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#21
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| On 16 Sep., 14:39, Harald Maedl <[Only registered users see links. ]> wrote: Hallo, da die Wissenschaft noch nicht genau weiss, was Bewusstsein ist bzw. wie es entsteht, kann man Bewusstsein noch nicht wissenschaftlich angemessen definieren. Für mich ist Bewusstsein der Zustand, den man erlebt, wenn man morgens erwacht oder wenn man aus einer Ohnmacht kommt. In der Forschung ist es bei einem neuen Forschungsobjekt üblich, mit einem möglichst einfachen Beispiel zu beginnen: In der Bewusstseinsforschung habe ich mich deshalb Ende der achtziger Jahre bei mehreren amerikanischen Universitäten als Student beworben mit dem Vorschlag, zunächst das visuelle Bewusstsein (Entstehung der Farben etc.) zu erforschen. Dies ist dann später auch von Francis Crick publiziert worden und wird nun von vielen Neurophysiologen befolgt. Wie ich auf meiner Homepage im Aufsatz über das Leib-Seele Problem genauer beschreibe, ist das visuelle Bewusstsein (das visuelle psychische Wahrnehmungsfeld) auf der mathematischen Ebene ein Feld, welches Werte für Farbton, Helligkeit und Sättigung und mit entsprechender semantischer Bedeutung besitzt. Ob Einzeller rudimentäres Bewusstsein haben, kann man heute nocht nicht sagen. Ich glaube, dass das Bewusstsein eine Systemeigenschaft von vielen Zellen ist. In der Systemtheorie glaubt man, dass ein System aus Komponenten besteht, das globale emergente Eigenschaften besitzt, welches die Komponenten nicht haben. In der Thermodynamik beispielsweise haben Vielteilchenaggregate Eigenschaften wie Entropie und Enthalpie; das sind Eigenschaften, die die einzelnen Atome nicht haben, aber das Gesamtsystem. Lothar Arendes [Only registered users see links. ] |
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| [Only registered users see links. ] wrote: Wenn man nicht genau weiß, was Bewußtsein ist, dann kann man auch nicht sagen, wo sich dieses befindet. Bestenfalls kann man Teilaspekte berücksichtigen Und wenn ich morgens vom Wecker geweckt werde, dann bin ich einer Ohnmacht ziemlich nahe;-) Schön, aber wie gesagt, ist das nur ein Teilaspekt, zudem Sehzellen imho eine ziemlich neumodische Erfindung sind. Mindestens genauso sensibel sind Druckzellen, welche in/unter der Haut/Zellmembran liegen und welche vermutlich viel ursprünglicher, wenn nicht sogar "wichtiger" waren. Es gab früher mal unter Anthropologen die Meinung, die Augen seien nur ein Anhängsel des Gehirns. Auch heute noch wird das von vielen so gesehen: <http://www.innovations-report.de/html/berichte/biowissenschaften_chemie/bericht-35511.html> ,---- | Wissenschaftler der Forschungslabors von Detlev Arendt und Jochen | Wittbrodt entdeckten die überraschende Herkunft der lichtempfindlichen | Sinneszellen: Die Zapfen und Stäbchen in der Augennetzhaut entstammen | einer urzeitlichen Population lichtempfindlicher Zellen, die | ursprünglich im Gehirn angesiedelt waren. | | "Dass Zellen des menschlichen Auges dem Gehirn entstammen, ist nicht | neu. In unserem Gehirn nehmen bis heute lichtempfindliche Zellen | Helligkeit wahr und beeinflussen unseren Tagesrhythmus," erläutert | Wittbrodt. "Die Entstehung des menschlichen Auges aus | lichtempfindlichen Zellen im Gehirn ist ohne weiteres vorstellbar. Im | Verlauf der Evolution haben sich die lichtempfindlichen Gehirnzellen | als Augen ausgestülpt und sind zu den Sehzellen des menschlichen Auges | geworden..." `---- Man könnte genauso vermuten - und das scheint mir sehr viel wahrscheinlicher-, dass der Sprung von einer einfachen Nervenzellenzusammenballung zu einem komplexen Gehirn, dadurch zustande kam, dass diese Zusammenballung an Nervenzellen ursprünglich wohl nur nur ein Anhängsel der Sehzellen/Augen war, um der Informationsflut Herr werden zu können. Faktisch ist das Hirn ein gigantischer Spamfilter, der pausenlos damit beschäftigt ist, Informationsmüll zu herauszufischen und zu "plonken". Und wenn man schon ein komplexes Netzwerk an Nervenzellen hat, dann bietet es sich an, dieses auch für andere Dinge zu nutzen, z.B zur Filterung anderer Nervenimpulse. Filtern setzt aber Auswerten von Informationen voraus. Und je differenzierter die Auswertung ist, umso differenziertere Aktionen können als Reaktion darauf erfolgen. Ja, das gilt aber für jeden Sinneseindruck und ist nicht auf das Sehen beschränkt. Meine These ist, dass bei Mehrzellern die Zellen mehr und mehr Kompetenzen an eine sich entwickelnde Schaltzentrale abgegeben haben. Je komplexer das Sehen, umso komplexer die Auswertung. Da liegt es nahe, dass dann die Auswertung auch von anderen Sinneseindrücken zumindest zum Teil an eine gemeinsame Zentrale abgegeben wurde. Das hat schlicht energetische Gründe. Allerdings verbleibt ein Teil der Auswertung, so eine Art Vorfilterung, in den Zellen selbst. Deswegen ist letztlich das Bewußtsein auf alle Zellen verteilt. Und deswegen kann man mit sehr viel Übung, genannt auch Meditation, den "Spamfilter" im Gehirn durchlässiger machen und so selbst feinste Schwingungen von Drucksensoren wahrnehmen, die normalerweise völlig vom Gehirn ignoriert werden. Ein Ungeübter schafft das auch nicht durch puren Willenseinsatz quasi auf Befehl. Vermutlich haben bestimmte Drogen wie LSD eine ähnliche Wirkung. Und nun SF: Möglicherweise könnte man durch genügend Übung bzw gezieltes Ausschalten von Filtern, auch bewußt irgendeine Zelle im Körper sozusagen "überreden/überzeugen", sich anders zu verhalten. Es ist ja nicht so, dass die Informationen nur in einer Einbahnstraße laufen. Vielleicht ist Krebs nichts anderes als eine Rebellion der Zellen gegen die Vorherrschaft des Gehirns, womit der Fabel des Menenius Agrippa, von dem Streite der Glieder, neue Bedeutung zukäme. Es ist doch augenscheinlich so, dass je weniger komplex das Nervenkostüm ist, umso weniger Krebs entsteht;-) -- Grüße Harald |
