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#1
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| Hallo zusammen! Zunächst möchte ich mich einmal vorstellen: Ich heiße Volker Wollny, bin von Hause aus Ingenieur für Produktionstechnik, aber als Journalist, WebDesigner und freier Bildungsreferent tätig. Meine Hobbies sind Segeln, Jagen (einschließlich Hundeführung), Fischen, Garten und Imkern. Daher also mein Interesse an der Biologie - und weil man als Ingenieur eben dazu neigt, Wissen aus Erfahrungen und Beobachtungen wissenschaftlich einzuordnen und auf die richtigen theoretischen Grundlagen zu stellen und bei den Praktikern meiner Hobbies das jeweilige Fachwissen auf einer eher handwerklichen Ebene vorhanden ist, schreibe ich halt mal hierher, wenn es um wissenschaftliche Hintergünde geht. Also zu meiner Frage: Bisher wusste ich, dass beim Menschen (Und bei anderen Säugetieren? Wie ist's bei Vögeln, Fischen, Echsen usw.?) die Körperzellen einen doppelten Chromosomensatz besitzen, bei den Männern X und Y, bei den Frauen zweimal X und die Geschlechtszellen nur jeweils einen einfachen Satz, so dass bei der Zeugung rein rechnerisch Mutter und Vater jeweils den halben Bauplan ihrer Körper zur Verfügung stellen. Als ich nun anfing, mich mit der Imkerei zu beschäftigen, hörte ich zunächst eher ungläubig, dass die Bienenköniginn außer befruchteten Eiern, die immer Weibchen liefern, auch unbefruchtete legt, aus denen dann Drohnen werden. Eingeleuchtet hat mir das erst, als ich laß, dass bei manchen Insekten, z.B. eben den Bienen die Männchen nur mit einem einfachen Chromosomensatz - nämlich der einen Hälfte, die in der mütterlichen Eizelle steckt, versehen werden. Daraus ergibt sich nun zunächst die Frage, ob man das nicht so sehen kann, dass die Bienenkönigin eigentlich ein zweigeschlechtliches Wesen ist, welches mit den Drohnen gewissermaßen "externe männliche Geschlechtsorgane" ausbildet mit denen es dann seine Gene mit der "männlichen Methode" weitergibt, während es dies durch die Erzeugung von Eiern dies nach der "weiblichen Methode" tut. Sehe ich das so richtig? Die zweite Überlegung daraus: Im Prinzip müsste es ja möglich sein, aufgrund dieser Sachverhalte Bienenköniginnen zu klonen: Zwar kann man eine Königin nicht von einem ihrer Söhne begatten lassen, da eine Königin, die begonnen hat, Eier zu legen, nicht mehr begattet wird - sie speichert den Samen vom Hochzeitsflug für ihr ganzen Leben auf und befruchtet damit diejenigen Eier, die Arbeiterinnen oder Königinnen ergeben sollen. Allerdings müsste es möglich sein, eine Königin mit Samen von einem Drohn begatten zu lasen, der von einer genetisch gleichen Königin stammt, als von eienr Quasi-Zwillingsschwester. Meine Fragen nun dazu: Sind die beiden Hälften des Chromosomensatzes einer Biene gleich oder verschieden? Wenn sie verschieden sind: Enthalten die Eier einer Bienenkönigin immer die gleiche Hälfte ihres Chromosomensatzes oder mal die eine und mal die andere? Außerdem würd mich in diesem Zusammenhang noch interessieren: Gibt es in der Biologie eigentlich eine allgemeine Definition für "männlich" und "weiblich"? Ich meine, einmal gelesen zu haben, dass es Lebewesen gibt, bei denen mehr als zwei Geschlechter bestehen. Stimmt das? Vielen Dank dann schon mal für Eure Hilfe und Liebe Grüße von Volker aka Haegar -- IBW WebDesign&Publikationen Dipl.Ing.(FH) Volker Wollny Schumannstr, 16, 73430 Aalen [Only registered users see links. ] |
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#2
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| Hallo Rainer! Rainer Massmann wrote: Was heißt beweisen? Es ist ja lediglich eine Sichtweise des Weges, den die Gene gehen, wie sie gemischt und wieder aufgeteilt werden und keine Aussage über Körperbau oder Entwicklungsgeschichte: Der Weg der Gene ist ja bei Männchen mit halbem Chromosomensatz nicht anders als wenn zweigeschlchtliche Individuen vorhanden sind, wie z.B. bei Schnecken: Das Mischen und Aufteilen der Gene findet nur einmal statt. Die Schnecke macht Eizellen und Spermien, die Bienenkönigin nur Eier, von denen die Gene im Falle eines Drohns ohne "Zumischung" anderen Erbguts in das Sperma gelangen welches dann wieder eine andere Bienenkönigin befruchtet. Allerdings wirft sich hier noch eine Frage auf: reicht der Drohn die Chromosomen seiner Mutter unverändert weiter oder ordnet er sie um? Im zweiten Falle wäre meine Sichtweise nicht richtig. Verstehe. Ganz so einfach ist es also nicht. Es scheitert also praktisch an der Unmöglichkeit, zu dem Erbgut in einer Eizelle einen Drohn zu finden, der