte, die hoch genug liegen und die notwendige Infrastruktur aufweisen, um dort leben und arbeiten zu können, wenn man von der Hausstauballergie betroffen ist. Die Dörfer im Hochschwarzwald liegen nur 1200 m hoch, der Feldberg selbst ist genau nicht 1500 m hoch. Auch im Bayerischen Wald gibt es nicht, was hoch genug liegt. Und die Alpen sind weit weg von Industrie oder Forschung und Lehre. Bernhard |
Milben in der Höhe Danke für die Antworten, allerdings sind die beiden z.T. widersprüchlich. Weitere Meinungen? Klaus Henkel schrieb: Z.B. in Krankenkassen-Unterlagen für Allergiker. Oder schnelle Onlinesuche: [Only registered and activated users can see links. Click Here To Register...] "Ab einer Höhe von etwa 1000 bis 1200 Metern über dem Meeresspiegel wird man keine Milbe mehr finden." Bernhard Kleine schrieb: ^^^^^^^^^^^^ Naja, unter "auskurieren" würde ich das Loswerden der Allergie verstehen. Aber wenn man wieder zurück in tiefer gelegenen Gefilden ist, geht's ja wieder los... Gleichwohl: Auch wenn's denn die Trockenheit (nicht der Luftdruck) in der Höhe ist, dann sollte es doch möglich sein, z.B. ein Wohnmobil zu "entmilben", indem man es in eine Höhenlage über 1800m fährt und dort eine Woche hinstellt, mit genug Lüften sollte es dann entsprechend austrocknen? Wenn man das Wohnmobil dann wieder in tiefere Lagen zurückholt, werden sich die Milben zwar wieder vermehren, aber ausgehend von einer viel tieferen Basisanzahl. Gruss, Gottfried |
Milben in der Höhe Gottfried Stutz schrieb: Ich war als Asthmatiker schon mehrfach in der Hochgebirgsklinik in Davos-Wolfgang, das liegt knapp über 1600 m. Soweit ich mich erinnere, wurde uns dort erzählt, daß es dort in der Klinik keine Hausstaubmilben gibt, daß dies aber auch neben der Höhenlage mit daran liegt, daß es eben eine Klinik ist und dort entsprechend auf Sauberkeit geachtet wird, die Bettwäsche regelmäßig gewechselt wird, viel gelüftet wird und es auch keinen Teppichboden gibt usw. Das heißt also nicht, daß es in der Höhe etwa in Privathäusern generell keine Hausstaubmilben mehr gäbe. Neben der Höhe spielen eben noch andere Sachen eine Rolle. Es gibt dort aber mit Sicherheit sehr viel weniger Hausstaubmilben als anderswo und wenn man noch höher geht, wird es noch schwieriger für die Milben. Ich glaube nicht, daß das so einfach ist. Milben, die erst mal da sind, werden sicher nicht innerhalb von ein paar Wochen alle absterben, wenn es mal etwas trockener ist. Zumindest werden sicher die Eier überleben und darüber hinaus ist es auch vor allem der Kot der Milben, der Allergien verursacht und der bleibt auch nach dem Tod der Milben erhalten. Wenn es so einfach wäre, die Milben loszuwerden, würde es ja auch reichen, im Winter, wenn es mal richtig friert, gut zu heizen und regelmäßig zu lüften, dann wird es auch ziemlich trocken in der Wohnung bzw. Wohnmobil. Viele Grüße, Thorsten |
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