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Säure im Boden - Säure im Wein

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  #11  
Old 10-08-2005, 12:30 PM
Julia Liebetrau
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Default Säure im Boden - Säure im Wein

Thomas Deck wrote:


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Im Prinzip Stoffe, die die Pflanze nicht *zwingend* zum Überleben braucht.
Eiweiße benötigt sie z.B. unbedingt, wenn sie Zellen aufbauen will, aber
so etwas wie Phenole sind nicht sooo wichtig.


Hey, wir sind hier in de.sci.*, nicht in de.voodoo ;-)


Also alles sehr subjektiv?
Vielleicht solltest Du auf deinem nächsten Geburtstag eine
Doppelblindstudie machen und die verschiedensten Weine unterschiedlicher
Herkunft Deinem Besuch vorsetzen. Das ergäbe dann wahrscheinlich ein
Ergebnis mit ein *bißchen* mehr Aussagekraft.


Eigentlich ist für Dich nur der zweite Abschnitt unter "ökologisch"
interessant. Da steht bloß, daß bei unterschiedlichem pH verschiedene
Stoffe in Lösung gehen bzw. ausfallen. Ein Pflanze kann mit ungelösten
Stoffen ja nichts anfangen und hat nicht das geringste davon.


Bei Gesteinen? Nö, eher nicht. Schmeckt es denn sauer, wenn Du an einem
Pflasterstein leckst?

Böden... nun ja, sollte schwer werden.
Den pH bestimmt man bei denen, indem man eine Suspension bildet, den Boden
also aufschlämmt. Da kann man entweder mit Wasser machen, damit kann man
dann aber nur die freien Säuren nachweisen oder die "aktuelle
Bodenacidität". Oder aber man nimmt einer KCl- oder CaCl2-Lösung (Hier in
D 0,01 molare CaCl2-Lösung, das ist genormt). Der Boden wirkt ja auch als
Ionenaustauscher, durch die zugegebene Lösung werden die etwas fester
sitzenden Protonen aus dem Boden abgespalten - ganz grob formuliert, die
Chemiker werden mich jetzt wahrscheinlich hauen. Das ist dann die
potentielle Bodenacidität, die zusammen mit der aktuellen die
Gesamtacidität ergibt.

Der pH von Böden bewegt sich im theoretisch zwischen 3 und 11, normal sind
eher Werte zwischen 4,5 und 7,5. Und, nein, sensorisch läßt sich das
schlecht erkennen. Der Rio Negro hat z.B. einen pH von ca. 3,5, was schon
recht sauer ist - und da schmeckt nichts durch. Man merkt es nur daran,
daß die Haut fabelhaft weich wird und es keine Mücken gibt, weil die dort
keine Eier legen können *g*

Und Cola hat einen pH von ungefähr 2,5, ist also saurer als jeder Wein,
aber durch die Zuckermassen bekommt man das nicht mit. Auf die Zunge
allein würde ich mich also nicht verlassen.


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Kommt auf die Pflanze drauf an. Manche, wie Z.B. Luzerne, wachsen am
besten in ganz leicht basischem Boden. Andere bevorzugen wie Lupinen
sauren Boden, und Kartoffeln wachsen so gut wie überall únd zicken kaum
rum, was den pH angeht. Wein liegt mit 5,5 bis 7,5 einfach im mittleren
Bereich mit mittlerer Toleranz.


Ich würde da keine geologische Karte zu Rate ziehen sondern eine
pedologische - es geht ja um die Böden, nicht um das Untergrundgestein,
das, wie gesagt, nur *einen* Aspekt darstellt.


Sie wurzelt doch nicht im Gestein, sondern im Boden. Und so ein Boden
besteht doch nicht nur aus Mineralien, sondern auch aus Humus, Wasser,
Luft, Lebewesen... Dazu kommt noch das Gefüge, d.h. ob alles schön
krümelig ist oder verfestigt, ob Kies oder größere Steine drinliegen etc.

Wasser scheint z.B. einen merkbaren Einfluß auf den pH des Weins zu haben:
[Only registered users see links. ] (vorletzter Satz)

Das unterstütz _diesen_ Satz noch in seiner nahezu unglaublichen
Schwammigkeit: "Although soil water status was not measured in the study
on Cabernet Sauvignon (Carey, 2002), it seemed as though a high soil pH
correlated with wine characteristics that might have a positive effect on
balance and quality."
Hierher: [Only registered users see links. ]

Mit Google Scholar findest Du sicher noch mehr Artikel.


Das müssen keine Kilometer sein. Z.B. ist sicher, daß am unteren Hang
eines Weinbergs ein fruchtbarerer Boden (nennt sich Kolluvisol) ist als
oben. Das ist einfach eine Frage der Schwerkraft, der Oberboden rutscht im
Laufe der Jahre einfach nach unten.

Ich würde also sagen daß die Zusammensetzung des Ausgangsgesteins sicher
auch einen Einfluß auf den Geschmack des Weins hat, aber durch Düngung,
Bewässerung, Sonneneinstrahlung etc. viel größere Effekte auftreten. Die
durch Dich festgestellte These wird wohl noch aus einer Zeit stammen, in
der künstliche Düngung und Bewässerung einfach noch nicht eingesetzt
wurden und Säureregulatoren unbekannt waren.

x-post ohne Hinweis und F'up ist übrigens böse[tm], es geht jetzt also
weiter nach de.sci.biologie, weil dort wohl die meisten Leute mit Ahnung
von Pflanzenphysiologie rumschwirren sollten.