genau den fehlenden Teil zum Erbgut der Mutter trägt? Verstehe. Das ist dann wohl auch der Grund warum sich mehreiigige Mehrlinge und "herkömmliche" Geschwister eben nicht so gleichen wie eineiige Mehrlinge: Die Geschlechtszellen können ganz unterschiedliche "Auszüge" aus den Erbanlagen des Individuum enthalten und damit unterschiedliche Gene von dessen Eltern. Sehe ich das jetzt so richtig? Jetzt habe ich allerding gelesen, dass man schon vor vielen Jahren Schildkröten geklont hat, indem man in die Eizelle einen halben Zellkern von einer anderen Körperzelle gesetzt hat. War das dann Zufall, dass hier genau die fehlende Hälfte erwischt wurde? Wie ist das bei Sporenpflanzen? Gibt es da auch einen Größenunterschied oder weicht man hier dann auch auf die Benennung von Paarungstypen aus? Grüßle Volker -- IBW WebDesign&Publikationen Dipl.Ing.(FH) Volker Wollny Schumannstr, 16, 73430 Aalen [Only registered users see links. ] |
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#3
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| Hallo, Volker Wollny schrieb: Ne interessante Sichtweise! Ich glaub nicht, dass sich das beweisen lässt, aber wenns das Verständnis erleichtert, als Gleichnis quasi: warum nicht? Das gibt höchstens Inzucht, aber keinen Klon. Begründung siehe unten. Verschieden. Und die beiden Chromosomensätze werden vor der Bildung der Eizellen so durcheinandergewürfelt, dass fast jeder Drohn eine etwas andere Ausstattung an Erbgut mitbekommt. Dazu kommen noch Crossing-Over. Google mal danach. Sollte auch in jedem Schulbuch unter Vererbungslehre oder Genetik erklärt werden. Männchen sind die mit den kleinen Geschlechtszellen (heissen dann Spermien), Weibchen die mit den grossen (sprich: Eizellen). Ja, es gibt einige Pilze und Einzeller, bei denen das so ist. Man spricht dann aber nicht von Geschlechtern, sondern von Paarungstypen, so dass man sich nicht festlegen muss, wer von denen nun M und W ist. Keine Ursache! Gruss, Rainer |
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#4
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| Hallo, Volker Wollny schrieb: Heterosexuell, homosexuell und bisexuell? Liebe gruesse Hans |
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#5
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| Moin, Volker Wollny hat geschrieben: Der Drohn, wenn er nur einen einfachen chromosomensatz hat, kann nichts mehr umordnen, der kann nur vollständig weitergeben, was er hat. Mal ganz dumm mathematisch angegangen: Der Mensch hat IMO 23 Paar an Chromosomen. Eizelle und Spermium bekommen nur einen einfachen Satz mitgeliefert. Also von jedem Chromosomenpaar zufällig die eine oder die andere Variante. Das macht 2^23 Kombinationsmöglichkeiten. Spermium plus Eizelle können als in (2^23)^2 Kombinationen gebildet werden - von den selben Eltern. Das macht dezimal so grob runde 70000000000000 verschiedene mögliche Kombinationen (der genetischen Ausstattung der Kinder eines Elternpaares). Deswegen kommt es so auch selten vor, daß sich Geschwister wie eineiige Zwillinge gleichen (wenn sie es nicht sind). Grob hochgerechnet dürfte das Auftreten von genetisch identischen Geschwistern (keine eineiigen) also im Laufer der Menscheitsgeschichte schon ein oder zwei mal vorgekommen sein:-). Nur habe ich allerdings keine Ahnung, wie viele Chromosomenpaare Bienen haben. Und ich weiß nicht, wie sehr diese Zahl noch duch Crossing-Over vergößert wird sprich wie häufig das vorkommt. Soweit ich weiß ja. CU Rollo |
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#6
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| Roland Damm <[Only registered users see links. ]> wrote: Je nach Abstand des jeweiligen Genortes vom Centromer mehr oder weniger. In erster Näherung würde ich sagen, dass das zu einer ganzen Menge an weiteren Möglichkeiten führt ;-) Gruß, Philipp -- Vor dem Transport dieser Nachricht bitte die Sicherungsschrauben lösen und die Signature sowie den Header vorsichtig zurückfalten und arretieren! <http://www.philippjanssen.de> |
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#7
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| Volker Wollny <v> wrote: Wo gelesen? Bei Judith Butler? SCNR, Philipp -- Vor dem Transport dieser Nachricht bitte die Sicherungsschrauben lösen und die Signature sowie den Header vorsichtig zurückfalten und arretieren! <http://www.philippjanssen.de> |
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#8