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| > Wenn man nicht genau weiß, was Bewußtsein ist, dann kann man auch nicht Ich persönlich glaube allerdings nicht, dass das Bewusstsein irgendwo im dreidimensionalen Gehirn "lokalisiert" ist, sondern nur eine Funktion von Hirnstrukturen ist, und hier mag der Colliculus eine wichtige Rolle spielen. Die theoretische Physik macht immer deutlicher, dass unsere heutigen Raumzeitvorstellungen nicht ganz adäquat sind, und für das Bewusstseinsproblem wird man sich vielleicht völlig neue Konzepte überlegen müssen, etwa so wie Burkhard Heim es sich vorstellt. Tschüssi, Lothar |
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| Moin, Joachim Pimiskern schrub: Will ja nicht stören, aber stell die eine Ameise mit öalsksdhg vor und eine ohne - würdest du den Unterschied merken? Ohne Definition lässt es sich leider schlecht diskutieren... Es gab mal Zeiten, da meinte man dass Maschinen an Intelligenz dann den Menschen übertreffen, wenn sie besser Schach spielen können wie Menschen. Das war wenigstens eine brauchbare Definition von Intelligenz. Leider kamen dann die Schachcomputer und die Maschinen waren plötzlich intelligenter als Menschen. Also musst man schnell die Defnition anpassen. Beim Bewusstsein riecht es mir ähnlich. Am Ende will man ja nur beweisen, dass nur die Krone der Schöpfung - der Mensch - sowas in allerhöchster Form hat. Man sucht halt noch nach einer Definition von Bewusstsein, die zwar wissenschaftlich klingt, aber sicherstellt, dass am Ende immer der Mensch das Wesen mit den besten Bewusstsein bleibt. Warum ist man nicht einfach ehrlich: Das Bewusstsein liegt in den Genen - denn diese definieren einen Menschen als Menschen. CU Rollo |
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| On 25 Sep., 23:00, Roland Damm <[Only registered users see links. ]> wrote: Das ist aber recht lange her, als man noch nicht wusste, dass leichte Dinge (mit Bauklötzen spielen) schwer sind und umgekehrt (Schachweltmeister werden). Schon einen Hammer aus der Werkzeugkiste zu nehmen schaffen nur die besten Roboter. Das kann noch ein paarmal passieren. Das ist aber erleichtert dadurch, dass unsere Ahnen alles, was klüger als ein Schimpanse und dümmer als sie selbst war, ausgerottet haben. Man hat also viel Raum, um die Trennlinie zu plazieren. Das ist ganz schlimm, dann hätten Stammzellen usw. ja Bewusstsein und die Spinner im Bundestag noch ein Argument mehr ;-) Ralf |
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#28
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| Damit sprichst Du das alte Problem an, dass unser Bewusstsein uns nur introspektiv gegeben ist. Im Augenblick kann man nur vermuten, dass zumindest Menschen normalerweise Bewusstsein haben. Sollte es irgendwann einmal eine wissenschaftliche Bewusstseinstheorie geben, dann müsste die uns sagen, wann Bewusstsein vorliegt und wie man das testen könnte (auch in Bezug auf Ameisen u.a.). Im Augenblick kann man jedoch zum Beispiel in der Psychophysik sehr gut Experimente durchführen zur Untersuchung von Farben, Tönen etc. - Wahrnehmungsqualitäten scheinen also Menschen normalerweise zu haben, und das ist das Qualia-Problem der Bewusstseinsforschung. Aber welche genaue Funktion Bewusstsein hat, ist noch sehr spekulativ. Tschüssi, Lothar |
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| [Only registered users see links. ] schrieb: Das Gedankenexperiment kann man auch mit Menschen formulieren. Nehmen wir an, da wären zwei Menschen, einer mit, der andere ohne Bewußtsein. Nicht fern liegt der Gedanke, der Mensch ohne Bewußtsein würde schlafen: "mit Bewußtsein" würde nichts anderes heißen als daß jemand wach ist und "ohne Bewußtsein" nichts anderes als daß die Person schläft. Also kein Geheimnis, kein Mysterium. Oder sollte es beim Menschen einen Geisteszustand "Ohne Bewußtsein" geben, bei dem eine Person wach ist? Grüße, Joachim |
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#30
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| Moin, Joachim Pimiskern schrub: Schlimmer noch: Wenn der Schlafende kein Bewusstsein hat, dann muss Bewusstsein ja eher ein Zustand sein, denn eine grundlegende Eigenschaft. Dann wäre es erst recht überflüssig, nach einem Gehirnteil zu suchen, in dem das Bewusstsein sitzt, weil dieser Teil ja auch im Schlaf da wäre. CU Rollo |
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| bewusstsein , mittelhirn , und |
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