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Vaterschaftstest

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  #11  
Old 09-08-2008, 03:22 PM
Elmar Haneke
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andy M <[Only registered users see links. ]> schrieb:


Noch lange nicht, wenn nicht andere Anhaltspunkte dazukommen. Bei 1%
Fehlerwahrscheinlichkeit gibt es in einer Großstadt tausende positiver
Feststellungen.

Wenn aus anderen Überlegungen nur eine handvoll Kandidaten in Frage kommen,
reicht 99% allerdings schon.

Elmar


--
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  #12  
Old 09-09-2008, 05:19 PM
Ralf Muschall
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On 8 Sep., 14:43, andy M <[Only registered users see links. ]> wrote:


Die Messergebnisse sind diskret. Jede weitere Prüfung schließt einen
weiteren Teil der Bevölkerung aus. Wenn von 3e9 alle außer Dir weg
sind,
steht das Ergebnis fest (dann prüft man allerdings recht lange).



Doch. Wenn 4e7 (♂ Bevölkerung in .de) in Frage kommen
und jedes Merkmal z.B. die Hälfte ausschließt, verdoppelt
sich in jedem Schritt die Wahrscheinlichkeit für jeden, der noch
nicht ausgeschlossen wurde (falls keine
apriori-Wahrscheinlichkeiten bekannt sind, die das
verzerren).


Sicher ist *mehr* als Wahrscheinlichkeit =1 (beides fällt
allerdings auf endlichen Mengen zusammen).

Ralf


Ralf
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  #13  
Old 09-09-2008, 06:53 PM
J. Stoever
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Ralf Muschall wrote:

Nein, das ist Unsinn. Es wird bei jedem Test das selbe geprueft, und
daher der selbe Teil der Bevoelkerung ausgeschlossen.

Mal als ganz grober, primitiver Vergleich:

Wenn Du die Augenfarbe vergleichst, und raus findest, dass der Vater
blaue Augen gehabt hat, dann schliesst das, sagen wir mal, 50% der
Bevoelkerung aus (oder was weiss ich wieviel). Wenn du den Test jetzt
noch mal machst, schliesst Du natuerlich wieder 50% der Bevoelkerung aus
- aber eben die selben. Selbst wenn du die Augenfarbe 10000000000000 mal
testest, wirst Du trotzdem nach dem ersten Test keine Verbesserung der
Genauigkeit kriegen.

Natuerlich funktionieren DNA-Tests (und das sind Vaterschaftstests ja,
genau genommen) auf einem mikroskopisch kleineren Level, aber das
Prinzip ist das selbe. Der Test laeuft so ab, dass bestimmte Gene
ueberprueft werden, und dann mit Eltern verglichen werden. Ist Gen X
beim Kind A, bei Mutter B und und bei Vater B, dann heisst das, der
getestete kann nicht der Vater sein. Wenn es bei Mutter auch A ist, ist
das Gen nutzlos zur Vaterschaftsbestimmung. Und wenn es bei Mutter B,
aber bei Vater A ist, dann KANN der getestete der Vater sein. Kann aber
auch reiner Zufall sein.

Da aber bei jedem Test die selben Gene ueberprueft werden, ist wie
gesagt eine Wiederholung des Tests voellig Sinnlos (ausser man vermutet
das Labor hat Scheisse gebaut).
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  #14  
Old 09-09-2008, 07:55 PM
Bernhard Kleine
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Am Tue, 09 Sep 2008 20:53:02 +0200 schrieb J. Stoever:


Finde hochinteressant, auf was für Antworten man kommen kann.

Ich habe geschrieben, "wenn man von diesen (molekulargenetischen) Test
genügend viele macht", also nicht Wiederholung, sondern verschiedene
Analysen.