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| Volker Wollny schrieb: Hallo Volker, diesen sogenannten XY-Typ der Geschlechtsbestimmung haben auch die anderen Säugetiere, die Fruchtfliege Drosophila und manche zweihäusige Pflanzen (Lichtnelke, Zaunrübe). Daneben gibt es noch den X0-Typ (0 = Null) bei dem die Männchen zwar ein X, aber kein Y haben (zB. bei Wanzen, Fadenwürmern); ihre Weibchen haben XX. Auf die Geschlechtszellen (= Gameten) bezogen sind die Männchen dieser beiden Typen heterogametisch, da sie zwei verschiedene (= hetero) Arten von Spermien haben, also mit X- oder Y-Chromosom, bzw. mit X-Chromosom oder keinem Geschlechtschromosom. Die Weibchen haben in alle Eizellen die gleichen (= homo) Geschlechtschromosomen, sie sind homogametisch. Bei den Vögeln, Schmetterlingen und manchen Echsen ist es umgekehrt, die Weibchen sind heterogametisch (XY), die Männchen homogametisch (XX). Bei anderen Echsen (Krokodile, Schildkröten) wird das Geschlecht durch Umweltfaktoren(zB. Temperatur) festgelegt (= phänotypisch; Gegensatz s.o. = genotypisch, also durch Erbanlagen, Gene). Bienen (und andere Hautflügler, Hymenopteren) haben überhaupt keine Geschlechtschromosomen, ihre Gene (= bisher ca. 19 Sex-Allele bekannt) für die Geschlechtsbestimmung liegen auf Nicht-Geschlechtschromosomen (= Autosomen). Klick mal hier, ein Hobby-Imker ;-) hat da über dieses Thema berichtet: [Only registered users see links. ] Der einfache (= haploide, nicht: halbe) Chromosomensatz enthält bereits einen ganzen Bauplan, das zeigt auch das unbefruchtete Drohnen-Ei. Bei den befruchteten, diploiden (= doppelt) Eiern gibt es eine Wechselwirkung der beiden Baupläne. ja, aber bereits während der Larvenentwicklung erfolgt eine Aufregulation ihres haploiden Satzes zur Diploidie, die Drohnen sind also keine Haplonten, sondern Diplonten wie wir. Davon sind die Ur-Keimzellen nicht betroffen, sie bleiben haploid. Da alle Spermien einer Drohne von diesem haploiden Satz ohne weitere "Vermischung" abstammen, sind sie also völlig identisch, hier könnte man von einem Zell-Klon sprechen (ausgenommen es wäre eine Mutation aufgetreten). Genetische Vielfalt im Bienenvolk ist dadurch garantiert, dass eine Jungköniginn sich am Anfang ihrer Laufbahn mit bis zu 30 Drohnen paart. der Begriff "Klon" beinhaltet, dass eine gleiche Gen-Austattung vorliegt, klonen geht also hier nicht, was bereits Rainer feststellte: Denn 1) bei der Eizellen-Bildung werden die 16 Chromosomen-Paare so durchmischt, dass die Königin kaum zwei erbgleiche (genetisch identische) Eier legt, genau wie es keine zwei erbgleiche Menschen gibt (Ausnahme: eineiige Zwillinge = natürliche Klone). 2) Bei den Bienen gibt es aber keine eineiige Zwillinge, also auch keine erbgleiche Geschwister-Königinnen @Rainer: das Wörtchen "fast" kannst du an dieser Stelle mit "fast an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" weg lassen, denn ich "glaube", dass es keine zwei identische Drohnen unter den wenigen Tausend Söhnen einer Königin gibt ;-) Mit freundlichen Grüßen Frieder |
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#9
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| Roland Damm <[Only registered users see links. ]> wrote: Kommt nicht vor, Crossing-Over findet nur während des Pachytäns der Meiose statt. Bei der Mitose gibt es keine Phase in der sich die Chromosomen so aneinanderlegen. Bei jeder meiotischen Teilung. Dabei werden Gene die nahe beieinander liegen meist gemeinsam vererbt (gekoppelt) während auf dem Chromosom weit voneinander entfernte Gene praktisch getrennt vererbt werden, als würden sie auf getrennten Chromosomen liegen. Diese Eigenschaft kann man beispielsweise für die Erstellung von Genkarten nutzen. Gruß, Philipp -- Vor dem Transport dieser Nachricht bitte die Sicherungsschrauben lösen und die Signature sowie den Header vorsichtig zurückfalten und arretieren! <http://www.philippjanssen.de> |
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#10
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| Moin, Philipp Janßen hat geschrieben: Klar, die Anzahl der Möglichkeiten sind natürlich gigantisch, nur wie häufig kommt es vor? Ich würde mal vermuten, daß das bei der normalen Zellteilung im Wachstum des Körpers auch vorkommen kann da aber eher schädlich ist. Ich denke, daß es dem Körper zugute kommt, wenn alle gleichartigen Zellen auch wirklich gleiches Erbgut haben, z.B. gleiche Blutgruppe und so. Ergo sollte ein Crossing-Over eher selten vorkommen, vielleicht bei jeder 1000sten Zellteilung? Oder doch bei fast jeder? CU Rollo |
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| chromosomen , geschlechter , und , vorstellung |
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