Julia

--
Die leidenschaftlichen Diskussionen sollte man mit den Worten beenden:
Und zudem werden wir alle bald sterben.
Jules Renard
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  #12  
Old 10-08-2005, 04:46 PM
Uwe Bieling
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Default Säure im Boden - Säure im Wein

Am 08.10.2005 00:32 h schrieb Thomas Deck:

Hi,


Weine kann man eigentlich nur durch den Geschmack unterscheiden.
Lediglich Einordnungen wie lieblich usw. werden aufgrund von
Analyseergebnisse gemacht, ähnlich mit der Güteklasse - hierbei zählt
das Mostgewicht.

Am wichtigsten sind wohl die Bukettstoffe (> 800 Einzelverbindungen!),
die sich aber nicht alle analytisch bestimmen lassen, dass
(Zusammenspiel) können nur 2 "Meßgeräte" bestimmen: Nase und Zunge :-)

Ciao,
Uwe
--
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Alkohol konserviert alles, ausgenommen Würde und Geheimnisse. (R. Lemke)
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  #13  
Old 10-08-2005, 04:49 PM
Uwe Bieling
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Am 08.10.2005 00:32 h schrieb Thomas Deck:

Hi,


Welche 5 Geschmackssinne gibt es noch einmal?

Ciao,
Uwe
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Alkohol konserviert alles, ausgenommen Würde und Geheimnisse. (R. Lemke)
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  #14  
Old 10-08-2005, 04:56 PM
Uwe Bieling
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Am 08.10.2005 09:58 h schrieb Udo Christiansen:

Hi,


Aber sicher doch. Wozu wird den Zucker abgebaut/vergoren? Neben dem CO2
entstehen auch Bernsteinsäure und Milchsäure.

Ciao,
Uwe
--
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  #15  
Old 10-09-2005, 12:50 PM
merwerle@aol.com
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Default Säure im Boden - Säure im Wein

Hallo Thomas


Thomas Deck schrieb:


Vielleicht liegt es ja auch an der Fähigkeit Wärme zu halten?
Wir hier im Württembergischen haben Kalkstein, Sandstein und Keuper zu
bieten, besonders beim Sandstein fällt auf, dass sich teilweise sogar
die Farbe auf den Wein auszuwirken scheint...
Wäre es möglich, dass dank eines längeranhaltenden Wärmestaus auf
den einen Böden sich eher milde Weine ausbilden?


Du brauchst gar nicht soviel Aufwand zu treiben:
geh in den Supermarkt und kauf iene Flasche Ensinger Minerwasser
(Kalkboden) und Griesbacher (Granit) und Du schmeckst den
Unterschied...
Der Unterschied ist dann auch beim Bier zu schmecken welches aus dem
Wasser gebraut wird.


DA die Gesteine an unterschiedlichne Stellen liegen werden die Weine
unterschiedlich schmecken, da verschiedene Mineralien mit Sicherheit im
Granit und im Gneis unterschiedlich aufgeschlossen werden können wird
es einen Unterschied machen.
Das kann übrigens ein Grund sein für erste Frage:
Wenn zur Bildung von Fruchtsäuren verschieden Mineralien gebraucht
würden, könnte es sein, dass diese Mineralien in basischen Böden
leichter aufgeschlossen werden könnten...



Ich weis nur dass die Lösweine schön schwer sind...
allerdings liegt mein Verbrauch an badischen Weinen bei einer halben
Flasche im JAhr und die kommt dann im allgemeinen aus Oberkirch...

Michael

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  #16  
Old 10-09-2005, 04:52 PM
Bodo Mysliwietz
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Uwe Bieling schrieb:


salzig, süß, sauer, scharf und blond
scnr

--
Glück Auf - Bodo Mysliwietz
----------------------------------------
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  #17  
Old 10-09-2005, 05:18 PM
Uwe Bieling
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Am 09.10.2005 18:52 h schrieb Bodo Mysliwietz:

N'Abend!

^^^^ umami wäre hier richtig :-)

Ciao,
Uwe
--
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  #18  
Old 10-09-2005, 09:28 PM
RS
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Default Säure im Boden - Säure im Wein

Uwe Bieling wrote:

.... und außerdem fehlt in der obigen Liste noch die Qualität "bitter".
Hmm... ist denn dann "scharf" eine eigene Qualität, oder sprechen da nur
die Schmerzrezeptoren an?
Gruß, René
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  #19  
Old 10-09-2005, 11:13 PM
Ralf Muschall
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Default Säure im Boden - Säure im Wein

RS <[Only registered users see links. ]> writes:


Kann man das nicht analog für jede der anderen Richtungen sagen? Der
einzige Unterschied ist IMHO, dass für "scharf" die Rezeptoren auch
außerhalb der Mundhöhle sitzen (wie bei "blond";-) ), und dass es
eigentlich eine Fehlanzeige ist (die sollen 43° melden, nicht
Vanilloide - aber das passiert ja den "süß"-Rezeptoren mit Süßstoff
auch).

Ralf
--
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w--- !O M- V- PS+>++ PE Y+>++ PGP+ !t !5 !X !R !tv b+++ DI+++
D? G+ e++++ h+ r? y?
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  #20  
Old 10-10-2005, 05:48 AM
Uwe Bieling
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Default Säure im Boden - Säure im Wein

RS schrieb:

Moin!


Stimmt, scharf ist kein Geschmackssinn i.S. der 5 Geschmackssinne. Ich
hatte mich bei dem "blond" nur vor Lachen weggeworfen, da hatte ich es
glatt überlesen. Wobei ich mich auch fragt, ob "das kühle Blonde" oder
"die kühle Blonde" :-)

Ciao,
Uwe
--
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Tags
boden , säure , wein


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