Ich möchte nochmal auf die prinzipielle Schwierigkeit, Vaterschaft zu
beweisen, hinweisen. Biologische Hypothesen, Modelle, Annahmen, und nicht
nur die biologischen, können nur falsifiziert werden, nicht positiv
bewiesen werden (sagt jedenfalls Karl Popper). Sie gelten nur bis zum
Beweis des Gegenteils. Da die Tests, die zur Vaterschaftsbestimmung
verwendet werden, unter der Annahme biologischer Modelle ablaufen, gelten
eigentlich die gleichen Regeln.

Der Beweis der Nichtvaterschaft ist vergleichsweise einfach: Wenn das
Kind keine Merkmale des vermuteten Vaters aufweist, da kann der vermutete
Vater nicht der Vater sein. Das sagt aber nichts darüber aus, wer der
tatsächliche Vater ist. Die Merkmale müssen nicht Sequenzen der DNA,
Mikrosatelliten, Restriktionsmuster oder ähnliches sein, sondern können
auch enzymatische Muster (Polymorphismen) und andere Merkmale sein.

Augenfarbe ist wegen der dominant/rezessiven Vererbung kein gutes
Merkmal: Wenn ein Kind blaue Augen hat, heißt das noch lange nicht, dass
die Eltern auch blaue Augen haben müssen, sie müssen nur das Gen für
blaue Augen haben, dessen Ausformung aber von dem zweiten Augenfarben-
Gen, das jeder Mensch besitzt, überlagert wird. Daher wird bei Eltern,
die nicht blauäugig sind, aber blauäugige Kinder haben, durchschnittlich
jedes vierte Kind blaue Augen haben, sagt jedenfalls Mendel.

(Iü: ich hatte hier mal das ziemlich neue Paper über die Entdeckung des
Augenfarbengenes zitiert, sollte im Archiv zu finden sein.)

Die Chromosomenpaarung und das Crossing-over der Chromosomen führt mit
einer erstaunlich hohen Rate an systemischen Mutationen, die nicht alle
von DNA-Reparatur-Mechnismen abgefangen werden, zu Erbgut-Veränderungen.
Wenn man daher zu wenig testet, könnte trotz tatsächlicher Vaterschaft
eine Veränderung als Ausschlusskriterium von Vaterschaft bemerkt werden,
wobei diese aber erst in der Embryonalentwicklung des befruchteten Eies
abgelaufen ist.

Meine 5 €-Cent!

Bernhard
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  #15  
Old 09-10-2008, 06:26 PM
Ralf Muschall
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On 9 Sep., 20:53, "J. Stoever" <[Only registered users see links. ]> wrote:


Welchen Sinn soll das haben?



Deswegen macht man ja beim 2. Test auch nicht Augenfarbe, sondern
Haarfarbe, und beim dritten Schuhgröße.


Die Chance, dass das bei den ca. 30000 Genen klappt, ist aber
recht klein.


Prüft man überhaupt Gene? Ich würde Junk anschauen, der mutiert
(mangels nachfolgender Selektion) praktische schneller und ist
daher vermutlich innerhalb der Population variabler.

Ralf
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  #16  
Old 09-10-2008, 07:29 PM
Bernhard Kleine
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Am Wed, 10 Sep 2008 11:26:33 -0700 schrieb Ralf Muschall:


Am ehesten Minisatelliten, aber da müßte ich nachsehen

Bernhard
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  #17  
Old 09-10-2008, 09:42 PM
J. Stoever
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Ralf Muschall wrote:


Ich glaube unser Problem ist reine Semantik: wenn ich "ein Test" sage,
dann meine ich damit einen Vaterschaftstest. Dabei werden natuerlich
hunderte von Merkmalen getestet.


Ja, allerdings. Aber eben nicht null. Ich wuerde sagen, praktisch hat
diese minimale Ungewissheit keinerlei Relevanz. Zumal ja normalerweise
nicht die gesamte Weltbevoelkerung sonder nur 2-3 Jungs in betracht kommen.
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  #18  
Old 09-11-2008, 03:02 PM
Ina Koys
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J. Stoever schrieb:


Hofft mann!

SCNR,
Ina
--
Nargis hat die Schule von Pound Kine zerstört - wir bauen sie wieder auf.
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